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Entwixklungspsychologie 2 (Fach) / erikson (Lektion)
Diese Lektion wurde von khoelsch erstellt.
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- Erikson Neo-Freudianer: Zuwendung zu weniger negativ konnotierten Aspekten der Entwicklung, v.a. bzgl. des Ich (verbietet nicht mehr, partiell unabhängig von den Trieben des Es) Zuwendung zum normalen Verhalten Entfernung vom biologistischen Ansatz: Soziale Determinanten der Entwicklung in ihre Theorien mit einbezogen Erik Erikson: Hinwendung zu Fragen der Interaktion zwischen Ich und Gesellschaft
- Biographischer Abriss * 1902 in Frankfurt a.M., aufgewachsen in Karlsruhe Eigentlich andere Ziele, rutscht unbeabsichtigt in den Freud‘schen Zirkel Zugelassen am Wiener psychoanalytischen Institut Eigene Psychoanalyse von Anna Freud durchgeführt Einflüsse von: Freud, Hartmann, Kris, Deutsch Emigriert in die USA, erster Psychoanalytiker für Kinder Konflikte (gesellschaftliche Spannungen, eigene Identitätskrise) Arbeitet an vielen renommierten Institutionen Arbeitet klinisch und als Professor Untersucht psychische Störungen von WW2 Soldaten, Praktiken der Kindererziehung der Sioux & Yurok, Spiel von psychisch gestörten und normalen Kindern, Gespräche von heranwachsenden in der Identitätskrise und das soziale Verhalten in Indien, soziale Veränderungen in den USA Sehr breit gefächert Bücher: Kindheit und Gesellschaft (1984) und Jugend und Krise (1981)
- Allgemeiner Überblick über die Theorie Übernahme der allgemeinen Konzepte der Freud’schen Theorie: Psychische Strukturen, Unbewusstes und Bewusstsein, Triebe, Psychosexuelle Phasen, Kontinuum normal-abnorm & die psychoanalytische Methodologie, Libido-Prinzip Ergänzung: Acht psychosoziale Phasen (umfassen den gesamten Lebenszeitraum) Entwicklung der Identität Ausarbeitung weiterer Methoden „Zwei Eriksons“: Einerseits traditionell und stark an Freud orientiert, andererseits Moralist, der sich mit der Kultur auseinandersetzt
- Psychosoziale Phasen Ergänzung der psychosexuellen Entwicklung um eine psychosoziale Dimension Bsp.: Autoerotische Lust des Kleinkindes am Sprechen (psychosexuell) vs. Rolle der sprachlichen Kommunikation beim Herausbilden von Beziehungen (psychosoziale Komponente) Körperliche Reifung hat individuelle und soziale Auswirkungen: Neue Möglichkeiten, aber auch neue gesellschaftliche Anforderungen Kind und Kultur „passen“ zueinander (Verzahnung der Lebenszyklen, z.B. Eltern-Kind Bedürfnisse) Gesellschaft: Akzeptanz allgemeiner Normen, den Bedürfnissen des Kindes entgegenzukommen Kultur passt sich (langsam) den Kindern an, Kinder passen sich (schnell) an die Kultur an Kinder aller Kulturen durchlaufen die gleiche Sequenz von Phasen, aber: Kultur steuert des Verhalten des Kindes auf eigene besondere Weise Elterliche Erziehungsmechanismen Zeitliche Unterschiede innerhalb einer Kultur (bedingt durch historische Veränderungen); Entwicklung universell, aber die Kultur „moderiert“ Psychosoziale Entwicklung folgt dem epigenetischen Prinzip (wichtig: Teil-Ganzes-Relationen und Interaktionen) Reifung erfolgt über psychosoziale Krisen, Radius seiner signifikanten Beziehungen wird immer weiter ausgedehnt Angeborene Gesetzmäßigkeiten Krisen: erzeugt durch körperliche Reifung und Anforderungen der Gesellschaft müssen vom Kind bewältigt werden sind in einer spezifischen Phase des Lebenszyklus bestimmend, bleiben aber (in irgendeiner Form) über die gesamte Entwicklung hinweg präsent werden schon vor „ihrer Zeit“ vorbereitet und später dann differenziert haben potentiell positive und negative Ergebnisse können bis ins hohe Lebensalter noch gelöst werden Im Idealfall: Kind entwickelt in dieser Phase ein günstiges Verhältnis Ungelöst: Kampf um Identität bis ins Erwachsenenalter „Jede Phase fügt allen nachfolgenden Phasen etwas Spezifisches hinzu und arrangiert alle früheren neu.“
