39
KogEmo 1 (Fach) / Motivation und Emotion (Lektion)
Buch, 194 Seiten
Diese Lektion wurde von hannako erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Motivation als Kraft menschliches Verhalten ~ Ergebnis eines Kräftespielspsychodynamische Theorien, behavioristisch inspirierte Triebtheorien 2 Konzeptionen: Triebtheorien: Bereitstellung von Energie, die nötig ist um Verhalten in Gang zu setzen/aufrecht erhalten > Energie duch Deprivations- und Defizitzustände aufgebaut und benutzt um Beseitigung unbefriedigter Bedürfnisse; unangenehmer innerer SpannungEnergie: unspezifisch, für beliebige Verhaltensweisen eingesetzt Feldtheorie: gerichtete Kräfte > innere und äußere Kräfte ziehen/schieben in/von einer Richtung
- Triebtheorien: allgemeine Charakteristiken Trieb: als generelles Erklärungsprinzip der Verhaltensmotivation allgemeine und unspezifische Triebzustände für beliebige Verhaltensweisen einsetzbar push: aus Organismus selbst kommender Druck, von innen ⇒ kann nicht vermieden werden, lässt sich vielleicht unterdrücken aber nicht vermieden oder fliehen aversive Qualität: entstehen durch unerfüllte Bedürfnisse und zeigen unangenehmen Defizitzustand an ⇒ Reduktion: befriedigend⇒ hedonistische Form: Vermeidung unangenehmer, Anstrebung angenehmer Gefühlszustände
- Behavioristische Motivationstheorie Yerkes-Dodson-Gesetz Easterbrook-Hypothese Motivationsabhängigkeit von Lernen und Verhalten systematischer Zusammenhang zwischen Stärke des triebspezifischen Aktivationsniveaus und der Verhaltensstärke nachgewiesenColumbia Obstruction Box: Tiere über elektrifiziertes Gitter um Anreiz zu erhalten -> Bereitschaft nimmt mit zunehmender Entzugsdauer zu Yerkes-Dodson-Gesetz: motivationales Aktivationsniveau und Verhaltenseffizienz - umgekehrt U-förmigStärke des optimalen Aktivationsniveaus hängt von Komplexität der zu lösenden Aufgabe ab:- bei einfachen Aufgaben beste Leistung bei hohem Aktivationsniveau- zunehmende Schwierigkeit sinkt Aktivation -> zu hohe Motivation stört bei Bewältigung komplexer Aufgaben kognitive Erklärung: Easterbrook-Hypothese:bei hoher Erregung wird die Informationsverarbeitung auf wenige, absolut relevante Reize eingeschränkthohe Aktivation - dominieren gelernten und etablierten Verhaltenstendenzen⇒ bei einfachen Aufgaben von Vorteil
- Behavioristische Motivationspsychologie: Theorie von Hull fragmentarische, antizipatorische Zielreaktion mathematisch formalisierte Triebtheorie der MotivationUndifferenziertheit von Triebzuständen als abstraktes Maß der reinen AntriebsstärkeAnnahme einer unspezifischen Verhaltensenergetisierung Richtung: nicht durch Triebzustände (drives) sondern durch Gewohnheiten (habits) ⇒ operantes LernenHabitstärke = Verstärkungsgeschichte eines Verhaltens in einer bestimmten Situation: Grad der Verstärkung eines Verhaltens entspricht genau dem Ausmaß, indem das Verhalten in der Vergangenheit eine Befriedigung aktueller Bedürfnisse herbeigeführt hat Stärke eines Verhaltens in einer Situation = Produkt der aktuellen Triebstärke mit Habitstärke des Verhaltens in jeweiliger Situation:SER = D x ShR⇒ Triebstärke und Habitstärke wirken zusammen: Interaktiones setzt sich immer das Verhalten durch, das in der aktuellen Situation die größte Habitstärke besitzt Anreizeffekte - Kselbst bei konstanter Triebstärke und nach kontinuierlicher Verstärkung führen allein Unterschiede in der Menge/Qualität der verabreichten Verstärkern zu massiven und plötzlichen Veränderungen in der VerhaltensstärkeK = Stärke der Konsummationsreaktion:SER = D x SHR x Kfragmentarische, antizipatorische Zielreaktion: direkte Konfrontation mit möglichem Anreiz löst Rudimente von späteren Konsummationsreaktionen aus (Kaubewegungen, Speicherfluß) = Appetenzreaktionen: regen im Organismus einen triebähnlichen Erregungszustand hervor, der zusätzlich verhaltensaktivierend wirktauch wenn nicht sichtbar und nur erwartet werden
