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Entwixklungspsychologie 2 (Fach) / Piaget (Lektion)
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- Allgemeiin - Einzelne Begegnungen mit Menschen und Objekten führen zu allgemeinen Denkweisen zum Verständnis der Umwelt – konstruktivistisch- Denken verändert sich in Stadien- Kinder sind aktiv an ihrer Entwicklung beteiligt (Aufbau der Wissensbasis)- Hoher heuristischer Wert
- Persönliches - Geboren 1896 in der Schweiz- „Turbulente“ Familie -> Interesse an der Psychoanalyse- Schon früh wissenschaftliches Interesse- Befasst sich viel mit der Philosophie- Lernt Théodore Simon kennen- Führt Intelligenztests an Kindern durch -> Interesse an ihren Denkmustern erwacht- Wird Studienleiter in Genf- Insgesamt 40 Bücher und über 100 Artikel nur auf dem Gebiet der Kinderpsychologie
- Genetische Erkenntnismethode Wie sind die Beziehungen zwischen handelndem & denkendem Subjekt und den Gegenständen seiner Erfahrungen Zentrale Fragen: Wie erwerben wir Wissen? Gibt es objektives Wissen? Gibt es auch angeborene Ideen oder muss alles Wissen erlernt werden? „Genetisch“ im Sinne von Epigenese: Versuch, diese Frage mithilfe der Beobachtung von Wissenserwerb und -organisation zu beantworten Wichtige Kategorien: Zeit, Raum, Kausalität, Quantität (-> Für Kinder schwer zu begreifen! Empirische, nicht rein logische Beantwortung dieser Fragen (Verbindung von Philosophie und Empirismus) „Wissen ist kein Zustand, sondern ein Prozess“ „Menschen konstruieren ihr Wissen“, bestimmen, welche Form ihr Wissen annimmt, sind nicht passiv, interpretieren aktiv Informationen aus der Umwelt -> Wissen ist subjektiv „gefärbt“ - Interaktion zwischen Wissendem und Außenwelt
- Der Ansatz der Entwicklungsstadien Entwicklung vollzieht sich in Stadien „Stadium“ -> Zeitabschnitt, an dem das Denken und Verhalten des Kindes in vielfältigen Situationen eine spezifische geistige Grundstruktur wiederspiegelt, aufeinanderfolgende Ebenen der Anpassung Ein Stadium ist ein strukturiertes Ganzes im Gleichgewicht, Schemata in einem Stadium sind untereinander zu einem organisierten Ganzen verbunden Unterschiedliche Weltbilder zwischen den Stadien Qualitative Veränderung Jedes Stadium geht aus dem vorangegangenen hervor, transformiert es und bereitet das nachfolgende Stadium vor Vorangegangenes Stadium nicht mehr zugänglich (Fertigkeiten: Ja, Strukturen/Rolle dieser: Nein) -> Gegensatz zu Freud! Stadien bilden invariante Sequenz, kein Überspringen möglich Stadien sind universell (einzelne Verzögerungen, aber gleicher Ablauf) Stadien sind unterschiedlich „stabil“, Strukturen werden unorganisierter vor dem Eintritt in das nächste Stadium
- Methodologie Klinisches Gespräch zwischen Versuchsleiter und Versuchsperson Anfang macht der VL, lässt sich dann von Antworten des Kindes leiten Versuch, Suggestivfragen zu vermeiden Arbeit mit Gegenständen: Hat sich die Anzahl verändert? Bei Kleinkindern: Verhaltensbeobachtung Abstraktion: Allgemeine Muster finden (teilweise mehr als Beobachtung)
- Die einzelnen Stadien 1. Sensumotorisches Stadium/Periode (Geburt bis 2 Jahre) Kinder begreifen die Welt und deren manifeste, physische Einwirkungen Von Reflexen hin zu strukturierten Schemata 2. Präoperatives Stadium/Periode (2-7 Jahre) Kinder können nun auch Symbole (Wörter, Gesten, mentale Repräsentationen) verwenden, die an die Stelle von Objekten treten; zunehmend strukturierter Einsatz der Symbole 3. Konkret-operatives Stadium/Periode (7-11 Jahre) Kinder erwerben bestimmte logische Strukturen, die es ihnen ermöglichen, bestimmte geistige Operationen auszuführen, die internalisierte und reversible Handlungen darstellen 4. Formal-operatives Stadium/ Periode (11-15 Jahre) Geistige Operationen sind nicht mehr nur auf konkrete Objekte beschränkt, sondern finden nun auch Anwendung auf rein verbale oder logische Aussagen, auf das Hypothetische wie das Reale, die Zukunft wie die Gegenwart
- Das sensumotorische Stadium Mensch verfügt von Geburt an über verschiedene Reflexe und ererbte Formen der Interaktion mit der Umwelt Weltbild wird mithilfe des sensorischen (Wahrnehmung) und motorischen (Körperbewegungen) Systems aufgebaut Sechs Stufen beim Aufbau des sensumotorischen Denksystems 1. Stufe: Reflexmodifikation (Geburt bis 1 Monat) Neugeborene: Reflexe/“Integrierte Reaktionen“ Reflexe spezialisieren sich mit der Zeit Zunahme des Unterscheidungsvermögens Spontane Produktion von Reflexen Verhaltensweisen werden verstärkt, generalisiert und differenziert Erste Schemata 2. Primäre Zirkulärreaktionen (1-4 Monate) Verhalten, das oft wiederholt wird Erfolgreiche Wiederholung: Gewohnheit Primäre Zirkulärreaktionen: Eigener Körper im Mittelpunkt Bsp: Daumenlutschen 3. Sekundäre Zirkulärreaktionen (4-8 Monate) Nun von Interesse: Was sind die Auswirkungen auf die Umwelt? „Motorisches Erkennen“: Nicht die komplette Handlung wird beim Erblicken eines Objektes ausgeführt, sondern meist nur angedeutet Einfache Koordinationen von Schemata (z.B. Sehen und