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IT-systeme (Fach) / 4) Software: Systemsoftware und Anwendungssoftware (Lektion)

Software

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  • Betriessystem-Software = OS, Operating System - Programmpaket (viele Einzelprogramme); alle Programme, die den Betrieb der Computer-Hardware ermöglichen - nötig für den Betrieb eines EDV-Systems - Zusammenarbeit von Hardware- und Software; Bindeglied zwischen Hardware und Anwendungssoftware- Software = "immaterieller" Teil eines EDV-Systems - auf die Rechner-Architektur abgestimmt (zB Mac OS für iBooks) - zum Betrieb eines Rechner unbedingt notwendig; steuern und überwachen die Ausführung von Anwendungsprogrammen (zB Anwendungsprogramm will eine Datei auf einer Diskette speichern: Betriebssystem setzt Laufwerkmotor in Gang, fährt Schreib-/Lesekopf an freie Stelle der Diskette und veranlasst die Magnetisierung der Diskettenoberfläche) - Software ist unterteilt in Systemsoftware und Anwendungssoftware- Systemsoftware: zur Hardwaresteuerung, Benutzerverwaltung, Datenverwaltung, Softwareentwicklung, Middleware- Anwendungssoftware: technisches/wissenschaftliches Programm, kommerzielle Programme, Branchen-Programme 106-112
  • Software - Software ist unterteilt in Systemsoftware und Anwendungssoftware- Systemsoftware: zur Hardwaresteuerung, Benutzerverwaltung, Datenverwaltung, Softwareentwicklung, Middleware- Anwendungssoftware: technisches/wissenschaftliches Programm, kommerzielle Programme, Branchen-Programme 106
  • Hauptgruppen von Betriebssystemen von Mobile Devices (Smartphones, Pads)- proprietär: Apple iOS (23%), Windows Phone- offen: Android (68%) von Arbeitsplatz-/Notebook-Computern (PC)- weitgehend standardisiert (hauptsächlich Windows genutzt 80%)- abhängig von Rechner-Hersteller von Mainframes:- Rechner nur mit eigenem Betriebssystem des gleichen Herstellers kompatibel (proprietäres OS) Server-Betriebssysteme:- Server = spezielle Computer, die für Andere Dienste anbieten- Wichtigste Servertypen: File-, Datenbank-, Kommunikations-, Application-Server 109-
  • Programmiersprachen mehrere Generationen (nachfolgende Generationen haben vorherige nie vollständig abgelöst):- 1. Generation: Maschinensprachen (Hardware-nah; in binärer Form (0/1); sehr unübersichtlich, beschränkter Zeichenvorrat, sehr fehleranfällig, nur in den Anfängen der EDV genutzt, heute nicht mehr)- 2. Generation: maschinenorientierte Sprachen (Maschinenbefehler werden verständlicher dargestellt, Befehle sind gedächtnisunterstützende Abkürzungen bei denen Aufbau der Maschinensprache beibehalten wird, Befehle durch Symbolik ausgedrückt, Code wird in Binärform umgewandelt, sehr performant, heute noch benutzt)- 3. Generation: problemorientierte Sprachen (eher ungeeignet, da hohe Fehleranfälligkeit, schlecht lesbar, unübersichtlich; entweder für kommerzielle Anwendungen (datenintensiv) oder für technisch-wissenschaftliche Zwecke (rechenzeitintensiv)- 4. Generation: nicht-prozedurale Sprachen - 5. Generation: Sprachen der künstlichen Intelligenz - Internet-Sprachen: HTML (Hypertext Markup Language; Seitenbeschreibungssprache; Dokumente zur Anzeige im Browser sind in HTML verfasst; kann in jedem Editor bearbeitet werden; Text + Tags; beschreibt logische Bestandteile eines Dokuments), XML (eXtensible Markup Language), Java- Unterschiede XML und HTML: freidefinierbare Tags in XML, vorgegebene Tags in HTML; Beschreibung des Inhalts in XML, keine Beschreibung des Inhalts in HTML; keine Layout-Informationen in XML, Layout-Informationen in HTML - Übersetzungsprogramme: Programm, das für den Menschen verständlichen Code in ausführbare Prozessorbefehle übersetzt; Arten: Assembler, Compiler, Interpreter 114-127