- Triebtheorien: Neugierverhalten und Aktivation Neugier-/Explorationsverhalten:unverstärktes Verhalten ausprobieren Berlynes Aktivationstheorie: negativ erlebte innere Spannung wird auch durch den Anreizwert einer Umgebung bestimmt- unattraktive Umwelt erhöht innere Spannung, attraktive hilft Spannung abzubauen- Reizsituation ist dann attraktiv, wenn sie einen mittleren Komplexitätsgrad besitzt⇒ bei Überforderung (Reizüberflutung): Komplexitätsreduktion ⇒ durch spezifisches Neugierverhalten⇒ bei Unruhe/Langeweile: diversives Neugierverhalten = Unsicherheiten erzeugen (Risikoverhalten)negativ valente innere Spannungszustände vermitteln den Einfluss von Umweltmerkmalen auf das Verhalten
- Feldtheorie von Lewin - allgemeine Charakteristik - Personenmodell psychologisches Kräftefeld = Gesamtheit aller gerichteten Kräfte (Vektoren)verschiedene gleichzeitig wirkende Kräfte ⇒ eine resultierende KraftKräfte entstehen durch Zusammenspiel von Person- und Umweltfaktoren: V = f(P,U) Personenmodell:Person besteht aus verschiedenen Elementen; verschiedene Bereiche = unterschiedliche Bedürfnisse, Ziele oder Absichten. benachbarte Bereiche ähnlicherzentrale Bereiche = im Inneren der Personenstruktur ⇒ allgemeine Bedürfnisse: Anerkennung, Sicherheitperiphere Bereiche = unmittelbar an Umwelt angrenzend, interagieren mit dieser über Wahrnehmung und Motorik ⇒ spezifische Ziele und Absichten, QuasibedürfnisseSpannungsbedürfnisse: durch unbefriedigte Bedürfnisse und unerledigte Ziele⇒ Spannung aktiviert Verhaltensweisen die auf ein Bedürfnis/Ziel bezogen sind um die Spannung abzubauen> direkt inhaltlich verbunden, können auf angrenzende Bereiche übergreifen (+ stellvertretend dort abgebaut werden = Ersatzhandlung/Ersatzbefriedigung; abhängig von funktionaler Äquivalenz), beeinflussen auch basale kognitive Prozesse der Wahrnehmung, Aufmerksamkeitsausrichtung und Gedächtnis (gespannter Bereich: zugänglicher, Aufmerksamkeit, schneller wahrgenommen, leichter aus Gedächtnis abgerufen) Beleg: Zeigarnik-Effekt: mehr an unerledigte Aufgaben erinnernnicht repliziert!Rumination = negative Ereignisse lange im Bewusstseinspontane Wiederaufnahme und Ersatzwert; jedoch reduziert, wenn in Unterbrechung ähnliche Aufgaben bearbeitet ⇒ funktionale Äquivalenz
- Ökonomische Modelle der Nutzenmaximierung subjektive Nutzenmaximierung: homo oeconomicusbei der Wahl offenbaren sich "revealed preferences"beziehen sich immer auf das Gesamt aller Merkmale in einer Situationx pref y ⇔ u(x) > u(y) ... u(x) = jedem Handlungsergebnis x wird genau ein subjektiver Nutzenwert u(x) zugeordnet keine Versuche, die Vorlieben einer Person zu erklären oder auf fundamentale Bedürfnisse/Motive zurückzuführenPräferenzen: Rationalitätsaxiome x > y ∧ y > z ⇒ x > z- Verschiebung von Gewichtungen- Wahrnehmung von Ausprägungsunterschieden Handlungen sind unterschiedliche subjektive Wahrscheinlichkeitsverteilungen über verschiedene mögliche Ereignisse→ subjektiv erwarteter Nutzen = Summe des Nutzens x Wahrscheinlichkeit⇒ Handlung attraktiver: je mehr sie die subjektive Erwartung erwünschter Ereignisse erhöht /// die Auftretenswahrscheinlichkeit unerwünschter Situationen reduziert jedoch: keine Erklärung des Zustandekommens handlungsabhängiger Ergebniswahrscheinlichkeitenbei Entscheidungen unter Unsicherheiten: Verletzungen der klassischen Rationalitätsaxiome
- Psychophysik von Wert und Wahrscheinlichkeit: die prospect theory von Kahneman und Tversky subjektive Nutzenfunktion Zusammenhänge zwischen objektiven Gewinnen und Verlusten und subjektiven Nutzeneinschätzungen prospect: Erwartung/Chance/Aussicht auf Gewinn/Verlustentspricht dem Modell der Psychophysik:- subjektiver Wert von Ergebnissen und subjektive Entscheidungsgewichte hängen von objektiven Einflussgrößen absubjektive Nutzeneinschätzungen beziehen sich auf relative Veränderungen der persönlichen Situation nicht auf die absolute Ausprägung von relevanten Merkmalen:S-förmige Funktion: 20 statt 10€ vs. 1.556.740 statt 1.556.730€ (flacht mit zunehmender Höhe ab)- bei Gewinnen werden Risiken vermieden- bei Verlusten eingegangenQualität der Veränderung ist wichtiger als Quantität: sicherer Gewinn ist attraktiver als unsicherer Gewinn, sicherer Verlust ist aversiver als unsicherer Verlust⇒ asymptotischer Verlauf Negativitätsbias: Verlust wirkt schwerer als Gewinn prospect theory: nicht-lineare Übersetzung von Wahrscheinlichkeiten in subjektive Entscheidungsgewichte + qualitative Sprünge