Greifen) 4. Koordination der sekundären Verhaltensschemata (8-12 Monate) Planung und Intentionalität entwickelt sich Unterscheidung zwischen Mittel und Zweck auch in neuen Situationen Schemata sind übertragbar Suppe vs. Saft-Bsp. (Kind weiß, dass Saft aus dem Glas und Suppe aus der Schale kommt) Ende erstes Lebensjahr: Objektpermanenz (auch wichtig für den Spracherwerb) Eigentlich schon vorher, hier bei manueller Suche 5. Tertiäre Zirkulärreaktionen (12-18 Monate) Kind als „Wissenschaftler“ Absichtliche Manipulation der „UV“ „Entdeckung neuer Mittel durch aktives Experimentieren“ Fähigkeiten: Z.B: Ziehen an einer Decke, auf der ein Spielzeug liegt, um an dieses zu gelangen 6. Erfindung neuer Mittel durch geistige Kombination (18-24 Monate) Voraussetzung des Übergangs ins präoperative Stadium Interne geistige Exploration Kind kann mentale Symbole verwenden und Objekte geistig abbilden (noch schwierig, einhergehend mit motorischen Handlungen) Kein „Trial-and-Error-Verhalten“ mehr Spontane Erfindung neuer Lösungen Manipulation von Vorstellungsbildern Nachahmung von Handlungen nach einer längeren Zeitspanne Differenzierung des Selbst in Abgrenzung zur Umwelt
- Sechs Stufen beim Aufbau des sensumotorischen Denksystems 1. Stufe: Reflexmodifikation (Geburt bis 1 Monat) 2. Primäre Zirkulärreaktionen (1-4 Monate) 3. Sekundäre Zirkulärreaktionen (4-8 Monate) 4. Koordination der sekundären Verhaltensschemata (8-12 Monate) 5. Tertiäre Zirkulärreaktionen (12-18 Monate) 6. Erfindung neuer Mittel durch geistige Kombination (18-24 Monate)
- Das sensumotorische Stadium Kommentar Entwicklung der Objektpermanenz (in 1. Und 2. Stufe noch nicht) Suche, wenn der Gegenstand halb oder vom Kind bedeckt wurde (3. Stufe) Durch Koordination der Schemata: Suche nach Gegenstand (4. Stufe) Allerdings: Am ursprünglichen Ort des Verschwindens (Gegenstand in Verbindung mit Position definiert) Auch bei unterschiedlicher Position, allerdings Schwierigkeiten mit unsichtbaren Positionsveränderungen (5. Stufe) Gegenstand wird weiter gesucht „muss irgendwo sein“ (6. Stufe) Konzepte wie Zeit, Raum und Kausalität in Zusammenhang mit Objektpermanenz
- Das Präoperative Stadium (2-7 Jahre) „Operation“: Flexible Handhabung mentaler Repräsentationen, die auch reversible geistige Aktivitäten beinhalten (in diesem Stadium noch PRÄoperativ, da noch nicht flexibel) Meilenstein der Entwicklung: Die semiotische Funktion: Fähigkeit, ein Objekt oder ein Phänomen durch ein anderes zu ersetzen Signifikanten: Wörter, Gesten, Objekte, Vorstellungsbilder Zwei Typen von Signifikanten: Symbole und Zeichen Symbole: Ähnlichkeit zum originalen Objekt, oft: Symbolisches Spiel Zeichen: Keine Ähnlichkeit (z.B. Wörter), für Kinder schwer zu begreifen Repräsentatives Denken (schneller und flexibler als sensumotorisches) Neue Kombinationen/ „Fantasie“: Monster im Dunkeln Piaget: Sprache ist keine Voraussetzung für repräsentatives Denken, sondern entsteht (genau andersherum) erst dadurch Z.B. zum Erlernen des Wortes „gleich“ muss Zeitverständnis vorhanden sein Kinder können keine reversiblen geistigen Operationen durchführen, z.B. Mental das Wasser wieder in den Ursprungsbehälter zurückkippen
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- Hauptmerkmale Präoperativen Denkens 1. Egozentrismus Unvollständige Unterscheidung zwischen Selbst und Außenwelt Welt wird aus der Perspektive des Selbst wahrgenommen und interpretiert Kein Verständnis, das andere Menschen eine andere Perspektive haben/ nicht das gleiche Wissen besitzen Kinder untereinander: Kollektiver Monolog 2. Rigidität des Denkens Zentrierung: Aufmerksamkeit wird nur auf das auffallendste Merkmal eines Objektes gerichtet Wasserbehälter-Beispiel: Zentrierung auf die Höhe Konzentration auf Zustände, nicht auf Übergänge, die diese Zustände verbinden Gegen Ende des präoperativen Stadiums: Positive Veränderung, Rigidität wird schwächer: Gruppierung, Regulierung und Identität Probleme bei Funktionen: Eine Größe hängt von der anderen ab, z.B. je länger ich am Seil ziehe, desto weiter geht der Vorhang auf -> Kind erkennt hier noch nicht die richtigen Maßstäbe Probleme bei der Regulierung: Dezentrierter geistiger Akt, noch keine Zusammenführung aller Informationen Identität: Ein Gegenstand ist unter anderen Umständen immer noch derselbe (z.B. selbes Wasser, andere Form) 3. Prälogisches Schlussfolgern Kind versucht, die Natur um ihn herum zu erklären, vergleicht z.B. die Sonne mit den Menschen („Sie ist da, weil wir da sind, sie lebt, weil wir auch leben.“) Ereignisse sind noch nicht logisch in Beziehung gesetzt 4. Begrenzte soziale Kognition Im Egozentrismus begründete Defizite in der Übernahme verschiedener Rollen und Kognitionen Moral: Nur Beziehen auf äußere Variablen, z.B. Schaden und Strafe, innere Gründe werden nicht mitbedacht (helfen wollen und 15 Tassen umstoßen ist schlimmer als einen Keks klauen und dabei eine Tasse umstoßen) -> ENDZUSTANDSORIENTIERUNG 5. Defizitäres Kategorienwissen- Animismus, Übergeneralisierungen etc.
