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Klinische Psychologie, Störungen (Fach) / Angststörungen (Lektion)

VL8 - 12

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  • Manifestationsebenen der Angst Gefühlsmäßig (Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Furcht, Resignation) Körperlich / physiologisch (Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Zittern) Verhaltensbezogen (Flüchten, Hilfesuchen, Vermeiden, Medikamenteneinnahme) Gedanklich / interpretierend ("Ich verliere die Kontrolle.", "Ich falle in Ohnmacht.", ...)
  • Was lässt sich zur diagnostischen Klassifikation von Angst sagen? Gemeinsamkeiten (Angstreaktion, Leiden, Vermeiden)ABER phänomenologische Unterscheidung der Angststörungen nach Beginn Verlauf Risiken Komplikation Ansprechen auf Therapie
  • Was sind Panikattacken? = häufiges & relativ unspezifisches psychopathologisches Problem für das Vorliegen einer psychischen Störung (nicht immer unbedingt Anzeichen für Panikstörung) können auftreten als intensive prototypische Angstreaktion bei allen Angststörungen Nebenphänomene anderer psychischer Störungen (depressive Episoden) Folge psychotroper Substanzen bei psychotischen Erkrankungen bei endokrinen & kardiovaskulären Erkrankungen
  • Wichtige Neuerungen im DSM-5 Zwangsstörung und PTBS nun in jeweils eigenstädnigen Kapiteln→ nicht mehr subsummiert unter Angststörungen Panikstlrung sowie Agoraphobie nun zwei separate Störungen Agora, soziale und spez. Phobie: Wegfall d. Krit. "Betroffener erkennt, dass Angst übertrieben und unvernünftig" Zeit-Krit. 6 Monate gilt nun für alle Betroffenen (nicht nur Kinder)
  • Symptome generalisierte Angststörung nach DSM-IV und ICD-10 ICDVier Symptome aus 6 Bereichen, dabei mindestens ein vegetatives Vegetative Symptome Symptome, die Thorax & Abdomen betreffen Psychische Symptome Allgemeine Symptome Symptome der Anspannung Andere unspezifische Symptome DSMdrei von 6 Symptomen Ruhelosigkeit, "Auf-dem-Sprung-sein" leichte Ermüdbarkeit Konzentrationsschwierigkeiten, Leere Reizbarkeit Muskelspannung Schlafstörungen
  • Ausschlusskriterien Generalisierte Angststörung nach ICD-10 und DSM-IV ICD Störung erfüllt nicht die Kriterien für Panikstlrung, phobische Störung, Zwangsstörung, hypochondrische Störung, organische Krankheit Störung ist nicht auf organische Krankheit, organische psychische Störung oder durch psychotrope Substanzen bedingte Störung zurückzuführen DSM Angst & Sorgen sich nicht auf Merkmale einer anderen Achse-I-Störung beschränkt Angst und Sorgen treten nicht ausschließlich im Verlauf einer PTBS, affektiven Störung, psychotischen Störung oder tiefgreifenden Entwicklungsstörung auf Störungsbild geht nicht auf die direkte Wirkung einer Substanz oder eines MKF zurück
  • Spezifische Charakteristika für spezifische Phobien. Auftreten der Ängste beschränkt auf bestimmte Objekte und Situationen wie Tiere, Dunkelheit, Höhen, usw. Ausmaß der Einschränkung abhängig von der Vermeidbarkeit der phobischen Objekte / Situationen
  • Spezifische Charakteristika für soziale Phobien. irrationale Angst vor negativer Bewertung durch andere unangemessene Ängste in öffentlichen Situationen kann sich auf abgegrenzte Situationen beschärnken oder generalisieren
  • Spezifische Charakteristika für GAS. übertriebene, unrealistische, andauernde Sorgen, Ängste & Befürchtungen in Bezug auf vielfältige Aspete des Lebens - "frei flottierend" bspw. permanentes Befürchten von Unglücksfällen / Krankheiten für eigene Person pder nahestehende Andere
  • Spezifische Charakteristika für Agoraphobie. Angst vor Situationen, in denen Mensch sich hilflos, überfordert, eigeengt fühlt & Flucht in sichere Umgebung schwer möglich erscheint (Angst vor dem Verlassen des Hauses, Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel, ...)