- Spieltheorie: - Lösungsstrategien - Beispiele Verhaltensentscheidungen von mehreren AkteurenLösungstrategien: Handlungsentscheidungen ausschließen, die von einer anderen Option dominiert werden:alle, die ein schlechteres Ergebnis als eine bestimmte Alternative liefern ausschließen Gleichgewichtspunkte (equilibria) identifizieren:Gleichgewichtspunkt besteht in einer Kombination von Entscheidungen, bei der es sich für keinen der Spieler lohnt, allein von der Wahl abzuweichen; Anreiz zur Abweichung → stabil⇒ manchmal mehrere, manchmal keine Gleichgewichtspunkte Beispiele:Prisoners dilemma game: Schweigen wird durch Gestehen dominiert→ Gleichgewichtspunkt: beide gestehen (keiner gewinnt etwas, wenn er allein vom Gestehen abweicht)beide schweigen: eigentlich besser, aber keine stabile Lösung - Superspiele: wenn dieselben Spieler immer aufeinander treffen und selbe Art von Entscheidung treffen müssenEinmal-Spiel vs. Superspiel: unterschiedliche LösungenSuperspiele: Lösung ≠ wiederholtes Gestehen ⇒ Reaktion auf das Verhalten des Mitspielers; andere Strategiemöglichkeiten- Nutzenstruktur analysieren: z.B. Partnersuche: eigene + fremde Entscheidungen → Koordination von Entscheidungen"love leagues": auf Basis Macht, Geld, Aussehen, Alter gruppieren; Ausgleich schlechter Merkmale durch positive Merkmale aus anderen Kategorisierungen- game of chicken: riskante vs. vorsichtige Option; 2 Gleichgewichtspunkte: je einer vorsichtig/riskant; beide symmetrischen Optionen sind nicht stabilsehr wirksam: zeigen, dass man gar nicht anders kann als riskant
- Grenzen nutzen- und spieltheoretischer Verhaltenserklärungen 1. Konzeptuelle Probleme eines nutzentheoretischen Rationalitätskonzepts 2. Inadäquate Beschreibung menschlichen Entscheidungsverhaltens melioration theory/Herrnstein Modell Verhaltensentscheidung vernünftig/nicht?Entscheidung nach Gesichtspunkten einer Optimierung des erwarteten subjektiven Nutzens; adäquat beschreibbar und vorhersagbar 1. Probleme eines nutzentheoretischen Rationalitätskonzepts:Mitleid, Neid, Missgunst:Mitleid: Situationen, bei denen andere Spieler objektiv schlechtere Ergebnisse bekommen subjektiv negativ bewerten ⇒ geringer NutzenwertNeid/Missgunst: weniger um absoluten eigenen Gewinn sondern relative Differenz zu anderen Personen maximieren⇒ subjektive Präferenzen und Nutzeneinschätzungen dürfen nicht mit objektiven Gewinnen gleichgesetzt werdenhalbierte Rationalitätauch bei wertlosen/verwerflichen Zielen wird schlecht/unvernünftig gehandeltVernünftigkeitsprüfungsatisficing statt Nutzenmaximierung; immer weitere Optimierung ⇒ Risikofaktor 2. auch Berücksichtigung von Normen: Fairness und Gerechtigkeitmelioration theory/Herrnstein Modell: nutzenmaximierendes Verhalten führt oft zu suboptimalen Ergebnissen- oder: Unfähigkeit, zu erkennen, was am besten für einen istwiederholtes wird nach der Zeit nicht mehr so attraktiv ⇒ andere Wahlmöglichkeit steigt- Drogenkonsum, bei stabilen Personen aber negative Konsequenzen ~ WarnsystemHabituationseffekte reduzieren positive Wirkung der Droge, aber: regelmäßiger Konsum führt zu Entzugserscheinungen
- Anzeige
- Psychologische Erwartung x Wert-Modelle erweiterte kognitive Motivations-Modell von Heckhausen kognitiv-rationalistisches Modell; verschiedene Arten von Erwartungen 1. 3 Typen von Erwartungen: • Situations-Ergebnis • Handlungs-Ergebnis • Ergebnis-Folge1) was in Situation unabhängig vom Handeln passieren wird, bei starker Erwartung Ergebnis vorprogrammiert⇒ Motivationsdefizite: wenn Ergebnis festgelegt, kein Anreiz2) Handlungen und Konsequenzen; nicht gewohnheitsmäßige, selbstverständliche Handlungen⇒ zentrale Motivationsquelle: etwas machen oder unterlassen (Hilflosigkeit und Kontrollverlust ⇒ wichtige Rolle bei Therapie von Antriebslosigkeit und Depression)3) "Instrumentalitäten": Verbindung von unmittelbarem Ergebnis mit persönlichen Zielen, Werten, Selbst- und Fremdbewertungen ⇒ spätere Ziele, bestimmen symbolischen Wert eines Ergebnisses
