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Entwixklungspsychologie 2 (Fach) / Domänenspeziefische Ansätze (Lektion)

Diese Lektion wurde von khoelsch erstellt.

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  • Domänenspezifische Theorien  Der Mensch hat sich im Laufe der Evolution (hinsichtlich seiner Denkprozesse) so an die Umwelt angepasst, dass er nach der Geburt mit einem spezifischen Kernwissen (ein Ansatz innerhalb der domänenspezifischen Ansätze) und spezifischen Lernmechanismen ausgestattet ist  Kognitive Grundausrüstung, Bildung von Wissensstrukturen  Bsp.: Neugeborene bevorzugen Gesichter gegenüber anderen Stimuli  Bsp.: Fähigkeit und Bedürfnis, Sprache zu lernen  Vertreter: Wellman, Gelman, Spelke, Breinlinger, Macomber, Jackson, Carey  Grundlegendes Gerüst für Verhalten von Menschen (Psychologie), Tieren (Biologie) und Objekten (Physik)  Denkentwicklung bleibt an einzelne Wissensbereiche (Domänen) gebunden  Unterschied zu Piaget (Bereichsübergreifende, stadientypische kognitive Strukturen, Wissenserwerb durch Auseinandersetzung mit der Umwelt). Domänen: Angeborenes Wissen oder Lernbereitschaft, mit der früh Wissen erworben wird  Kinder haben (unbewusste, intuitive) Theorien, anhand deren sie ihr Wissen ordnen und in die sie neues Wissen einbetten  Wissen als kohärentes Ganzes organisiert  Neues Wissen kann nur dann aufgenommen werden, wenn es in vorhandene Theorien integriert werden kann/, wenn die gesamte Organisation umgestellt wird
  • 4.2.1 Intuitive Physik  Intuitives physikalisches Wissen: Gespür für das Verhalten von Objekten (geprüft in Experimenten über systematische nonverbale Reaktionen bei Säuglingen)  3,5 Monate: Objektpermanenz  3-4 Monate: Zusammenhängendes Objekt über gemeinsame Bewegung definiert  5 Monate: Objektabgrenzungen von unbewegten Objekten (über Beleuchtung, Farbe, Textur)  4 Monate: Objekte sind feste Körper  Getestet über unmögliche Animationen  Längerer (verwunderter) Blick  Auch: Objekt bewegt sich nur durch äußere Kraft (Stabile Lage) (Verwunderte Reaktion nicht bei Lebewesen)  Selbstinitiierte Bewegung alsEigenschaft von Lebewesen, nicht von Objekten  Konzept der Stabilen Lage nimmt innerhalb des 1. Lebensjahres zu (3 Monate: Kontakt ausreichend, 6 Monate: Ausmaß des Kontaktes, ein Jahr: Volumenverteilung)  Anfängliches Alles-oder-Nichts-Denken wird immer weiter ausdifferenziert (z.B. bei Wissen über die Auswirkungen von Kollisionen)  5 Monate: Erkennen die Anzahl von bis zu 3 Objekten  Ab 1. jahr .: Kein kontinuierlicher Aufbau von Wissen, sondern Wissen baut sich (auf Basis des rudimentären Wissens des Säuglingsalters) in einer bewussten Ebene erneut auf (Umstrukturierung)  Z.B. Wissen über die stabile Lage von Objekten (entwickelt Ende des ersten LJs, stellt sich erst in der Vor-und Grundschulzeit ein)  Aufbau von Wissen auf unterschiedlichen Repräsentationsebenen mit unterschiedlichen Entwicklungsverläufen  Fehler im physikalischen Wissen (bis ins Erwachsenenalter)  „Gerade-nach-unten“-Regel bzw. „Schwerkraftfehler“ (Objekt fällt z.B. beim Gehen in einer parabolischen Linie, wird nicht so geschätzt), Versuch mit Ball, der durch undurchsichtige Röhren nach unten fällt, Fehler lässt sich auch nach durchsichtiger Bedingung nicht beheben
  • 4.2.2 Intuitive Psychologie (Theory of Mind)  Wann besitzen Kinder Wissen darüber, warum sich Personen auf eine bestimmte Art und Weise verhalten?  Ab 6 Monaten: Erkennen, dass Handlungen aufgrund eines Zieles durchgeführt werden  Studie: Säuglinge, die an das Greifen nach einem Teddybär habituiert worden waren, dishabituierten nur dann, wenn nach etwas anderem gegriffen wird, nicht, wenn nach dem Teddy auf eine andere Art gegriffen wird; nur bei menschlicher Hand  Ziel wird erschlossen, nicht nur Handlungen imitiert  Studie: Person versucht zwei Blöcke auseinanderzuziehen, Ziel ist nicht zu sehen. Säuglinge ziehen beide Blöcke später auseinander  Ab 12 Monaten: Absicht der Handlungen anderer Personen kann antizipiert werden  Ab 15 Monaten: Fähigkeit, das Handeln einer anderen Person auf der Basis einer richtigen oder falschen Überzeugung vorherzusagen (?)  