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Entwixklungspsychologie 2 (Fach) / Core Knowledge (Spelke & Kinzler, 2007) (Lektion)

Diese Lektion wurde von khoelsch erstellt.

Lektion lernen

  • • Zwei dominierende Ansichten der Kognitionswissenschaften: Verstand als flexibler und anpassungsfähiger Mechanismus, um Regelmäßigkeiten von Erfahrungen zu entdecken (einfaches Lernsystem für alle Gebiete)  Locke, Rumelhart (Kognitive Psychologie)  Ansammlung von Mechanismen für Spezialfälle (für bestimmte Funktionen), Prädispositionen  Darwin, Cosmides (Evolutionäre-Psychologie)
  • • Lern- vs. Gendebatte Wie sehr können wir dank kognitiver Arbeit unser Schicksal bestimmen?  Entwicklungswissenschaften: Menschen besitzen eine kleine Anzahl trennbarer Systeme von Kernwissen, auf denen neue Skills und Glaubenssysteme aufbauen
  • • Studien zur Onto- und Phylogenese: Vier Kernwissenssysteme:  Nicht-lebendige Objekte und deren mechanische Interaktionen  Handelnde und ihre zielorientierten Taten  Sets/Zusammenstellungen und ihre numerischen Zusammenhänge von Reihenfolge, Addition und Subtraktion  Orte mit ihren räumlichen Ausmaßen und geometrischen Beziehungen  In jedem System gibt es bestimmte Prinzipien und Grenzen
  • • Objektrepräsentation: Raumzeitliche Prinzipien der  Zusammengehörigkeit (Objekte bewegen sich als verbundenes Ganzes)  Kontinuität (Objekte bewegen sich auf verbundenen ungehinderten Pfaden) und  Kontakt (Objekte interagieren nicht über eine Distanz hinweg)  Welche mechanischen Interaktionen und kausalen Prinzipien sind denkbar, wenn es um unbelebte Objekte gibt?  Auch ohne visuelle Erfahrung bei Neugeborenen oder frisch geschlüpften Küken zu erkennen  Hiermit können Kleinkinder und Tiere Objektgrenzen wahrnehmen und den Gesamtumriss eines Objektes repräsentieren, das (teilweise) verdeckt ist  Auch ältere Kleinkinder haben noch keine spezifischen Repräsentationen um signifikante Subkategorien oder unbestimmte Mengen (Sand, Wasser) zu repräsentieren  Nur drei Objekte können gleichzeitig repräsentiert werden  Gleiches Kernsystem für Objekt-Repräsentation bei Primaten (hier Set Size: Vier)  Gleiches System auch bei Erwachsenen, 3-4 sich bewegende Objekte können beachtet werden  Mehr nicht möglich, oder bei Objekten, die den oben aufgelisteten raumzeitlichen Prinzipien widersprechen; bessere Subkategorien von Objekten (Essen/Werkzeug etc.)  Bei Stress fallen diese allerdings weg, Kernsystem bleibt  Universelles Kernsystem der Objektrepräsentation weltweit
  • • Handelnde/Agenten und ihre Taten: Auch bei Kleinkindern: Raumzeitliche Prinzipien leiten nicht die Repräsentation von Handelnden: Müssen nicht zusammenhängend, gleichbleibend in ihrer Bewegungsrichtung oder in Kontakt mit anderen Handelnden bei Interaktionen sein  Bei Agenten sind die intentionalen Taten zielgerichtet und sie erreichen ihre Ziele mit effizienten Mitteln  Agenten handeln wechselseitig und kontingent (Aktion-Reaktion) und brauchen keine wahrnehmbaren Gesichter (falls sie diese haben, verwenden Kleinkinder ihre Blickrichtung um soziale und non-soziale Handlungen zu interpretieren)  Kleinkinder sehen die Bewegungen eines nicht-lebendigen Objekts nicht als zielorientiert an und versuchen diese auch nicht nachzumachen  Agenten-Repräsentationen: Zielorientierung, Effizienz, Mäßigkeit, Reziprozität und Blickrichtung als Anzeichen Auch bei Tieren, neurophysiologisches Korrelat: Spiegelneuronen, auch bei erwachsenen Menschen noch vorhanden (Handlungsziele auch als Basis unserer intuitiven Moral)  Unterscheidung zwischen Lebewesen und Agenten (Jedes Lebewesen ist Agent, aber nicht jeder Agent ist ein Lebewesen  Animacy: Fähigkeit zur selbstinitiierten Bewegung. Agency: Fähigkeit zu zielgerichtetem intentionalen Handeln