- Hauptmerkmale Präoperativen Denkens Überblick 1. Egozentrismus 2. Rigidität des Denkens 3. Prälogisches Schlussfolgern 4. Begrenzte soziale Kognition 5. Defizitäres Kategorienwissen
- Das konkret-operative Stadium (7-11 Jahre) Alter der „Vorbereitung und Vollendung konkreter Operationen“ (Bezug vor allem auf konkret wahrnehmbare Objekte. Diese Objekte müssen dabei aber nicht aktuell gegenwärtig sein.) Vorbereitung der „Operationen“ Operation: Verinnerlichte Handlung und Teil einer organisierten Struktur Repräsentationen sind nicht mehr isoliert, sondern entwickeln ein Eigenleben Wasserbeispiel: Erhaltungsbegriff nötig Formen der Operation: Reversibilität: Wenn ich das Wasser wieder zurückschütten würde, wäre es wieder so hoch wie vorher Komposition sich kompensierender Bedingungen: Das Wasser steigt höher, aber das Glas ist auch enger Addition- Subtraktion: Es wurde kein Wasser hinzugefügt und keines weggenommen Multiplikation und Division Ordnen (kleiner/größer als) Substitution: Etwas ist in etwas anderem gleich Operationen werden auf viele Situationen angewandt Inklusion von Klassen (braune und weiße Holzperlen -> Gibt es mehr braune, oder mehr Holzperlen?) Operationen lassen sich auch auf Beziehungen anwenden (Wenn Tom größer ist als Tim,und Tim größer als Max, dann ist Tom auch größer als Max) Präoperative Kinder: zeichnen Flüssigkeit so, konkret operative Kinder zeichnen Flüssigkeit parallel zur Erdoberfläche (größerer Kontext) Berücksichtigung von Intentionen bei moralischem Urteil Bewusstsein für subtile soziale Beziehungen Operationen entwickeln sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten manifestieren sich erst über einen gewissen Zeitraum hinweg Mentale Operationen, aber: Befassen mit dem was ist und nicht mit dem, was sein könnte Verständnis für Humor (duale Repräsentationen) Probleme mit Abstrakta
- Das konkret-operative Stadium (7-11 Jahre) Formen der Operation: Reversibilität: Wenn ich das Wasser wieder zurückschütten würde, wäre es wieder so hoch wie vorher Komposition sich kompensierender Bedingungen: Das Wasser steigt höher, aber das Glas ist auch enger Addition- Subtraktion: Es wurde kein Wasser hinzugefügt und keines weggenommen Multiplikation und Division Ordnen (kleiner/größer als) Substitution: Etwas ist in etwas anderem gleic
- Das formal-operative Stadium (11-15) Aufstellen von Hypothesen und Behauptungen möglich Denken ist abstrakt, logisch und hypothetisch-deduktiv Propositionales Denken möglich (Verstehen, dass der andere eine andere „Wahrheit“ als man selber hat und Denken individuell ist) Bsp.: Pendelaufgabe: Was bestimmt die Geschwindigkeit? -> Anwenden der wissenschaftlichen Methode: Systematische Veränderung eines Faktors und Konstanthaltung aller anderen Faktoren Bewertung von Syllogismen, mathematisch-geometrische Beweise etc. Herausbildung solcher Denkmechanismen erfordert keinen Unterricht im schulischen Kontext Piaget erstellt Katalog mit 16 elementaren Operationen U.a. Konjunktion und Disjunktion: 1. Zwei Faktoren gehen miteinander einher; 2. Es gibt drei Möglichkeiten: x und y, x und nicht y, y und nicht x Zukunftsvorstellungen auch im sozialen Bereich Idealistischer Egozentrismus: Überschätzen die Kraft der Gedanken, unterschätzen (bis zum Antritt ihrer ersten Arbeitsstelle) das Praktische Reflektion über eigenes (und fremdes) Handeln und Denken möglich Über 15 Jahre: Keine Veränderungen der Denkstrukturen mehr, sondern nur der Inhalte
- Gedächtnis Kinder sollen sich an unterschiedlich lange Stäbe erinnern und diese zeichnen. 3-4-jährige zeichnen ein paar gleich lange Striche; 5-6-jährige ein paar lange und ein paar kurze und erst 7-jährige können sich korrekt erinnern -> Geistige Operation der Größenverhältnisse für eine korrekte Erinnerung notwendig Halbes Jahr später: Auch Kinder, die vorher falsch gezeichnet hatten, erinnern sich nun richtig -> Verbesserung des Gedächtnisses durch Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten! (Kinder sind auf neuer Stufe) Erinnern ist aktives Verstehen!