- Die zentrale Rolle der Identität Streben nach Identität als wesentlicher Teil des menschlichen Lebens „bewusstes Gefühl der individuellen Identität, das unbewusste Streben nach einer Kontinuität des persönlichen Charakters, ein Kriterium der stillschweigenden Akte der Ich-Synthese und das Festhalten an einer inneren Solidarität mit den idealen und der Identität einer Gruppe“ Erkennen und Akzeptieren des eigenen Selbst und der Gemeinschaft = Wer bin ich? Neue Beantwortung in jeder Phase (am besten: neu bestätigt nach jeder Phase) Persönlich geprägt (Migrant, auf der Suche nach Identität) Identitätskrise bei Jugendlichen und Soldaten
- Die Erweiterung der psychoanalytischen Methodologie Unmittelbare Beobachtung von Kindern (Kinder als handelnde Menschen) Interkulturelle Vergleiche (kontrastierende Beispiele) Psychologische Portraits historischer Persönlichkeiten (Analysen der psychosozialen Entwicklung bekannter Persönlichkeiten) Hitler, Gorki, Luther, Gandhi
- Die einzelnen Phasen Phase 1: Urvertrauen vs. Misstrauen (0-1) Vertrauen: Größere Chancen der Bewältigung späterer Krisen Vertrauen in andere und sich selbst, Gefühl der (teilweisen) Übereinstimmung zwischen eigenen Bedürfnissen und Umwelt Vorhersehen, dass Bedürfnisse (von der Mutter) gestillt werden Mutter als wichtigste Bezugsperson (kann aber kurz weggehen, da Vertrauen, dass sie wiederkommt) „Glauben an kosmische Ordnung“ Auch Vertrauen auf Seite der Mutter nötig Gewisses Maß an Misstrauen aber notwendig Zu viel Misstrauen: Als Erwachsener frustriert und argwöhnisch, wenig Selbstbewusstsein, abgekapselt Orale Erfahrungen als Prototypen der psychosozialen Modi des Geben und Nehmens Phase 2: Autonomie vs. Scham und Zweifel (2-3) Neurologische und physiologische Entwicklung Zunehmende körperliche und seelische Unabhängigkeit Neue Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung Aber auch: Neue Verwundbarkeit: Angst vor Trennung von den Eltern, Verlust der Stuhlgangskontrolle, Verlust von Selbstachtung bei Misserfolgen Aufeinanderprallen verschiedener Willenskräfte: Kind ist eigenen Trieben nicht gewachsen und ungleiches Kräfteverhältnis Eltern-Kind Idealfall: Eltern schaffen eine das Kind unterstützende Atmosphäre, in der es ein Gefühl für Selbstkontrolle entwickeln kann, ohne seine Selbstachtung zu verlieren Negative Komponenten: Scham/Zweifel Exponiert und beobachtet, unvorbereitet Schamträume (Nacktheit) Zweifel: Unbekanntes „Dahinter“ (Kind kann es nicht sehen, muss aber versuchen, es zu kontrollieren) Entstehen bei: Kein Urvertrauen, Sauberkeitserziehung zu früh/rigide, überkontrollierende Eltern Erwachsene: „Analcharakter“: Überkontrolliert, zwanghaft, unordentlich, schlampig, rigide Kulturabhängig! Anale Kontrolle nicht in allen Kulturen gleich wichtig Modus: Festhalten vs. Loslassen (z.B. Spielzeug, Trotzafälle) Regeln als Hinweis auf Recht und Ordnung (beherrsche ich die Regeln oder beherrschen sie mich?) Phase 3: Initiative vs. Schuldgefühl (4-5) Selbst-Bewusstsein vorhanden, nun: Welche Art von Person will ich werden? Identifikation des Kindes mit den Eltern Hier (im Vergl. Zu Freud) soziale Komponenten wichtiger als sexuelle Herausbildung des Gewissens, verschiedenen Interessen, Einstellungen und geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen Modus: Das Machen (Ziele entwickeln, mit anderen konkurrieren) Zunehmende Mobilität, körperliche Geschicklichkeit, Sprachvermögen, kognitive Fertigkeiten und kreative Phantasie Schuldgefühle: Übertrieben strenges Gewissen (hervorgerufen durch sexuelle