Ab dem 1. LJ: Mentalistische Interpretation des Verhaltens anderer Menschen  Studie: Person schaltet Lampe mit Kopf ein, Hände und Füße sind unter einer Decke: Kind schaltet Licht mit der Hand ein. Person schaltet Lampe mit dem Kopf ein, Hände und Füße sind frei: Kind verwendet auch den Kopf  Kinder verstehen, dass andere Menschen Absichten verfolgen & mögl. Wünsche umsetzen  Später: Kinder verstehen, dass Menschen sich auf eine Art und Weise verhalten, weil sie eine bestimmte Überzeugung über einen Sachverhalt haben  Vorher: Probleme dies zu verstehen (Maxi und die Schokolade- Geschichte): 3-Jährige verstehen nicht, dass Maxi nicht über ihr Wissen verfügt, bei 4-5-Jährigen mehr als die Hälfte  Ab dem 4. LJ: Begriff der Überzeugung und das Verständnis, dass sich subjektive Überzeugungen, von der Realität unterscheiden
  • 4.2.3 Intuitive Biologie  Biologisches Wissen: Unterscheidung von lebendigen und nicht lebendigen Dingen, Beziehung zwischen Menschen und anderen Arten, natürliche Prozesse (Fortpflanzung, Krankheit, Geburt)  Erkenntnis, dass Verhalten andere Gründe außerhalb der Physik und der Psychologie haben kann  3 Monate: Unterscheidung zwischen Tieren und Fahrzeugen (sogar bei „Point-Light“-Darstellungen)  Nur Bewegungsinformation  Vor Grundschulalter: Pflanzen werden als nicht lebendig betrachtet (kein biologisches Wissen oder zählen Pflanzen für sie nicht in den biologischen Bereich?)  3-4-Jährige können Tiere und Pflanzen anhand biologischer Eigenschaften beurteilen (Wachsen, heilen ohne Behandlung, Verblühen und Verfallen)  Kinder können Eigenschaften von Dingen aus der Natur eine Funktion zuteilen (Farbe von Pflanzen: ja; Farbe von Smaragd: nein)  3-4-Jährige: Erkennen, dass Tiere ihre Bewegung selbst initiieren  3-4-Jährige: Verstehen, dass Wachsen ein begrenzter Prozess ist. (Größer mit dem Alter, Zunahme der Komplexität)  Einschätzen, was möglich und was unmöglich ist (z.B. wird kein Hund zur Katze)  3- 5-Jährige: Wissen über Grundlegende Charakteristiken von Vererbung (schätzen biologische eher als psychologische als vererbbar ein)  Vererbung wird mit biologischen Abläufen und Verwandtschaft in Verbindung gebracht  4-Jährige: Gehen davon aus, dass Tiere ein angeborenes, nicht sichtbares Potential haben, dass trotz unterschiedlicher Umgebung zum Vorschein kommt (Gene?)  Kinder zw. 3 und 4 Jahren verfügen über Bestandteile biologischen Wissens  4-5-Jährige: Ein von anderen Wissensbereichen abgegrenztes Wissensgebiet der Biologie entwickelt sich
  • Seminar: • Domänenspezifische Ansätze schließen nicht aus, dass es übergreifende Mechanismen gibt! Transfer möglich• Bereichsspezifisch 1: Angeborene inputspezifische (sehr spezifisch!) kognitive Systeme (Wissensmodule), die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben und weitgehend erfahrungsunabhängig sind (Nativistischer Standpunkt)• Bereichsspezifisch 2: Denken basiert auf einer kleinen Anzahl distinktiver inhaltsspezifischer Wissensbereiche. Diese sind Grundlage für die weitere erfahrungsbasierte Entwicklung flexibler kognitiver Fähigkeiten (Kernwissenshypothese, Conceptual Change Ansatz)• Spelke nicht ganz ohne Conceptual Change, z.B. Wechsel von Repräsentationsebenen• Möglicherweise näher am ontogenetischen Entwicklungsverlauf als Piaget• Frühere Nachweise für entsprechendes Wissen (z.B. Objektpermanenz)• Noch ungeklärt: Werden von bereichsspezifischen Prinzipien auf allgemeine Prinzipien geschlossen oder andersherum (z.B. Kausalität)?• Versuch Tier mit Ball
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