- Mechanismen der Entwicklung - Nicht nur große Stufen, sondern auch kleine Entwicklungsschritte müssen erklärt werden
- Kognitive Organisation Organisation: Tendenz des Denkens, integrierte Systeme auszuformen, deren einzelne Teile sich zu einem Ganzen verbinden Parallelen zur Biologie: Kreislauf-, Verdauungssystem etc. Unabhängig, aber Interaktion Zwischen den Stadien: Strukturelle Veränderungen der kognitiven Organisation
- Kognitive Adaptation Interaktion zwischen Organismus und Umwelt Angeborene Tendenz, sich an seine Umwelt anzupassen „Indem sich das Denken den Dingen anpasst, strukturiert es sich selbst, indem es sich selbst strukturiert, strukturiert es auch die Dinge.“
- Anpassung Besteht aus 2 komplementären Prozessen: Assimilation und Akkommodation, die aber miteinander verflochten sind -> Es entsteht Adaption (z.B. durch Kennenlernen eines neuen Objekts) „Adaptation entsteht dann, wenn Assimilation und Akkommodation auf die Äquilibration hinarbeiten“ Durch Veränderungen des Organismus oder der Umwelt entsteht ein Ungleichgewicht, das ausgeglichen werden muss Assimilation: Individuum passt die Realität in seine aktuelle kognitive Organisation ein Biologisches Bsp.: Nahrungsaufnahme, Essen wird zu Energie Tritt in allen Stadien der Entwicklung auf 1. Reproduktive (oder funktionale) Assimilation: Kinder üben Schemata durch Anwendung -> Konsolidierung (wiederholtes Saugen) 2. Generalisierende Assimilation: Spanne der Stimuli, die zu einem Thema assimiliert werden können, vergrößert sich (Saugen auch an Decken, Fingern, etc.) 3. Wiedererkennende Assimilation: Viele Objekte werden gleichzeitig mit der Generalisierung der Schemata differenziert. Kinder „erkennen“ ein Objekt, wenn sie es adäquat assimilieren (Saugen bei Hunger an der Brustwarze, wenn satt an der Decke) 4. Gegenseitige Assimilation der Schemata. Umfassenderes, stärker organisierteres Schema wird gebildet (Saugen in Kombination mit Greifen von Gegenständen) Akkommodation: Anpassung der kognitiven Organisation an die Erfordernisse der Umwelt Biologisches Bsp.: Anpassung des Menschen an die Nahrung (Mund öffnen, Kauen, etc.) Berücksichtigung der Eigenschaften von Objekten Dann, wenn sich etwas nicht mit den vorhandenen Strukturen erklären lässt Beides nur in kleinen Schritten möglich, Adaption nur dann, wenn etwas den vorhandenen Denkstrukturen bereits ähnlich ist
- Anpassung Beispiel: Magnet 1. Stufe: Geschmack, Geräusch beim Fallenlassen etc. 2. Stufe: Manche Dinge „kleben“ am Magneten, „sind besonders klebrig“ 3. Stufe: Bestimmte Eigenschaften notwendig, Bedingungen testen 4. Stufe: Verstehen der abstrakten Magnetismus-Theorie Kein sofortiger Sprung zu 4. möglich
- Kognitive Äquilibration Entsteht aus Organisation und Adaption Tendenz, das eigene Denken und Verhalten mit der Umwelt in Einklang zu bringen Jeder Organismus strebt nach Gleichgewicht mit der Umwelt und sich selbst Gleichgewicht: Z.B. In Einklang bringen der verschiedenen Informationen der Wasserspiegel-Aufgabe Drei verschiedene Dauern von Äquilibration 1. Von Augenblick zu Augenblick, Ausgleich von Assimilation und Akkommodatio 2.Entwicklung, die auf eine Vervollkommnung der einzelnen Entwicklungsstadien ausgerichtet ist. Zu Beginn eines Stadiums: Ungleichgewicht, am Ende: ausgewogener; Gleichgewicht in immer höherem Abstraktionsniveau 3. Gesamter Verlauf der Kognitiven Entwicklung, immer „bessere“ Formen des Gleichgewichts, jedes Stadium hebt sich selbst durch sein Ungleichgewicht auf
- Piagets Standpunkt zu grundlegenden Fragen der Entwicklung 1. Die menschliche Natur Organismische Weltsicht -> Organismus, der von sich heraus aktiv ist; sich selbst steuernde, organisierte Gesamtheit Konstruktivismus Strukturierung (Tendenz, einzelne Beobachtungen in kohärente Wissenssysteme zu integrieren) 2. Qualitative vs. Quantitative Entwicklung Beschreibt beides, aber Fokus auf qualitativen Veränderungen -> Wandel der gesamten kognitiven Struktur Qualitativ: Übergänge zwischen den Stadien Quantitativ: Verbesserung von Schemata Baut aufeinander auf, z.B. ermögliche eine qualitative Veränderung mehrere quantitative Veränderungen und andersherum Kleiner zeitlicher Maßstab: Viele kleine quantitative Veränderungen, großer Maßstab: Qualitative Veränderungen 3. Vererbung vs. Umwelt Interaktionistisch Angeborenes: Anatomische und physiologische Eigenschaften des Körpers, Reflexe, körperliche Reifung, invariante Funktionen, die Fähigkeit, wahrzunehmen, zu handeln und aus Erfahrung zu lernen; Motivation zur Adaption und Strukturierung, Äquilibration ist angeboren! Umwelt: Jede Art von Erfahrung, die das Kind macht Formel der Interaktion:Entwicklung = Körperliche Reifung +Erfahrung der physikalischen Außenwelt +Soziale Erfahrung + Äquilibration 1. Z.B. zerebrale Entwicklungen einhergehend mit Piagets Stufen 2. Logisch-mathematische Erfahrung: Eigenes Einwirken auf andere Objekte wird reflektiert (z.B. gleich viele Steine, egal, wie ich sie hinlege) 3. Soziale Erfahrung: Auswirkungen des kulturellen oder erzieherischen Umfelds - -> Gleiche, allgemeingültige Stadien, aber unterschiedliche Zeiträume/Ausprägungen je nach Kultur/sozialem Umfeld (gleiche Motivation zur Äquilibration) 4. Interaktion von angeborenen Faktoren und Umwelteinflüssen Kindliche Intelligenz ist immer aktiv und selbstregulierend Notwendig: Bereitschaft, richtiger Zeitpunkt 4. Was entwickelt sich? Strukturelle Veränderung! Schemata, Regulierungen, Funktionen, mathematisch-logische Schlussfolgerungen etc.