Phantasien und unmoralische Gedanken/ Verhaltensweisen), Gefahr zu denken, man müsse ständig etwas tun/konkurrieren (Moralität) Ideale Leitbilder: Polizisten, Lehrer Astronauten, Präsidenten, Superhelden Phase 4: Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6-Pubertät) „Unternehmergeist“: Wissen und Arbeit „Ich bin, was ich lerne“ Größtes Ereignis: Schuleintritt, Konfrontation mit der Technologie ihrer Gesellschaft Lernen nicht nur im Schulkontext Gelungene Erfahrungen: Fühlt sich geschickt, schlau, kompetent Misserfolge: Unvollkommen, minderwertig, unnütz Zeigen überall Mühe und Engagement „Ruhigere“ Periode, kein „heftiger innerer Aufschwung“ Phase 5: Identität und Ablehnung vs. Identitätsdiffusion (Adoleszenz) Wichtig: Prozess der Identitätsbildung: Sukzessive Ich-Synthesen; konstitutionelle Anlagen, Eigentümlichkeiten libidinöser Bedürfnisse, bevorzugte Fähigkeiten, bedeutsame Identifikationen, wirkungsvolle Abwehrmechanismen und sich verwirklichende Rollen werden integriert Hier Höhepunkt der Identitätsbildung Physiologische Veränderungen, neue sexuelle Impulse + sozialer Druck => Wahl eines Rollenmodelles Integration der Identifikationen aus der Kindheit („Ganzes mehr als die Summe seiner Teile“) Gelingt dies nicht: Identitätsdiffusion: Zersplitterung der Persönlichkeit, kein innerer Zusammenhalt Problem verschärft sich: Angehöriger einer Minderheit, Unsicherheit bzgl. der sexuellen Orientierung, übermäßige Identifikation mit einem Elternteil, Unsicherheit bzgl. den zur Verfügung stehenden Rollendbildern „Wer bin ich und wer bin ich nicht?“, Identität wird in allen sozialen Gruppen gesucht Ausprobieren neuer Rollen (Moratorium), Erarbeiten einer Identität (Kulturabhängig! In manchen Kulturen bereits ab Geburt vorgefestigte Rollenbilder) Phase 6: Intimität und Solidarität vs. Isolierung (Beginn des Erwachsenenalters) Intimität (auch mit sich selbst) nur mit einigermaßen gut integrierten Identität aus Phase 5 Wichtig hier: Sowohl Beziehungen zum anderen Geschlecht als auch gleichgeschlechtliche Freundschaften Zugang zu innersten Gefühlen und Gedanken Beziehungen tragen zur Identitätsbildung bei Aspekt der Intimität: Gefühl der Solidarität Misslingen: Isolation Soziale Beziehungen werden stereotyp, gefühllos, hohl Phase 7: Generativität vs. Stagnation und Selbstabsorption (mittleres Erwachsenenalter) Generativität: Interesse an der Erzeugung und Erziehung der nächsten Generation (Kinder, aber auch andere kreative/produktive Unterfangen) Vertrauen in die Zukunft, Glaube an die Menschheit, Fähigkeit, sich für andere einzusetzen Diese Phase sorgt dafür, dass die Kontinuität der menschlichen Gemeinschaft gewahrt bleibt Misslingen: Stagnation, Selbstabsorption, Langeweile, kein psychisches WachstumPhase 8: Integrität vs. Verzweiflung (spätes Erwachsenenalter) Idealfall: Integrität ist hier erreicht Akzeptanz des Todes, Gefühl haben, Teil einer umfassenderen Geschichte zu sein, Weisheit des Alters Letzte Integration aller vorherigen Phasen Misslingen: Trauer, Reue, Furcht vor dem Tod, Ekel vor sich selbst Wichtig: Umwelt immer noch aktiv beeinflussen und herausfordern
- Die einzelnen Phasen Übersicht Phase 1: Urvertrauen vs. Misstrauen (0-1) Phase 2: Autonomie vs. Scham und Zweifel (2-3) Phase 3: Initiative vs. Schuldgefühl (4-5) Phase 4: Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6-Pubertät) Phase 5: Identität und Ablehnung vs. Identitätsdiffusion (Adoleszenz) Phase 6: Intimität und Solidarität vs. Isolierung (Beginn des Erwachsenenalters) Phase 7: Generativität vs. Stagnation und Selbstabsorption (mittleres Erwachsenenalter) Phase 8: Integrität vs. Verzweiflung (spätes Erwachsenenalter)
