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Pflanzenproduktion I (Fach) / Pflanzenkrankheiten (Lektion)

Folien VL Pflamzenkrankheiten

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  • Verbreitung des Inokulums zum Ort der Infektion abhängig von: Art des Pathogens (im Boden, am Spross, im Gewebe, etc.) Lebensweise des Pathogens, obligat oder fakultativ Art des Inokulums Ort der Infektion Verbreitungswege: Wind (Anemochorie) Wasser (Hydrochorie) Saatgut; echte Samen und vegetative Pflanzenteile (Phytochorie) Aktivitäten des Menschen, Werkzeuge (Anthropochorie) Andere Organismen (Zoochorie) Boden, ganze Pflanzen Unterscheidung von: Aktiver und passiver Ausbreitung Langstrecken- und Kurzstreckenausbreitung
  • Arten der Ausbreitung Wind (Anemochorie): Erregereinheiten verbreiten sich schnell (und weit)  Insekten (Zoochorie): können sich schnell verbreiten; viele Kilometer  Regentropfen (Hydrochorie): starke Verbreitung, aber lokal begrenzt  Saatgut (Phytochorie): kann überall hin transportiert werden, Epidemie hängt aber von sekundärer Ausbreitung oder Übertragung ab  Boden: führt üblicherweise nicht zu plötzlichen oder großflächigen Epidemien, eher lokal, langsame Ausbreitung, z.T. starker Befall, lang anhaltend Mensch (Anthropochorie): wichtigste Art der Verschleppung (invasive Arten) 
  • Formen von Inokulum Inokulum: jede Einheit eines Pathogens, die zu wachsen und einen Infektionsprozess beginnen kann Oomycota, Fungi: Sporen und Hyphen Bakterien: einzelne Zellen Phytoplasmen: Bakterien-Zellen in einer lebenden Wirtszelle Viren: Virus-Partikel (Virionen) Nematoden: Eier und Larven Charakteristika (beeinflussen Fähigkeit Krankheit zu verursachen): Menge /Konzentration Art Genetische Voraussetzungen: Rasse, Stamm
  • Einfluss der (Wirts-) Pflanzen auf eine Epidemie Wirts- oder Nichtwirts-Pflanze Wirtspflanzen-Genotyp: anfällig oder resistent Entwicklungsstadium der Wirtspflanzen Habitat der Wirtspflanze Ernährungszustand der Pflanzen Verbindung zu Vektoren des Pathogens
  • Einfluss von Klimafaktoren auf Stadien der Infektionskette Infektion: Blattnässe, Temperatur, (Licht, Strahlung),(Wind) Inkubation und Latenz: Temperatur Sporulation: Blattnässe, Temperatur, Licht, Strahlung, Wind Verbreitung: Wind, Regen, Wasser
  • Monozyklische Krankheiten / Schaderreger: Erreger durchläuft an oder auf einer Pflanze / im Bestand in der Vegetationsperiode einen Lebenszyklus Simple interest diseases, Befallszunahme erfolgt nach: y = yo (1 + r * t) Typischerweise drei Gruppen von Pflanzenkrankheiten: Nachernte-Krankheiten (postharvest diseases) Krankheiten durch bodenbürtige Pathogene (Welkekrankheiten) Krankheiten durch Rosterreger ohne Uredosporen / viele Brandpilze Samenübertragbare Virosen Unkräuter
  • Polyzyklische Krankheiten / Schaderreger: Erreger infiziert Pflanzen im Bestand wiederholt in einer Vegetationsperiode  Compound interest diseases, Befallszunahme erfolgt nach: y = yo (1 + r)t Räumliche Ausbreitung im Pflanzenbestand Meist kurze Generationszeit des Erregers (z.B. P. infestans 6 - 8 Tage) Vervielfachung des Inokulums zwischen Generationen (10 – 100x) Typisch für Falschen Mehltau, Echten Mehltau, Roste, Blattfleckenerreger, Krankheiten durch Bakterien und Viren
  • Verfahren des Integrierten Pflanzenschutzes Biotechnisch (Pheromonanwendung) Biologisch (Einsatz von Nützlingen) Kulturtechnisch (Bodenbearbeitung wählen) Chemisch Physikalisch (thermisch) Relevante Faktoren bei der Bekämpfung: Qualitätserhalt Zeitaufwand Produktivität Kosten Alle Schadensbegrenzungsfaktoren sind auszunutzen, um die Schaderreger unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle zu halten.
  • Wirtschaftliche Schadensschwelle Ermittlung der: Schaderregerdichte Befallsstärke von Schaderregern bzw. Grad der Verunkrautung, die gerade noch toleriert werden können Schadenshöhe Bekämpfungskosten Bekämpfungsmaßnahmen nur, wenn die zu erwartenden Verluste höher sind als die Kosten Ziel der Schwellenwertermittlung: Verbesserung der Wirtschaftlichkeit Umweltschonung Ertragssicherung Produktqualität
  • Wirtschaftliche Schadensschwelle Kartoffelkäfer ca. 15 Larven pro Kartoffelstaude
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  • Wirtschaftliche Schadensschwelle Rapsglanzkäfer Sommerraps: 2 Käfer/Pflanze 
  • Wirtschaftliche Schadensschwelle Gelbrost/Braunrost (Getreide) Bei gelben Streifen bzw. braunen Rost- pusteln auf den Blättern sofort reagieren
  • Wirtschaftliche Schadensschwelle Falscher Mehltau (Rebe) Bei „Ölflecken“ auf der Blattoberseite sofort reagieren
  • Ziele des Integrierten Pflanzenschutzes Schaderreger unter der ökonomischen Schadensschwelle halten anstelle Schaderreger ausmerzen zu wollen Nutzung - so weit als möglich - von nicht-chemischen Pflanzenschutzverfahren zur Schaderregerkontrolle Auswahl und Anwendung von PSM - wenn notwendig - in einer Art und Weise, um negative Wirkungen auf Nutzorganismen, die Umwelt und den Menschen zu minimieren
  • Instrumentarium des Integrierten Pflanzenschutzes Prävention Quarantäne Eradikation Betriebshygiene Vermeidung (endemischer Erreger) Fruchtfolge Saattermin, -dichte, etc. Sortenwahl Überwachung Diagnose Monitoring Bekämpfung biologische Verfahren physikialische Verfahren chemische Verfahren