- Piagets Standpunkt zu grundlegenden Fragen der Entwicklung 1. Die menschliche Natur Organismische Weltsicht -> Organismus, der von sich heraus aktiv ist; sich selbst steuernde, organisierte Gesamtheit Konstruktivismus Strukturierung (Tendenz, einzelne Beobachtungen in kohärente Wissenssysteme zu integrieren)
- Piagets Standpunkt zu grundlegenden Fragen der Entwicklung 2. Qualitative vs. Quantitative Entwicklung Beschreibt beides, aber Fokus auf qualitativen Veränderungen -> Wandel der gesamten kognitiven Struktur Qualitativ: Übergänge zwischen den Stadien Quantitativ: Verbesserung von Schemata Baut aufeinander auf, z.B. ermögliche eine qualitative Veränderung mehrere quantitative Veränderungen und andersherum Kleiner zeitlicher Maßstab: Viele kleine quantitative Veränderungen, großer Maßstab: Qualitative Veränderungen
- 3. Vererbung vs. Umwelt Interaktionistisch Angeborenes: Anatomische und physiologische Eigenschaften des Körpers, Reflexe, körperliche Reifung, invariante Funktionen, die Fähigkeit, wahrzunehmen, zu handeln und aus Erfahrung zu lernen; Motivation zur Adaption und Strukturierung, Äquilibration ist angeboren! Umwelt: Jede Art von Erfahrung, die das Kind macht Formel der Interaktion:Entwicklung = Körperliche Reifung +Erfahrung der physikalischen Außenwelt +Soziale Erfahrung + Äquilibration 1. Z.B. zerebrale Entwicklungen einhergehend mit Piagets Stufen 2. Logisch-mathematische Erfahrung: Eigenes Einwirken auf andere Objekte wird reflektiert (z.B. gleich viele Steine, egal, wie ich sie hinlege) 3. Soziale Erfahrung: Auswirkungen des kulturellen oder erzieherischen Umfelds- -> Gleiche, allgemeingültige Stadien, aber unterschiedliche Zeiträume/Ausprägungen je nach Kultur/sozialem Umfeld (gleiche Motivation zur Äquilibration) 4. Interaktion von angeborenen Faktoren und Umwelteinflüssen Kindliche Intelligenz ist immer aktiv und selbstregulierend Notwendig: Bereitschaft, richtiger Zeitpunkt
- 4. Was entwickelt sich? - Strukturelle Veränderung! Schemata, Regulierungen, Funktionen, mathematisch-logische Schlussfolgerungen etc.
- Metatheoretische Klassifikation 2 wichtige Modelle: Äquilibration, logisch-mathematisches Modell Modell der Äquilibration: Dynamisches Gleichgewichtsmodell -> Austausch zwischen System und Umwelt Zentrale Rolle des Gleichgewichts Anwendung logisch-mathematischer Strukturen im konkreten und formal-operativen Denken -> nicht exakt so, aber sehr ähnlich Inklusion: Rechnen und Schlussfolgern mit Mengen und Teilmengen Erklärungen: Alles ist so möglich, aber nicht zwingend dieses exakte Modell bei allen Kindern Genügt nicht ganz den Ansprüchen an eine deduktive Theorie, nicht hinreichend formalisiert Keine logische Ableitung von allgemeinen Aussagen zu Stadien zu konkreten Hypothesen Manche Aussagen sind vage (z.B. Äquilibration) Deduktiver Teil: logisch-mathematisches Modell Eigentlich kaum induktiv Springt von Tatsachen zur Theorie und umgekehrt
- Kritik an der Theorie - Piaget selbst sieht sie als „unendgültig“ an
- Stärken der Theorie 1. Die zentrale Rolle der Kognition Großen Einfluss auf das Feld der Entwicklungspsychologie Damals (50er und 60er Jahre): Behaviorismus, Entwicklungspsychologen beschäftigen sich oft mit pathologischer Praxis Piaget: Kleine SPn, keine standardisierten Tests, keine statistischen Analysen, sondern naturkundliche Beobachtungen 1963 Übersetzung seiner Werke ins Englische, großes Publikum 60er und 70er viel Bezugnahme auf Piagets Theorien 2. Der integrative und heuristische Wert Piagets Theorie Beides hoch Integrativer Wert: Soll Beobachtungstatsachen integrieren Konstruiert eine kontinuierliche Grundstruktur für augenscheinlich unzusammenhängende Tatsachen Heuristik: Prägt auch in anderen Teilgebieten der Psychologie das „aktive Kind“ Ebenfalls: Invariante Abfolge von Stadien, spätere Stadien bauen auf früheren auf und integrieren diese Theorie: Kinder suchen von sich aus den stimulierenden Reiz Das Denken von Grundschulkindern hat Ähnlichkeit mit logisch-mathematischen Strukturen Die „falschen“ Vorstellungen von Vorschulkindern über die Welt sind symptomatisch für forschendes Denken -> Versuch, die Welt zu begreifen Kognitive Entwicklung hängt zum größten Teil nicht von unserer Sprachentwicklung ab Kinder bringen sich vieles selbst bei 3. Die Entdeckung überraschender Merkmale im kindlichen Denken Erster, der sich mit dem (Mangel an) Objektpermanenz befasst Neue Phänomene aufgedeckt, Denkweise von Kindern in den Vordergrund gerückt 4. Der breite Anwendungsbereich Große Anwendungsbreite Nicht nur kognitive Entwicklung, diese erklärt auch Phänomene anderer Bereiche wie der sozialen Entwicklung Schnittmengen mit Erkenntnistheorie, Wissenschaftsphilosophie und Pädagogik 5. Die ökologische Validität Nahe an Alltagserfahrungen Mittelpunkt: Adaption der Kinder an die Welt Ökologische Validität bei Kleinkindern höher (manifestiertes Verhalten) als in späteren Stadien (Fragen und Aufgabenstellungen)