- Die einzelnen Phasen Phase 1: Urvertrauen vs. Misstrauen (0-1) Vertrauen: Größere Chancen der Bewältigung späterer Krisen Vertrauen in andere und sich selbst, Gefühl der (teilweisen) Übereinstimmung zwischen eigenen Bedürfnissen und Umwelt Vorhersehen, dass Bedürfnisse (von der Mutter) gestillt werden Mutter als wichtigste Bezugsperson (kann aber kurz weggehen, da Vertrauen, dass sie wiederkommt) „Glauben an kosmische Ordnung“ Auch Vertrauen auf Seite der Mutter nötig Gewisses Maß an Misstrauen aber notwendig Zu viel Misstrauen: Als Erwachsener frustriert und argwöhnisch, wenig Selbstbewusstsein, abgekapselt Orale Erfahrungen als Prototypen der psychosozialen Modi des Geben und Nehmens
- Phase 2: Autonomie vs. Scham und Zweifel (2-3) Neurologische und physiologische Entwicklung Zunehmende körperliche und seelische Unabhängigkeit Neue Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung Aber auch: Neue Verwundbarkeit: Angst vor Trennung von den Eltern, Verlust der Stuhlgangskontrolle, Verlust von Selbstachtung bei Misserfolgen Aufeinanderprallen verschiedener Willenskräfte: Kind ist eigenen Trieben nicht gewachsen und ungleiches Kräfteverhältnis Eltern-Kind Idealfall: Eltern schaffen eine das Kind unterstützende Atmosphäre, in der es ein Gefühl für Selbstkontrolle entwickeln kann, ohne seine Selbstachtung zu verlieren Negative Komponenten: Scham/Zweifel Exponiert und beobachtet, unvorbereitet Schamträume (Nacktheit) Zweifel: Unbekanntes „Dahinter“ (Kind kann es nicht sehen, muss aber versuchen, es zu kontrollieren) Entstehen bei: Kein Urvertrauen, Sauberkeitserziehung zu früh/rigide, überkontrollierende Eltern Erwachsene: „Analcharakter“: Überkontrolliert, zwanghaft, unordentlich, schlampig, rigide Kulturabhängig! Anale Kontrolle nicht in allen Kulturen gleich wichtig Modus: Festhalten vs. Loslassen (z.B. Spielzeug, Trotzafälle) Regeln als Hinweis auf Recht und Ordnung (beherrsche ich die Regeln oder beherrschen sie mich?)
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- Phase 3: Initiative vs. Schuldgefühl (4-5) Selbst-Bewusstsein vorhanden, nun: Welche Art von Person will ich werden? Identifikation des Kindes mit den Eltern Hier (im Vergl. Zu Freud) soziale Komponenten wichtiger als sexuelle Herausbildung des Gewissens, verschiedenen Interessen, Einstellungen und geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen Modus: Das Machen (Ziele entwickeln, mit anderen konkurrieren) Zunehmende Mobilität, körperliche Geschicklichkeit, Sprachvermögen, kognitive Fertigkeiten und kreative Phantasie Schuldgefühle: Übertrieben strenges Gewissen (hervorgerufen durch sexuelle Phantasien und unmoralische Gedanken/ Verhaltensweisen), Gefahr zu denken, man müsse ständig etwas tun/konkurrieren (Moralität) Ideale Leitbilder: Polizisten, Lehrer Astronauten, Präsidenten, Superhelden
- Phase 4: Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6-Pubertät) • „Unternehmergeist“: Wissen und Arbeit „Ich bin, was ich lerne“ Größtes Ereignis: Schuleintritt, Konfrontation mit der Technologie ihrer Gesellschaft Lernen nicht nur im Schulkontext Gelungene Erfahrungen: Fühlt sich geschickt, schlau, kompetent Misserfolge: Unvollkommen, minderwertig, unnütz Zeigen überall Mühe und Engagement „Ruhigere“ Periode, kein „heftiger innerer Aufschwung