- Inhaltstheorien der Motivation Motivtheorien Taxonomien von Basismotiven Motive: affektbezogen, Vorlieben, zeigt sich wie Situationen bewertet/deutet; verbunden mit emotionaler Reaktion/Handlungstendenzzeitlich stabil, lenken Wahrnehmung in motiv-thematische Richtung, dispositional, situative Motivanregung: "press", reaktiver & situationsbezogener Charakter klassische Motivtheorien: in der Person liegende Strukturen, die durch Anreize angeregt werdendurch Zusammenwirken der Person- und Situationsfaktoren entsteht aktive Motivation (durch Passung von Motiv und Anreiz) ⇒ willentlich steuerbare Komponenten/Prozesse außerhalb Kontrolle (z.B. hormonelle Veränderungen) Taxonomien von Basismotiven:tiefgründige Motive identifizierenMotiv ≠ VerhaltenGrundmotive >>> Motivlisten: Murray - needs⇒ 2 Probleme: wichtige Grundmotive übersehen?, sind diese wirklich Grundmotive?Motivklassen: Leistung, Macht, Anschluss/Bindungzentrales Ziel der Motiv-Forschung: für jedes Grundmotiv spezifische physiologische, kognitive, affektive, behaviorale Mechanismen identifizierenevolutionstheoretisch: Wurzeln in Verhaltensinstinkten, Aktivierung eines Motivs durch SchlüsselreizeNeugier ⇒ Leistungsmotiv Bedürfnispyramide Maslow: Defizitmotivekörperliche Existenzbedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, Geborgenheit, Anerkennung, Selbstaktualisierung ~ LeistungsmotivAusnahmefälle: hohe Frustrationstoleranz-: fehlt Bezug zu Auslösesituationen und Umsetzungsmechanismen von Motiven, Ansatz verortet Motivation allein in Person
- Messung von Motiven direkte Messung:Selbsteinschätzung, Personality Research Form ⇒ wird genau nach dem Gegenstand gefragtjedoch:- falsche Einschätzungen (unbewusstes)- gezielt falsche Antworten indirekte Messung:mehrdeutiges, interpretationsoffenes Material ⇒ Deutung: Motive hineinprojizierenThematischer Apperzeptionstest: Geschichte zu Bildern erzählenAuswertungsschlüssel: Leistungsmotiv: Leistung positiv, Wettbewerbssituationen: Erfolg/GewinnMachtmotiv: Angriffe, Drohungen, Status, BeeinflussungAnschluss/Intimität: (Zerbrechen von) Beziehungen Vergleich der direkten und indirekten Messung:Selbsteinschätzung vs. Beobachtung⇒ Ergebnisse geringe Übereinstimmung
- Leistungsmotivation = Bestreben, Tüchtigkeit zu steigern/hoch halten> Qualität der Tätigkeit/Produkt, nicht Folgen Entstehung: kann sich nur entwickeln wenn Ergebnis eigener Anstrengung und Fähigkeit (nicht Zufall, Hilfe,..)Funktionen: nicht durch Auswirkungen und Belohnungen motiviert: proximales Ziel = Handlung, dennoch: wirkt sich günstig auf Lebensumstände aus → Wohlstand, Bewunderung als gesellschaftliches Phänomen:ökonomischer Erfolg durch mittlere Ausprägung Leistungsmotiv> Erziehung: Entwicklung Leistungsmotiv durch Selbständigkeit, aber: zu frühe Selbstständigkeitsanfordungen können auch schaden, optimal: dosierte Diskrepanzen Risikowahlmodell der Leistungsmotivation:durch Leistungssituation zwei entgegengesetzte motivationale Tendenzen ausgelöst: Hoffnung auf Erfolg + Furcht vor Misserfolg ⇒ Annäherungs-Vermeidungs-Konfliktresultierende Tendenz = (+)erfolgsaufsuchende Tendenz + (-)misserfolgsvermeidende TendenzStärke abhängig von: Erfolgswahrscheinlichkeit (We) * Erfolgsanreiz (Ae) * Stärke Leistungsmotiv (Me) // Misserfolg-Erfolgsmotiv: TAT, Stärke des Misserfolgsmotivs: Ängstlichkeitsskala, Erfolgs/Misserfolgswsl.: Aufgabenschwierigkeit, Erfolgsanreiz: höher, je unwahrscheinlicher Erfolg/Misserfolgsanreiz: negativer, je leichter Aufgabe Erfolgsmotivierte suchen mittelschwere Aufgaben, Misserfolgsmotivierte: leichte oder schwierige Aufgaben - meiste Anstrengung und Hartnäckigkeit
- kognitive Wende der Leistungsmotivationsforschung Einfluss von Kausalattributionen auf die Leistungmotivation Trope: Kritik am Risikowahlmodell: keine direkten BelegeErfolgsmotiverte mittelschwere Aufgaben wegen affektiver Anreize oder um etwas über Fähigkeitsniveau zu erfahren?> Aufgabenschwierigkeit keinen Einfluss auf das Wahlverhalten, Einfluss Leistungsmotiv ausschließlich Diagnostizität betreffend > erkenntnisbezogene (kognitive) SichtweiseAttributionstheorien: 2 Ursachendimensionen Lokation der Ursache: ob Ergebnis Person (internale Attr.) oder Faktoren zugeschrieben, die außerhalb Person liegen (externale Attr.) Stabilitätsdimension: ob (Miss-)Erfolg mit schwer/leicht veränderlichen Faktoren erklärt wird (stabile/variable Attr.) durch Kombination: 4 Typen von Ursachen------------------- Internal ----------- External -------------Stabil --------- Fähigkeit ------ Aufgabenschwierigkeit >>> demotivierender EffektInstabil ----- Anstrengung ---------- Zufall >>> Motivationbeeinflussen das Verhalten in Leistungssituationen; prägen Erwartungen