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- Schwächen der Theorie 2. Der integrative und heuristische Wert Piagets Theorie Beides hoch Integrativer Wert: Soll Beobachtungstatsachen integrieren Konstruiert eine kontinuierliche Grundstruktur für augenscheinlich unzusammenhängende Tatsachen Heuristik: Prägt auch in anderen Teilgebieten der Psychologie das „aktive Kind“ Ebenfalls: Invariante Abfolge von Stadien, spätere Stadien bauen auf früheren auf und integrieren diese Theorie: Kinder suchen von sich aus den stimulierenden Reiz Das Denken von Grundschulkindern hat Ähnlichkeit mit logisch-mathematischen Strukturen Die „falschen“ Vorstellungen von Vorschulkindern über die Welt sind symptomatisch für forschendes Denken -> Versuch, die Welt zu begreifen Kognitive Entwicklung hängt zum größten Teil nicht von unserer Sprachentwicklung ab
- Schwächen der Theorie 3. Die Entdeckung überraschender Merkmale im kindlichen Denken Erster, der sich mit dem (Mangel an) Objektpermanenz befasst Neue Phänomene aufgedeckt, Denkweise von Kindern in den Vordergrund gerückt
- Stärken der Theorie 1. Die zentrale Rolle der Kognition Großen Einfluss auf das Feld der Entwicklungspsychologie Damals (50er und 60er Jahre): Behaviorismus, Entwicklungspsychologen beschäftigen sich oft mit pathologischer Praxis Piaget: Kleine SPn, keine standardisierten Tests, keine statistischen Analysen, sondern naturkundliche Beobachtungen 1963 Übersetzung seiner Werke ins Englische, großes Publikum 60er und 70er viel Bezugnahme auf Piagets Theorien
- Stärken der Theorie 4. Der breite Anwendungsbereich Große Anwendungsbreite Nicht nur kognitive Entwicklung, diese erklärt auch Phänomene anderer Bereiche wie der sozialen Entwicklung Schnittmengen mit Erkenntnistheorie, Wissenschaftsphilosophie und Pädagogik
- Metatheoretische Klassifikation 5. Die ökologische Validität Nahe an Alltagserfahrungen Mittelpunkt: Adaption der Kinder an die Welt Ökologische Validität bei Kleinkindern höher (manifestiertes Verhalten) als in späteren Stadien (Fragen und Aufgabenstellungen)
- Stärken der Theorie kurz 1. Die zentrale Rolle der Kognition2. Der integrative und heuristische Wert Piagets Theorie3. Die Entdeckung überraschender Merkmale im kindlichen Denken4. Der breite Anwendungsbereich5. Die ökologische Validität
- Schwächen der Theorie 1. Unzureichende Bestätigung des Stadienbegriffs Gibt es überhaupt verschiedene Stadien? Ist dies nicht eine vereinfachte Sichtweise? Piaget: Stadien sind psychologisch real und nicht nur zur Veranschaulichung Piaget: Erwerb kognitiver Strukturen ist unumgänglich Befunde: Gegen den streng strukturalistischen Stadienbegriff, unterschiedlich für verschiedene Fähigkeiten (Materialerhaltung z.B. ein Jahr vor Gewichtserhaltung, bei manchen Materialien früher als bei anderen) Piaget erklärt nicht, wann und wieso eine bestimme Struktur in einem Inhaltsgebiet zum Ausdruck kommt, oder nicht Wann ist Generalisierung zu erwarten und wann nicht? -> Stadienbegriff falsch oder lediglich unvollständig? Zu „steril mathematisch“? Verbesserungsvorschläge von Flavell: Qualitative Unterschiede entstehen eher durch kleine quantitative Verbesserungen; Kognitive Entwicklung ist ein sich ständig erweiternder Prozess; Konzepte und Strukturen eines Stadiums sind in ihrer Entwicklung nur annähernd synchron; AM ENDE: durchstrukturiertes Stadium, auch wenn vorher asynchron; Alltagsdenken eher kognitiv homogen als in Prüfungssituationen Selbst wenn Stadien nicht ganz so eng definiert sind wie bei Piaget, bieten diese immer noch einen stabilen Rahmen, wahrscheinlich eher für einen inhaltlichen Bereich Ähnlich: Theoriebasierte Ansätze, Theory of Mind 2. Unzureichende Erklärung für Mechanismen der Entwicklung Fehlende Erklärung, warum und wie sich etwas entwickelt/verändert Wie finden Kinder bei einem Widerspruch in ihrer Erklärung die richtige Lösung? Studien zu