- Phase 5: Identität und Ablehnung vs. Identitätsdiffusion (Adoleszenz) Wichtig: Prozess der Identitätsbildung: Sukzessive Ich-Synthesen; konstitutionelle Anlagen, Eigentümlichkeiten libidinöser Bedürfnisse, bevorzugte Fähigkeiten, bedeutsame Identifikationen, wirkungsvolle Abwehrmechanismen und sich verwirklichende Rollen werden integriert Hier Höhepunkt der Identitätsbildung Physiologische Veränderungen, neue sexuelle Impulse + sozialer Druck => Wahl eines Rollenmodelles Integration der Identifikationen aus der Kindheit („Ganzes mehr als die Summe seiner Teile“) Gelingt dies nicht: Identitätsdiffusion: Zersplitterung der Persönlichkeit, kein innerer Zusammenhalt Problem verschärft sich: Angehöriger einer Minderheit, Unsicherheit bzgl. der sexuellen Orientierung, übermäßige Identifikation mit einem Elternteil, Unsicherheit bzgl. den zur Verfügung stehenden Rollendbildern „Wer bin ich und wer bin ich nicht?“, Identität wird in allen sozialen Gruppen gesucht Ausprobieren neuer Rollen (Moratorium), Erarbeiten einer Identität (Kulturabhängig! In manchen Kulturen bereits ab Geburt vorgefestigte Rollenbilder)
- Phase 6: Intimität und Solidarität vs. Isolierung (Beginn des Erwachsenenalters) Intimität (auch mit sich selbst) nur mit einigermaßen gut integrierten Identität aus Phase 5 Wichtig hier: Sowohl Beziehungen zum anderen Geschlecht als auch gleichgeschlechtliche Freundschaften Zugang zu innersten Gefühlen und Gedanken Beziehungen tragen zur Identitätsbildung bei Aspekt der Intimität: Gefühl der Solidarität Misslingen: Isolation Soziale Beziehungen werden stereotyp, gefühllos, hohl
- Phase 7: Generativität vs. Stagnation und Selbstabsorption (mittleres Erwachsenenalter) Generativität: Interesse an der Erzeugung und Erziehung der nächsten Generation (Kinder, aber auch andere kreative/produktive Unterfangen) Vertrauen in die Zukunft, Glaube an die Menschheit, Fähigkeit, sich für andere einzusetzen Diese Phase sorgt dafür, dass die Kontinuität der menschlichen Gemeinschaft gewahrt bleibt Misslingen: Stagnation, Selbstabsorption, Langeweile, kein psychisches Wachstum
- Phase 8: Integrität vs. Verzweiflung (spätes Erwachsenenalter) Idealfall: Integrität ist hier erreicht Akzeptanz des Todes, Gefühl haben, Teil einer umfassenderen Geschichte zu sein, Weisheit des Alters Letzte Integration aller vorherigen Phasen Misslingen: Trauer, Reue, Furcht vor dem Tod, Ekel vor sich selbst Wichtig: Umwelt immer noch aktiv beeinflussen und herausfordern
- Kommentar: Neuere Forschungsarbeiten zum Phasenkonzept Eriksons Marcia untersuchte die Konzepte Krise und innere Verpflichtung weiter: Krise: Perioden im Leben des Heranwachsenden, in denen er aktiv zwischen verschiedenen beruflichen Orientierungen und Überzeugungen wählt Innere Verpflichtung: Maß des persönlichen Engagements für eine Beschäftigung Beides bestimmt über den Identitätsstatus des Einzelnen Beides fehlt bei einer Person mit Identitätsdiffusion ( Leicht zu überzeugen, Einstellungswechsel) Ausschließlichkeit: Engagement, aber ohne Krise (Übernahme von Überzeugungen) Moratorium: Hochgradige Identitätskrise, kann sich noch nicht engagieren Abgeschlossene Identität: Identitätskrise erfolgreich überstanden, engagiert Sequenzen müssen nicht universal gültig sein, geschlechts- und kulturspezifisch Typen der Ich-Entwicklung: Strukturell definierte Stadien (Piaget) Altersdefinierte Stadien Funktional definierte Stadien (Erikson) (Interaktion von strukturellen und kulturellen Faktoren)
- Mechanismen der Entwicklung Entwicklung beruht auf Kräften, die Veränderungen vorantreiben Körperliche Reifung = Zeitplan Kultur kann innerhalb des Zeitplans antreiben, verzögern, fördern, zerstören Gesellschaftlicher Einfluss auf vielen Ebenen Viele Freud’sche Entwicklungsmechanismen (Triebe, Frustration, Bindung, Identifikation), eher weniger: Äquilibrationsprozess zur Spannungsreduktion Entwicklung als Lösung von Konflikten durch einander widerstrebende Kräfte (Integration von Gegensätzen) Spiel (und Ritual) als Entwicklungsmechanismus (Phantasie, Kreativität helfen bei der Lösung von Problemen); Spiel hier nicht nur auf Kinder bezogen, sondern auf alles Kreative (Moratorium, „Ausprobieren“) Ritualisiertes Spiel wird zur formalisierten, überdauernden, kulturell sanktionierten Form der Interaktion