  • Zusammenfassung Betriebssysteme und Programmiersprachen - Software: Systemsoftware und Anwendungssoftware - Systemsoftware: Betriebssysteme und Programmiersprachen - Betriebssystem (OS): Anwenderneutral; ermöglicht Betrieb der Computer-Hardware; Bindeglied zwischen Hardware und Anwendungssoftware - Betriebssysteme abhängig von der jeweiligen Rechner-Architektur und auf diese abzustimmen - 5 Generationen an Programmiersprachen - "Richtige" Programmiersprache abhängig vom Verwendungszweck und der Erfahrung der Programmierer - Compiler (=Übersetzungsprogramm) wandelt Programmcode in Binärform (=Maschinensprache) um - Systemsoftware ist notwendig für den Betrieb und die Steuerung von Rechner-Systemen 128
  • Anwendungssoftware - auch: Anwendungssysteme, Applikationen (Apps), IT-Anwendungen - zur Unterstützung von fachlichen Aufgaben im Unternehmen - historische Anwendungssoftware: "Vor-PC-Zeitalter"; im Finanz-, Rechnungs-, Personalwesen, Vertrieb benutzt- technische Anwendungssoftware: Hardware + Software + Daten; Kommunikationseinrichtungen- logische Anwendungssoftware: Hardware + Software + Daten; Kommunikationseinrichtungen, konkretes Anwendungsgebiet 131, 132
  • ! Standardsoftware - Definition und Vorteile und Risiken ! - vorgefertigte Computerprogramme- breite Masse als Zielgruppe- für gleiche Aufgaben genutzt, gleicher standardisierter Funktionsumfang- einheitlicher Preis- für Pflege und Weiterentwicklung ist Hersteller verantwortlich- "Konfektionsware von der Stange" Vorteile:- sofort verfügbar- kostengünstig (Entwicklungskosten werden auf Käufer verteilt)- hohe technische und fachliche Qualität- ständige Weiterentwicklung und Wartung- geringes Fehlschlagrisiko (Programm kann vorher getestet werden) Risiken:- vlt teure Anpassungen notwendig (wenn individuelle Anforderungen nicht erfüllt)- von Hersteller abhängig betreffend Pflege und Weiterentwicklung 133, 135, 136
  • ! Individualsoftware - Definition und Vorteile und Risiken ! - maßgeschneidertes Programm, nach individuellen Anforderungen des Unternehmens entwickelt- wenn keine passende Standardsoftware verfügbar ist oder man durch Individualsoftware einen Wettbewerbsvorteil erlangen möchte, wird Individualsoftware genutzt- kann von unternehmenseigenen Programmierern selbst entwickelt oder von einem unternehmensexternen Dienstleister entwickelt werden; die Entwicklungs- und Folgekosten müssen immer selbst getragen werden- Unternehmen ist für Pflege und Weiterentwicklung zuständig Vorteile:- maßgeschneidert (alle spezifischen Anforderungen und Erweiterungswünsche berücksichtigt)- geringer Schulungsaufwand (bei unternehmensinterner Entwicklung)- kaum Anpassungs- und Beratungskosten- kein Über- oder Unterangebot an Funktionen (genau die benötigten Funktionen)- Wettbewerbsvorteile (durch Spezialwissen) Risiken:- hohes Kostenrisiko (Nutzen >! Ausgaben)- mögliches Abhängigkeitsrisiko (bei unternehmensexterner Entwicklung; potentieller Wechsel des Dienstleisters sehr teuer) 134, 137, 138