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  • Spezifische Charakteristika für Panikstörung. Angstanfälle oder -attacken, auf ersten Blick keinen eindeutigen Auslöser dafür sekundäres Auftreten von Furcht zu sterben, Kontrollverlust oder davor, wahnsinnig zu werden = kognitive Reaktion auf Panikattacken ständige Furcht vor neuer Attacke (Angst vor der Angst)
  • Einflussfaktoren auf die Entstehung einer GAS genetische Faktoren- familiäre Häufung, Erblichkeitsschätzung: 31,6%- Spezifität fraglich, eher genetische Anfälligkeit für Angst- gemeinsamen genetisches Risiko mit MD neurobiologische Faktoren- sehr unklar und unzureichend- Veränderungen der Neurotransmittersysteme (bspw. GABA, serotonerges, noradrenerges, ...)- eingeschränkte Herzratenvariabilität- erhöhte Aktivität in verschiedenen Hirnregionen (bspw. Frontalkortex) psychologische Faktoren- inkonsistent: Erziehungsstil der Eltern, Bindungsverhalten der Kinder- bedrohliche, negative Ereignisse (besonders hoch, wenn mehrere Ereignisse aufeinandertreffen, Risiko teilw. für Jahre erhöht) Fuktionsmodelle der Sorgen- Abweichung bei Informationsverarbeitung bei Patienten mit pathologischen Sorgen - positive Metakognition- "Vermeidungstheorie der Sorgen und GAS" - erregungsmodulierende Wirkung
  • Probleme in der Informationsverarbeitung bei Sorgen & GAS attentio bias interpretation bias memory bias geringe Problemlöseorientierung inadäquate Problemlösung
  • Behandlung von GAS Sorgenexposition / Sorgenkonfrontation- Exposition in sensu: bildlich-imaginative Vorstellung -> Habituation- in vivo: bisher vermiedene Situationen aufsuchen Angewandte Entspannung- Erweiterung der PMR- + Angst- und Anspannungstagebuch Kognitive Therapie- Entkatastophisieren, Realitätsprüfung -> teilweise kritisch- besser: Fokussierung auf Metasorgen Integrative Psychotherapie Medikamentöse Behandlung- oftmals, da Erstkontakt mit Hausarzt- AD: notwendig bei Chronizität der GAS- Nachteil: Reboundeffekte & Rückfall beim Absetzen
  • Untergruppen der spezifischen Phobien Tierphobien situationale Phobien Phobien vor Naturereignissen Verletzungsphobien + "Restkategorie"
  • Leitsymptome spezifischer Phobien nach ICD-10 psychische oder vegetative Symptome, die Ausdruck von Angst sind & nicht auf Wahn oder Zwangsgedanken beruhen Begrenzung der Angst auf bestimmtes Objekt oder Situation Vermeidung der phobischen Situation, wenn möglich
  • Kriterien spezifischer Phobien nach DSM-V ausgeprägte Angst oder Furcht vor spezifischem Objekt oder spezifischer Situation phobische/s Objekt / Situation -> fast immer Hervorrufen von unmittelbarer Furcht oder Angstreaktion phobische/s Objekt / Situation wird aktiv vermieden, nur unter starker Furcht / Angst ertragen Furcht / Angst geht über Ausmaß tatsächlicher Gefahr hinaus Furcht / Angst / Vermeidung ist anhaltend, über 6 Monate oder länger Furcht / Angst / Vermeidung -> klinisch bedeutsames Leiden oder Beeinträchtigungen Störungsbild nicht besser durch Symptome einer anderen psychischen Störung erklärt (Zwang, PTBS, andere Angststörungen, ...)
  • Ätiologie-Ansätze spezifischer Phobien Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer Preparedness Vulnerabilitäts-Stress-Modell von Muris et al. (2002)
  • Behandlung spezifischer Phobien Konfrontation in vivo (Ausnahme: Bluphobien - erst Methode der "applied tension", dann Konfrontation) Virtual Reality Exposure Therapy Rückfallprophylaxe