- Leistungsmotivation als dynamischer Prozess Heckhausen: Selbstbewertungsmodell der Leistungsmotivationmotiv- + attributionstheoretische Ansätze→ Erklärung interindividueller Unterschiede Erfolgsmotiviert: Hoffnung auf Erfolg → realistische Zielsetzung → selbstwertdienliche Ursachenzuschreibung → positive Selbstbewertung → ↑ - Fokus bei Erfolg: internale Dimension/Misserfolg: VariabilitätMisserfolgsmotiviert: Furcht vor Misserfolg → unrealistische Zielsetzung → abträgliche Ursachenzuschreibung → negative Selbstbewertung → ↑ - external/ stabile Ursachen
- Machtmotivation: - Definitionen von Macht - Messung des Machtmotivs - Funktionen - Prozessmodell der Machtmotivation - Korrelate des Machtmotivs -Einfluss und Wirksamkeit + Möglichkeit Zwang auszuüben/Macht missbrauchen -personalisiertes Machtmotiv: selbst stark und mächtig fühlen; niedrige Aktivitätshemmung (Hemmschwelle)sozialisiertes Machtmotiv: hohe Verantwortung für Kollektiv/Gemeinschaft; starke Aktivitätshemmung -Funktionen: Etablierung Hierarchien/Statussysteme → Dominanzverhalten, StatussymboleVerteilungskämpfe auf Minimum beschränken Machtmotiv: → Herausforderung: sympathische Katecholamin-Ausschüttung; Vigilanz, verbesserte kognitive Verarbeitung→ Niederlage: Verringerung Katecholamine und/oder Kortisol erhöht → Verringerung Testosteron: gehemmte Selbstbehauptung, schlechteres instrumentelles Lernen→ Sieg: Katecholamine bleiben hoch und/oder Kortisol verringert → Erhöhung Testosteron: Selbstbehauptung, besseres instrumentelles Lernen Stark ausgeprägt: langfristig Gesundheitsrisiko; erhöhte Blutdruckwerte (chronische Aktivierung Sympathikus), erhöhte Krankheitsanfälligkeit bei "power stress"aber: Prädikator für beruflichen Erfolg: "leadership motive syndrome" Kombination: hohes Machtmotiv + Leistungsmotiv, niedriges Anschlussmotivsozialisiertes Machtmotiv höchste Überzeugungskraft
- Bindungsmotive: Anschluss- und Intimitätsmotivation Funktionen Verhaltenskorrelate der Bindungsmotivation Biologische Grundlagen Kognitive Korrelate attachment motives: Anschluss- vs. Intimitätsmotiv1: Kontakte zu noch fremden Personen2: Vertiefung und Sicherung bestehender Beziehungentypische Auslösebedingungen: Trennung, soziale Isolation, Einsamkeit, Zurückweisung → aus Fremden Vertraute machen: Erzeugung von Sympathie→ Harmonie aufrechterhalten- altruistische Motivation, ultimatives Ziel: Selbst- und Arterhaltung +erhöhte Zustimmungstendenzen, Sympathie, Interaktionsbereitschaft, Blickkontakt (außer bei abweichenden Personen), besser kooperative als kompetitive Aufgaben (wegen Unverträglichkeit mancher Führungsaufgaben und generellem Harmoniestreben) Aktivierung Parasympathikus (durch erhöhte Konzentration von Dopamin) → besseres Immunsystem, geringeres ErkrankungsrisikoFrauen: Erhöhung Progesteron ⇒ bei Schwangerschaft ausgeschüttet, Bestandteil Pille ⇒ gezeigt bei hohem Bindungsmotiv⇒ erhöhte Konzentration Oxytocin: Aktivierung affilitativer Verhaltensmuster "tend and befriend" sensitiv für Gesichterwahrnehmung, "dot probe" Aufgaben: schneller erkennen bei freundlichem Gesicht
- Ziele, Identitätsziele und Selbstdefinitionen Ziele als Basiseinheit der Handlungssteuerung Kybernetische Modelle der Handlungsregulation Motive sind abstrakt und vom eigentlichen Verhalten entfernt = distale Faktoren der Verhaltenssteuerung Ziele: Einfluss auf Wahrnehmung, Denken, affektiv-motivationale Reaktionen und Bewertungen: definieren Ergebnisse, legen Kriterien zur Beurteilung fest, Grundlage für Entwicklung von Strategien, binden Aufmerksamkeit⇒ Zerlegung in Teilkomponenten und Zwischenziele Kybernetik analysiert das Verhalten dynamischer Systeme:- Regelkreis: Test-Operate-Test-Exit-Schleife (TOTE-Schleife)Ziel: Sollwert, Vergleich Ist-Sollwert, Abgleichung Ist-Wert, erneuter Vergleich: keine Diskrepanz mehr, Exit- Carver und Scheier: + Selbstaufmerksamkeit beeinflusst Vergleich: hohe SAM → regelmäßige Überwachung, niedrig → späte/keine Entdeckung von Diskrepanzen- wenn Diskrepanz nicht reduziert werden kann = Kurzschluss: → Verhaltensunterbrechung → Neueinschätzung alternativer Korrekturmöglichkeiten: abhängig von allgemeinen und situationsspezifischen Kontrollüberzeugungen und Selbstwirksamkeitserwartungen→ wieder nicht: Rückzug = Disengagement, Zielablösung bei geringem Optimismus⇒ offen, behavioral oder mental+ bei Festhalten an blockiertem Ziel (Perseveration) werden Handlungsressourcen verschwendet → Schutz vor Frustration, NeuorientierungSAM: bei schwierigen Aufgaben, Persistenz extremer (positve Erwartungen hoch, neg. niedrig)