  • Anwendungssoftware - Klassifikation nach Organisationsebenen und Funktionalbereichen Strategische Ebene: FUS Managementebene: MIS (für Vertrieb&Marketing und Produktion) und EUS (Finanz-&Rechnungswesen und Personalwesen)) Operative Ebene: operative Systeme (für alle Funktionsbereiche) MIS:= Managementinformationssysteme- Zusammenfassungen der Aktivitäten des operativen Bereichs als Berichte für die Führungskräfte; als Unterstützung gedacht EUS:= Entscheidungsunterstützungssysteme- helfen Managern dabei, Entscheidungen zu treffen; interne und externe Informationen verwendet FUS:= Führungsunterstützungssysteme- unterstützen Top-Management (strategische Ebene), strategische Probleme zu lösen und auf langfristige Trends zu reagieren- helfen bei unstrukturierten Entscheidungssituationen 139, 140
  • Unterstützungssysteme im Vertrieb&Marketing operative Ebene: operative Systeme- Kunden kontaktieren- Aufträge bearbeiten- Umsätze verfolgen- Kundenservice Managementebene: MIS (Managementinformationssysteme)- Marktforschung- Werbemaßnahmen- Preisfestlegung- Analyse der Umsatzdaten- Leistungsbewertung der Vertriebsmitarbeiter Strategische Ebene: FUS (Führungsunterstützungssysteme)- Verkaufstrend überwachen- neue Absatzmöglichkeiten entwickeln und beeinflussen- Planung neuer Produkte und Dienstleistungen- Aktionen der Wettbewerber überwachen 141
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  • Unterstützungssysteme in Produktion - Produktionsplanungs- und Produktionssteuerungssysteme (PPS) unterstützen Mitarbeiter bei:- Planung von Produktionszielen- Materialbeschaffung und Materiallagerung- Maschinenbelegung- Wartung von Produktionseinrichtungen- Verfügbarkeit von Produktionsmitteln- Terminplanung operative Ebene: operative Systeme- Überwachung und Ausführung von Produktionsaufgaben Managementebene: MIS (Managementinformationssysteme)- Überwachung und Analyse von Produktionskosten und -ressourcen strategische Ebene: FUS (Führungsunterstützungssysteme)- langfristige Produktionsziele- Standortanalysen für neue Produktionsanlagen- Investitionsentscheidungen über neue Fertigungstechniken 142
  • Unterstützungssysteme in Finanz- und Rechnungswesen - Buchhaltungs- und Warenwirtschaftssysteme - Finanzwesen: Verwaltung der finanziellen Vermögenswerte; Finanzierung und Überwachung von Investitionen- Rechnungswesen: Pflege und Verwaltung der Finanzunterlagen, um Verwendung der Finanzmittel nachvollziehbar zu machen operative Ebene: operative Systeme- Verwendung von Finanzmitteln verfolgen- Lohn- und Gehaltsabrechnungen- Zahlungen an Lieferanten tätigen- Berichte über Forderungen, Verbindlichkeiten, Erträge, Aufwendungen und Abschreibungen erstellen Managementebene: EUS (Entscheidungsunterstützungssysteme)- Überwachung und Steuerung der finanziellen Ressourcen Strategische Ebene: FUS (Führungsunterstützungssysteme)- Langfristige Investitionsziele bestimmen- Langfristige Vorhersagen hinsichtlich der finanziellen Entwicklung festlegen 143