Übungen, Kindern neue Konzepte beizubringen liefern auch wenig Erklärung -> Wenn Kinder etwas durch so ein Training lernen, heißt das nicht, dass der Lernprozess im Alltag auch so stattgefunden hätte Handlungen (z.B. Trainingseffekte) können auch durch andere Theorien erklärt werden, mit zunehmendem Alter: Lernen durch Üben 3. Bedarf nach einer Theorie der Performanz Erklärung fehlt, wie kognitive Strukturen in Verhalten umgewandelt werden (Performanztheorie) Wichtige Rollen spielen auch Gedächtnis, Sprachvermögen, Aufmerksamkeit Z.B. viel Kognitive Arbeit bei der Invarianzaufgabe notwendig (Verstehen, was verlangt ist; ausblenden anderer Faktoren; Zählen; Enkodieren; Beobachten des VL; Erinnern an den Anfang; Erinnern an Transformationsregeln und Erfahrungen damit; nach Regel suchen; anwenden; auf die richtige Antwort schließen; diese verbalisieren) Piaget: Kein Fokus hierauf Andere Forscher ergänzen hier 4. Vernachlässigung der sozialen und emotionalen Aspekte der Entwicklung Interessierte sich kaum für soziokulturell und historisch bedingte Einflüsse von Emotionen Auch nicht für die kognitive Entwicklung einzelner Menschen oder die Entwicklung sozialer Phänomene Keine Geschlechts-, Kultur-, Persönlichkeits- oder Milieuunterschiede („unwichtig“) Zwei Befragungen: Andere Antwort nicht zwingend durch kognitive Transformation Emotionen als „Energiequelle“ für Verhalten -> Beeinflussen die Inhalte, auf die Kognitive Strukturen angewandt werden Andere Forscher ergänzen auf dem Feld der sozialen Kognition 5. Methodologische und Stilistische Unzulänglichkeiten Kleine Stichprobe (3 eigene Kinder), subjektiv Mangelnde Reliabilitätsprüfung (alleine) Halbstandardisiertes Verfahren Keine Kontrolle der Bedingungen/Umwelt Allerdings: Spätere Forschung: Gleiche Stufen, evtl. unterschiedliches Alter Klinische Methode: Zu starke/leichte Steuerung Fragen leicht unterschiedlich -> Unwissenschaftlich Unklar: Verstehen die Kinder die Testinstruktionen? Verbalisierungsprobleme? -> Unterschätzung der kognitiven Fähigkeiten? Potentielle Vorformen von Piagets Annahmen entdeckt (z.B. zählen weniger Gegenstände) Piaget: Will „positive Irrtümer“ (Beta-Fehler) vermeiden Beobachtung > Statistik Stichprobenartige Ausdiskussion einzelner Protokolle – repräsentativ?
- Schwächen der Theorie 1. Unzureichende Bestätigung des Stadienbegriffs Gibt es überhaupt verschiedene Stadien? Ist dies nicht eine vereinfachte Sichtweise? Piaget: Stadien sind psychologisch real und nicht nur zur Veranschaulichung Piaget: Erwerb kognitiver Strukturen ist unumgänglich Befunde: Gegen den streng strukturalistischen Stadienbegriff, unterschiedlich für verschiedene Fähigkeiten (Materialerhaltung z.B. ein Jahr vor Gewichtserhaltung, bei manchen Materialien früher als bei anderen) Piaget erklärt nicht, wann und wieso eine bestimme Struktur in einem Inhaltsgebiet zum Ausdruck kommt, oder nicht Wann ist Generalisierung zu erwarten und wann nicht? -> Stadienbegriff falsch oder lediglich unvollständig? Zu „steril mathematisch“? Verbesserungsvorschläge von Flavell: Qualitative Unterschiede entstehen eher durch kleine quantitative Verbesserungen; Kognitive Entwicklung ist ein sich ständig erweiternder Prozess; Konzepte und Strukturen eines Stadiums sind in ihrer Entwicklung nur annähernd synchron; AM ENDE: durchstrukturiertes Stadium, auch wenn vorher asynchron; Alltagsdenken eher kognitiv homogen als in Prüfungssituationen Selbst wenn Stadien nicht ganz so eng definiert sind wie bei Piaget, bieten diese immer noch einen stabilen Rahmen, wahrscheinlich eher für einen inhaltlichen Bereich Ähnlich: Theoriebasierte Ansätze, Theory of Mind
- Schwächen der Theorie 2. Unzureichende Erklärung für Mechanismen der Entwicklung Fehlende Erklärung, warum und wie sich etwas entwickelt/verändert Wie finden Kinder bei einem Widerspruch in ihrer Erklärung die richtige Lösung? Studien zu Übungen, Kindern neue Konzepte beizubringen liefern auch wenig Erklärung -> Wenn Kinder etwas durch so ein Training lernen, heißt das nicht, dass der Lernprozess im Alltag auch so stattgefunden hätte Handlungen (z.B. Trainingseffekte) können auch durch andere Theorien erklärt werden, mit zunehmendem Alter: Lernen durch Üben