- Zielintention vs. Handlungsvorsätze: Übersetzung von Zielen in Handlungspläne unklar welches Verhalten in welcher Situation gezeigt werden soll, um Ziel zu erreichen Erreichung durch konkrete Handlungsvorsätze = implementation intentions→ Vorsätze in bestimmten Situationen fassen; Übersetzung abstrakter Zielintentionen in situationsbezogene Handlungsanweisungen→ schnelle und automatische Verhaltensaktivierung + Verhinderung, dass Chancen verpasst werden, Anstrengungsschwelle wird reduziertdurch Assoziation mit Auslösesituation wird diese mechanisch aktiviert → Probleme bei Antriebslosigkeit und Willensschwäche werden verhindert
- Unterscheidungsmerkmale von Zielen und ihre Auswirkungen auf die Handlungsregulation Zielsetzungstheorien Zielschwierigkeit: anspruchsvolle Ziele → bessere Ergebnisse: hohes Ziel → hohe Zieldiskrepanzen: verlangen mehr Anstrengung und Engagement, auch wenn nicht erreicht wird Leistungen besser wenn von Beginn an zu hoch: Unerreichbarkeit → frühzeitige Zielablösung Spezifität: anspruchsvolle, spezifisch formulierte Ziele bessere Ergebnisse. Ist-Soll-Vergleich→ Ableitung konkreter Zwischenziele: permanente Kontrolle Verbindlichkeit: motivationale Verpflichtung, Stärke der Zielbindung abhängig von Erwartungen bezüglich der Erreichbarkeit und Folgen des Ziels, Kompatibilität mit den Motiven hohe Verbindlichkeit nicht automatisch bessere Ergebnisse:wenig anspruchsvoll + unspezifiziert: unabhängig von Stärke der Zielbindung schlechte Ergebnissebei ehrgeizigen Zielen fördert hartnäckige Zielverfolgung + verhindert frühzeitige Zielablösung ⇒ Moderator des Zusammenhangs zwischen Anspruchsniveau von Zielen und erbrachter Leistung
- Zielhierarchien: Identitätsziele und Selbstdefinitionen als "letzte Gründe" des Handelns Komponenten des Selbst Hierarchische Organisation von Zielen: Unterziele, Teilziele, Zwischenziele → übergeordnete Ziele: Sinn und Bedeutung des Handelns Identitätsziele und Selbstdefinitionen: Spitze/letzten ZieleManifestierung in Form bestimmter Rollenvorstellungen (Model, Künstler) oder wünschenswerte Attribute (Intelligenz, Attraktivität)⇒ spezifisch menschliche Quelle der Motivation: gestaltbar ⇒ Menschen sind "nicht-festgelegte Wesen"motivationaler Motor für den Prozess der "intentionalen Selbstdarstellung" Komponenten des Selbst:Idealselbst: Zielvorstellungen, die realisieren möchte → SollRealselbst: subjektive Wahrnehmung → IstDiskrepanzen: Kern der Motivation zum Handeln2 Arten Selbstdiskrepanzen:selbstgesetze Ideale: ideal selfErwartungen anderer: ought self regulatorischer Fokus, emotionales Erlebenis: promotion focus: Situation immer weiter verbessern. + Stolz - Niedergeschlagenheit, Depressionos: prevention focus: Forderungen ausreichend erfüllen, Vermeidung Verletzung der Pflichten. + Erleichterung - Unruhe, Angst mögliche selbst: erstrebenswerte Entwicklungschancen + bedrohliche Szenarien → ausgewogene Kombination
- Psychologische Mechanismen im Dienste der Sicherung der personalen Identität Selbstaufwertung self-handicapping Selbstaufwertung: sich + Handeln in positives Licht stellen, besonders stark, wenn zuvor infrage gestellt wurde → Wiederherstellung der Integrität vor allem in Situationen, die tatsächlich unkontrollierbarMechanismen der Selbstaufwertung:aktive Suche nach bestätigender Evidenz, Vermeidung von selbstwertbedrohlichen Situationen, strengere Prüfung negativer Informationen im Vergleich zu positiven Emotionen, Ausrichtung der Aufmerksamkeit, selektiver Abruf selbstkonsistenter Informationen aus dem GedächtnisAttributionsprozesse: selbstwertdienliche AttributionsbiasErfolge internale Attribution, Misserfolge externale Attribution. vor allem wenn Ergebnisse für das Selbstkonzept relevant self-handicapping: kontraproduktives Verhalten um selbstwertbedrohliche Implikationen eines Misserfolgs vorzubeugen → besonders dann, wenn unsicher: Versuch, Aufgabenschwierigkeit zu erhöhen