  • Unterstützungssysteme im Personalwesen - Personalwesen: Beschaffung von Personal für das Unternehmen; Personal fördern und verwalten Anwendungssysteme unterstützt bei:- Suche nach potentiellen Mitarbeitern- Entwicklung von Maßnahmen für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter- Pflege der Personaldaten operative Ebene: operative Systeme- Mitarbeiter einstellen- Schulungen bewerten- Mitarbeiter im Unternehmen positionieren- Fertigkeiten und Arbeitsleistung der Mitarbeiter bewerten Managementebene: EUS (Entscheidungsunterstützungssysteme)- Anwerbungsmaßnahmen analysieren und überwachen- Einsatz und Arbeitsentgelte der Mitarbeiter analysieren und überwachen- Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten planen Strategische Ebene: FUS (Führungsunterstützungssysteme)- Anforderungsprofile für Mitarbeiter (Fertigkeiten, Ausbildungsgrad, Kosten) erstellen, um langfristige Geschäftspläne zu erfüllen 144
  • Integrierte Anwendungssysteme über alle Organisationsebenen und Funktionalbereiche - Allgemeines, Vorteile und Herausforderungen Geschäftsprozesse- Arbeitsabläufe integrieren: Schnittstellen von funktionsübergreifenden Geschäftsprozessen eliminieren- Anwendungssystem führt Informationen aus den verschiedenen Geschäftsbereichen zusammen Vorteile:- unternehmensinterne Grenzen überwinden- höhere Qualität betrieblicher Prozesse (durch feste, automatische Abläufe)- geringerer Pflege-, Speicher- und Dokumentationsaufwand (durch Datenintegration)- Dateninkonsistenzen beseitigen (Stammdaten nur einmal vorhanden)- Erfassungsfehler vermindern (durch weniger manuellen Eingabeaufwand)- moderne betriebswirtschaftliche Konzepte umsetzen (zB warenloses Lager) Herausforderungen:- Kettenreaktion bei Fehlern- lange Realisierungs- und Investitionslaufzeiten- Einbahnstraße (früheren Systemzustand wiederherstellen ist sehr teuer)- einmalige Integrationsentscheidung (Kauf bei externem Dienstleister)- hoher Einarbeitungsaufwand (hoher Komplexität des Programms)- Prozesse an die Software anpassen (CHANCE zur Optimierung von Abläufen) 145 - 148
  • ERP-Systeme - Allgemeines und Vor- und Nachteile - Enterprise Resource Planning - ERP I-System: klassisch; ist auf Unternehmensinnere begrenzt (Einkauf, Produktion, Vertrieb, Personalwesen, Finanzwesen, Verwaltung)- ERP II-System: extended; geht über Unternehmensgrenzen hinaus; SCM (Supply Chain Management; Lieferanten, Einkauf, Produktion, Vertrieb, Kunden); CRM (Customer Relationship Management; Vertrieb, Kunden) Vorteile:- Informationsentwicklung- Prozessoptimierung- Rationalisierung- Informationsfluss Nachteile:- Ressourcenaufwand- Herstellerabhängigkeit- Prozessanpassung- Einführungsprobleme 149-151
  • ! horizontale und vertikale Integration ! horizontal:- alle Softwares in den Funktionsbereichen/Abteilungen, die an einem Geschäftsprozess beteiligt sind, können miteinander kommunizieren- keine Medienbrüche vertikal:- Informationen verdichten/aggregieren für höhere Organisationsebenen- damit Daten von Managementebene analysiert werden können 145
  • ! Auswahlkriterien für ERP-Systeme ! Performance:- technische Performance; Software darf Mitarbeiter nicht behindern (keine Wartezeiten, Verzögerungen)- hohe Reaktionsgeschwindigkeit (<0.5sek) Flexibilität:- neue Funktionen kaufbar? Funktionsumfang:- vorhandene Funktionen müssen relevant sein Benutzerfreundlichkeit:- geringer Lernaufwand- ergonomische Benutzeroberfläche (hohe usability)- Anpassung an Arbeitsabläufe Zukunftsfähigkeit:- Ist ERP-Software-Anbieter zukunftsfähig? (bleibt er langfristig auf dem Markt)- Pflege der Software Kosten-Nutzen-Verhältnis:- Rationalisierung (Personal durch Software ersetzen)- Anschaffungskosten vs. mögliche Kostenreduktion: Welcher Ertrag ist höher? 152