- Eriksons Standpunkt zu grundlegenden Fragen der Entwicklung Ähnlich zu Freud (z.B. biologischer Rahmen), aber etwas anderer Triebbegriff Gemeinsamkeit mit Piaget: Optimistischere Auffassung vom Wesen des Menschen Aktive Bemühung um die Entwicklung eines positiven Identitätsgefühls Lebenslanger Prozess des „Werdens“ (Anders als Freud) Qualitative Veränderungen: Neue Phasen der Entwicklung Quantitative Veränderungen: Identität wird stabiler, Konsolidierung von Überzeugungen Auch kontextualistische Elemente (Betonung der Umwelt und Kultur) Entwicklung als Herausbilden einer Identität, durch die die Persönlichkeit in einen inneren Zusammenhang eingebunden wird
- Metatheoretische Klassifikation Eher wie Schriftsteller/Künstler, lose Aneinanderreihung von Gedanken, weder induktiv noch deduktiv Darwin’sches Modell der Evolution (Entwicklung sozialer Institutionen) Modell des dialektischen Geschichtsverständnisses (Synthese von Gegensätzen, jedes Entwicklungsstadium wird in das nächstfolgende integriert)
- Kritik der Theorie • Kritik an der psychoanalytischen Idee auch hier gültig!
- Stärken der Theorie Weiterentwicklung der psychoanalytischen Theorie Erweiterung der empirischen Basis der psychoanalytischen Theorie Hinzufügen von: Psychosexuell Psychosoziales Biologie Kultur Abwehrmechanismus Ich-Identität Abnormes Normales Kindheitserinnerungen Erwachsener Beobachtung von Kindern Entwicklung von Kindern Entwicklung von Erwachsenen Integratives Potential Erweiterter Rahmen als heuristisches Instrument für Beratung und Therapie von Erwachsenen Wenig heuristischer Wert Die breite Perspektive Verhalten von Kindern wird unter einer breiten Perspektive integriert Alle möglichen Einflüsse (soziale Ebenen) werden anerkannt Vereinigung des Kindes mit dem Universum, der weit zurückliegenden Vergangenheit und der fernen Zukunft
- Schwächen der Theorie Mangelnde Systematik Lose Zusammenstellung von Beobachtungen, empirischen Verallgemeinerungen und abstrakten theoretischen Postulaten Keine empirischen Belege (methodologische Unzulänglichkeiten wie bei Freud) Beschreibungen historischer Persönlichkeiten nur spekulativ Irreführende Begrifflichkeiten Fehlende Spezifizierung der Entwicklungsmechanismen Ungeklärt: Wie kommt ein Kind von einer Phase zur nächsten? Wie werden die Krisen gelöst? Sagt, was Entwicklung beeinflusst (körperliche Reifung, Eltern, kulturelle Normen, das Ausmaß der Bewältigung früherer Krisen), aber nicht wie (Validität hängt aber davon ab)
- Zusammenfassung (S.9) Seminar: Ich im Zentrum, Ich muss eigene Orientierung haben (eigenes Wissen über mein Ich) Selbsterkenntnis und Identitätsbildung Phasen, keine Stufen Müssen nicht abgeschlossen sein, damit die nächste darauf aufbaut, Phase kann sich über die ganze Lebensspanne ausdehnen Wichtig: Epigenetisches Prinzip (probabilistisch), angeborener Grundplan Identität: Stabiles, kohärentes und konsistentes Selbst (Umfeld spielt auch eine wichtige Rolle) Krise hier nichts Negatives, hauptsächlich in einer Phase aktuell, kann aber später noch gelöst werden (eher als Aufgabe), andere Phasen dann schwieriger zu bearbeiten, aber nicht unmöglich Entwicklungsmotor: Zusammenspiel aus Körperlichen Veränderungen (hier auch die psychosexuellen Phasen enthalten), Psychischen Veränderungen und Sozialem Kontext Positiver Ausgang wird von der Kultur definiert, auch innerhalb einer Kultur Unterschiede (zeitlich) Kulturrelativismus (inter- und innerkulturell) Erikson würde sich als dialektisch beschreiben, ist aber eher organismisch (Theorie kann die Interaktion nicht beschreiben, kommt aber nah dran)