- Selbstverifikation Bestreben, alle zum Selbstkonzept gehörigen Überzeugungen bestätigen, unabhängig ob positiv/negativ, Vermeidung widersprechender Evidenzbewusst Verhalten zeigen, mit dem man negative Eigenschaften unter Beweis stellt ⇒ inhaltliches Bild der eigenen Person aufrechterhalten
- Symbolische Selbstkomplettierung auch anderen beweisen; Identität betonen, Kompensationsbemühungenvor allem wenn persönliche Identität zuvor infrage gestellt wurde(Soldat) nur wenn davor incompleteness-Erfahrung selbstrelevant war, richten sich nur auf vorher beschädigten Teil der Identität
- Selbstkonzeptimmunisierung abstrakte Ziele häufig über Vielzahl verschiedener spezifischer Indikatoren→ Verschiebungen in der Diagnostizität spezifischer Eigenschaften für übergeordnete Traits"kann ... nicht, dafür ... schon"
- Zwei-Prozess-Modell der Selbstregulation Bewältigung von Selbstdiskrepanzen: Assimilation und Akkommodation Determinanten der assimilativen vs. akkommodativen Bewältigung verschiedene Prozesse systematisch einordnen, Vorhersagen, welche Art von Bewältigung eingesetzt wirdAusgangspunkt: Entdeckung Diskrepanz zwischen tatsächlicher Lebenssituation und Zielen/Idealen → durch aktives Handeln Situation verbessern; Ist-Komponente verändern: Assimilation korrektive Prozesse im kybernetischen Modell, Selbstverifikation, selbstsymbolisierende Handlungen→ persönliche Bewertungskriterien verändern; passive Bewältigung: Akkommodation ⇒ führt nicht direkt zur Zielerreichung ⇒ "minderwertige und resignative Form der Bewältigung"entlastende Neubewertung reappraisal; Selbstaufwertung, Selbstkonzeptimmunisierung, Zielablösungautomatisch akommodative Prozesse → Nachteile des blockierten Ziels treten in Vordergrund + Vorteile der Alternative salienter wenn Glaube, dass Ziel noch erreichbar ist: Assimilation / eigene Handlungsmöglichkeiten gering oder Selbstwirksamkeit gering: Akkommodation, fällt schwerer, je zentraler das blockierte Ziel
- implizite und explizite Motive: Theorie der dualen Motive: - Charakteristik impliziter und expliziter Motive - Entstehungsbedingungen - Verhaltenssteuerung durch implizite und explizite Motive Unterschiede: Charakteristik, Funktionsweise, Entstehungsbedingungen1: implizit: emotionale Präferenz, nicht sprachlich repräsentiert, durch frühkindliche Erfahrungen, langfristige Vorhersagen, individuelle Norm2: explizit: Selbstbilder, komplex, individuell spezifisch, sprachlich vermittelt + bewusst, kurzfristig, sozialer Vergleich 1: frühkindliche Entwicklungsphasen, Ordnung/Unordnung, Wirksamkeit/Ohnmacht, Angenommensein/Zurückweisung2: sprachlich vermittelt: Selbstständigkeitsanforderungen, Lob/Tadel, Verbote, Strafen 1: spontanes Verhalten; affektive Qualitäten bei der Ausführung, Hoffnung auf Erfolg/Me.Verhaltensvorhersage: → energetisierende Aspekte: Ausdauer, Anstrengung2: kontrolliertes Verhalten; Ziele/Pflichten/Diskrepanzen→ bewusste Verhaltensentscheidungen: Richtung des Verhaltenswerden durch unterschiedliche Tätigkeitsanreize angeregt: individuelles vs. normatives (Gegensatz zu anderen) Feedback + wirken sich auf unterschiedliche Aspekte des Verhaltens aus: Anstrengung vs. Fortsetzungsentscheidungbei langfristigen Vorhersagen: implizit bessere Ergebnisse, weil nicht ständig überwacht werden müssen, automatisch müssen beide kongruent sein
- Emotion - Kennzeichen von Emotionen - Abgrenzungen: Stimmungslage, Disposition, Motivation ~ emovere: in Bewegung setzensind Motivatoren Signalfunktion von Emotionen: signalisieren Bedürfnisbefriedigung, Zielerreichung, ... Affektivität (Gefühlscharakter); Empfindungen - nicht zwingend bewusst Objektgerichtetheit (Intentionalität) Unwillkürlichkeit: automatisch ausgelöste Reaktion zeitlich begrenzt → Abgrenzung von globalen Stimmungslagen; diffus, länger andauerndund Dispositionen (Temperamente): zeitlich stabile Persönlichkeitseigenschaften, allgemeiner ObjektbezugMotivation: Bezugsobjekt liegt immer in der ZukunftEmotionen können auch als Motivationen dienen