- Schwächen der Theorie 3. Bedarf nach einer Theorie der Performanz Erklärung fehlt, wie kognitive Strukturen in Verhalten umgewandelt werden (Performanztheorie) Wichtige Rollen spielen auch Gedächtnis, Sprachvermögen, Aufmerksamkeit Z.B. viel Kognitive Arbeit bei der Invarianzaufgabe notwendig (Verstehen, was verlangt ist; ausblenden anderer Faktoren; Zählen; Enkodieren; Beobachten des VL; Erinnern an den Anfang; Erinnern an Transformationsregeln und Erfahrungen damit; nach Regel suchen; anwenden; auf die richtige Antwort schließen; diese verbalisieren) Piaget: Kein Fokus hierauf Andere Forscher ergänzen hier
- Schwächen der Theorie 4. Vernachlässigung der sozialen und emotionalen Aspekte der Entwicklung Interessierte sich kaum für soziokulturell und historisch bedingte Einflüsse von Emotionen Auch nicht für die kognitive Entwicklung einzelner Menschen oder die Entwicklung sozialer Phänomene Keine Geschlechts-, Kultur-, Persönlichkeits- oder Milieuunterschiede („unwichtig“) Zwei Befragungen: Andere Antwort nicht zwingend durch kognitive Transformation Emotionen als „Energiequelle“ für Verhalten -> Beeinflussen die Inhalte, auf die Kognitive Strukturen angewandt werden Andere Forscher ergänzen auf dem Feld der sozialen Kognition
- Schwächen der Theorie 5. Methodologische und Stilistische Unzulänglichkeiten Kleine Stichprobe (3 eigene Kinder), subjektiv Mangelnde Reliabilitätsprüfung (alleine) Halbstandardisiertes Verfahren Keine Kontrolle der Bedingungen/Umwelt Allerdings: Spätere Forschung: Gleiche Stufen, evtl. unterschiedliches Alter Klinische Methode: Zu starke/leichte Steuerung Fragen leicht unterschiedlich -> Unwissenschaftlich Unklar: Verstehen die Kinder die Testinstruktionen? Verbalisierungsprobleme? -> Unterschätzung der kognitiven Fähigkeiten? Potentielle Vorformen von Piagets Annahmen entdeckt (z.B. zählen weniger Gegenstände) Piaget: Will „positive Irrtümer“ (Beta-Fehler) vermeiden Beobachtung > Statistik Stichprobenartige Ausdiskussion einzelner Protokolle – repräsentativ?
- Schwächen der Theorie kurz 1. Unzureichende Bestätigung des Stadienbegriffs 2. Unzureichende Erklärung für Mechanismen der Entwicklung 3. Bedarf nach einer Theorie der Performanz 4. Vernachlässigung der sozialen und emotionalen Aspekte der Entwicklung 5. Methodologische und Stilistische Unzulänglichkeiten
- Piagets eigene Revision an seiner Theorie - Äquilibrationsprozess: Drei Möglichkeiten und Vorgehensweisen (keine logische Notwendigkeit mehr) Kinder verstehen, dass etwas Verborgenes mehrere Möglichkeiten haben könnte (z.B. Farben, Spektrum des möglich Vorstellbaren wird immer größer) Klärung von Widersprüchen auf immer höherem Niveau (Scheibenexperiment) Sinnlogik und Kategorientheorie hinzugefügt -> Von einer Handlung auf eine andere schließen Entdecken der Korrespondenz zwischen zwei Objekten (Ähnlichkeit) führt zum Entdecken einer Transformation (Bild und Bild verkehrtherum -> Drehen) Stadienbegriff unbedeutender, Entwicklung als Spirale
- Die Neo-Piagetaner Gehen auch von aufeinanderfolgenden Stufen und strukturellen Veränderungen aus Zählen teils auch noch zu den Strukturalisten, allerdings schwammig Bereichsspezifische Konzepte Robin Case Wichtig: Kapazität des Gedächtnisses (auch in Theorie der Informationsverarbeitung) Hier wichtig: Kapazität! Neurologische Reifungsprozesse (Myelinisierung) Kinder als Problemlöser Verschiedene Schritte: Zielsetzung (Zahl bestimmen), Aktivation von Verfahren, dieses Ziel zu erreichen (Zählverfahren), Bewertung der Strategien (markieren der richtigen Lösungsfolge), integrieren dieses Verfahrens in den Gedächtnisspeicher Allgemeine Problemlöseprozesse: Untersuchen, beobachten, imitieren von anderen Personen, interagieren mit anderen. Stadien nach Case:
- Neopiagetianer Phasen 1. Sensumotorisches Verarbeitungsstadium: (Geburt bis 1,5) Die mentalen Repräsentationen werden mit Körperbewegungen verbunden. Am Ende dieses Stadiums verstehen Säuglinge den Zusammenhang zwischen zwei Handlungseinheiten: Aktion und Reaktion. 2. Interrelationales Verarbeitungsstadium: (1,5 bis 5): Kinder entdecken und koordinieren (bipolare) Relationen zwischen Objekten, Phänomenen oder Personen 3. Dimensionales Verarbeitungsstadium: (5 bis 11): Kinder leiten die Dimensionen der Bedeutung aus der äußeren und sozialen Welt ab. Quantitativer Vergleich zweier Dimensionen 4. Abstraktes Verarbeitungsstadium: (11 bis 18,5) Kinder erwerben abstrakte Denksysteme, quantitative Schlüsse über Proportionen, Rückschlüsse auf psychologische Merkmale anderer Personen Auch wichtig: Veränderung innerhalb eines Stadiums Beurteilung auch von anderen Elementen