  • • Kernsystem Zahlen:  Zahlen-Repräsentationen sind unpräzise und ihre Unpräzision wächst linear mit ihrem kardinalen Wert (Skalare Variabilität limitiert die Unterscheidbarkeit von Sets mit unterschiedlichen kardinalen Werten)  Zahlen-Repräsentationen sind abstrakt und lassen sich auf verschiedene Modalitäten anwenden (Objekte, Geräuschsequenzen, Handlungssequenzen etc.)  Zahlen-Repräsentationen können verglichen und durch die Operationen Addition und Subtraktion kombiniert werden  Gefunden in Babies, Kindern, Erwachsenen und Primaten (Ratio-Limits bei Diskriminationen (Babies: 2,0 & Erwachsene 1,15-1,3))  Kinder und Erwachsene: Vergleiche auch zwischen Modalitäten  Auch universal und unabhängig von mathematischer Bildung (Munduruku-Stamm und US Vorschulkinder)
  • • Geometrie der Umwelt: Distanz-, Winkel- und Sinnesbeziehungen von Oberflächen der Umgebung (Nicht beinhaltet: Nongeometrische Eigenschaften wie Farbe oder Geruch; geometrische Eigenschaften von bewegten Objekten)  Anhand dieses Systems findet Orientierung statt (Kinder können dies nicht anhand von Objekten, können etwas anderes nicht lokalisieren, wenn die Objekte sich bewegen)  Desorientierten Kindern und Tieren fällt es schwer, Objekte zu lokalisieren, wenn diese in Beziehung zu distinktiven Objekten stehen  Zur Re-Orientierung ist immer zunächst ein geometrischer Prozess nötig (zu welchem dann später Objekte in Beziehung gesetzt werden)  Bei Erwachsenen stärkerer Bezug auf Orientierungspunkte (landmarks), aber verlassen sich immer noch auf Oberflächengeometrie  Universal und bildungsunabhängig Studie: 11 Monate alte Kinder: Farbige, schmale Wand, versteckter Ball. Kind wird desorientiert. Kinder orientieren sich an den Winkeln des Raumes, nicht an Landmarks (Ball wird an gegenüberliegenden Ecken gesucht)  All dies lässt darauf schließen, dass der menschliche Verstand kein allgemeines Werkzeug ist, das sich an Umweltbedingungen anpasst, sondern dass es bestimmte Prädispositionen gibt, bestimmte Dinge schneller zu lernen als andere, aber auch nicht massiv modular: Wenige Kernsysteme
  • • Fünftes System für die Identifikation von potentiellen sozialen Partnern und Gruppenmitgliedern: Unterscheiden der eigenen sozialen Gruppe von Mitgliedern fremder Gruppen  Humanspezifisch  Erwachsene zeigen Kooperation, Reziprozität und Zusammenhalt  Prädisposition, Bindungen einzugehen und aufrecht zu erhalten (Sozialpsychologie)  Ingroup vs. Outgroup bei Erwachsenen und Kindern, wahrscheinlich auch schon bei Babies (Ethnie und Geschlecht, Sprache! Eigene Sprache wird schon von Neugeborenen bevorzugt, Zweisprachige Frauen: Diejenige, die die eigene Sprache gesprochen hat, wird angeschaut)  Bei Einjährigen: Präferieren den Snack, den der Sprecher ihrer Sprache beim Reden gegessen hat  Bei Ausgrenzungspriming werden später die Handlungen anderer Personen deutlich mehr imitiert und soziale Aspekte deutlich besser erinnert
  • • Mit diesen fünf Systemen: Grundlage für einzigartige menschliche kognitive Errungenschaften (Sprache, Entwicklung durch formelle Instruktion, kooperative soziale Netzwerke)  Kernkonzepte stark an der Sprachentwicklung beteiligt  Geometrische Repräsentationen leiten die Entwicklung, Karten zu verstehen  Zahlen-Konzept: Ermöglicht das richtige Zählen bei Grundschulkindern  Soziales-Konzept: Sorgt eventuell für kulturelles Lernen und interpersonelle Skills  Kernkonzepte können auch zu kognitiven Fehlern führen, nicht alles kann verstanden werden (z.B. Vierdimensionalität, Unendlichkeit, nicht zielgerichtete Handlungen)  In der modernen Zeit vor allem das Teilen in In- und Outgroup problematisch  Kernkonzepte sind resilient, können aber überwunden werden (z.B. Mathematiker, Wissenschaftler)  Repräsentationen ändern sich mit zunehmendem Wissen (z.B. sehen Grundschulkinder Zahlen anders, wenn sie zählen können; keine Präferenzen mehr, wenn Babies alle Ethnien sehen)
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