- Was sind Emotionen? Reaktionskohärenz multidimensionales Konstrukt: Erlebenskomponente kognitive Komponente physiologische Komponente Ausdruckskomponente motivationale Komponente ad 1: Qualia-Problem: Schwierigkeit subjektive Inhalte objektiv erfassen, Beeinflussung verbalisierter Inhalte ad 2: Bewertungen, Werturteile, Kognitionen: evaluative Kategorisierungen; nicht zwingend bewusst ad 3: - Veränderungen der Aktivität im ANS. jedoch: nur positive und negative Emotionen lassen sich anhand von vegetativen Reaktionen zuverlässig unterscheiden- bildgebende Verfahren: subkortikale Strukturen zwischen Stammhirn und neokortikalen Hemisphären; häufig limbisches System (vage → wenig brauchbar)→ Amygdala: Furchtsystem, neokortikale Bereiche ad 4: äußern sich in Mimik, Haltung, Stimmemimischer Ausdruck wird stark vom sozialen Kontext und sozialen Darstellungsregeln beeinflusstFacial Feedback Hypothese: a) Aktivierung Emotionsprogramme über faziale Konfigurationen b) vaskuläre Veränderungen des zerebralen Blutflusses c) kognitive Inferenzen von Ausdruck auf emotionales Befinden ad 5: Verhaltensstrategien: bezogen auf abstrakte Verhaltensfunktionen - Emotionen weisen spezielle Reaktionsprofile auf; verschiedene Reaktionskomponenten emotionaler Reaktionen korrelieren auf verschiedenen Ebenen → eigentlich nur schwach: loser Zusammenhang
- Anzeige
- Wozu haben wir Emotionen? Funktionen Hypothese der somatischen Marker - Handlungsleitende Funktion- Informative Funktion- sozial-kommunikative Funktion - Aktivierung von Verhaltenstendenzen der Annäherung und Vermeidung durch positive und negative Emotionen→ regulieren Verhalten über breite motivationale Orientierungen - informieren als: Relevanz-Detektoren: lenken Aufmerksamkeit auf Chancen und Risiken in der Umwelt Überwachungssysteme: melden Fortschritte und Rückschläge in der Zielverfolgung Feedback-Systeme: signalisieren Folgen von Entscheidungen und Verhaltensweisen automatische Aufmerksamkeitslenkung: emotionale Reize stärker beachtet + Ablösung der Aufmerksamkeit erschwert Gedächtnis: emotionale Ereignisse: erhöhte Salienz + distinkter, bessere Erinnerung an zentrale Inhalte "Blitzlichterinnerung" → nimmt jedoch rapide ab: nicht gestützt Handlungssteuerung: Antizipatorische Emotionen nehmen emotionale Bewertungen von zukünftigen Ereignissen vorweg (z.B. Schuldgefühle bei erwarteter Übervorteilung)Zielbezogene Emotionen: Frustration (blockiertes), Enttäuschung (verpasstes), Stolz (erfülltes Ziel) → Feedback über aktuellen Stand des Handlungsregulation Belohnung und Bestrafung Urteilen und Entscheiden Hypothese der somatischen Marker:emotional markierte Verhaltensoptionen beeinflussen Entscheidungen: somatische Folgen (feuchte Hände) → später wird Verhaltensoption emotional markiert - soziale Signale: z.B. Lächeln als Regulation von zwischenmenschlichen Beziehungen → intra- und interpersonale Funktionen, funktional aber nicht immer vorteilhaft
- Wie entstehen Emotionen? 1) Biologische Ansätze was verursacht Emotionen? was ist eine Emotion? wie entstehen unterschiedliche Emotionen? Darwin: natürliche Selektion, adaptive Verhaltensweisen- Basisemotionen: eigenständiges informationsverarbeitendes System, das auf Klasse von Umweltreizen selektiv anspricht (Domänenspezifität) + auf dessen Verarbeitungsprinzipien können Prozesse außerhalb des Systems (z.B. Kognitionen) nur begrenzt Einfluss nehmen Emotionen werden von biologisch relevanten "Schlüsselreizen" ausgelöst, aber: auch moderne Drohreize → nicht plausibel biologisch vorbereitetes Lernen: angeborene Lernbereitschaften, die emotionales Lernen in bestimmten Situationen begünstigen synchron ausgelöster Reaktionskomplex: Erleben, Kognition, Motivation, Physiologie, Ausdruck → Emotion Emotionen grundlegend wenn: angeboren, bei allen unter ähnlichen Umständen auftreten, unverwechselbaren Ausdruck im Verhalten finden, distinkte physiologische Reaktionsmuster hervorrufenMischtheorien (Plutchnik), Prototypen: Basisemotionen um die sich verwandte Emotionen gruppieren - Unterschiede zwischen und innerhalb Personen, unklare Auslöser, geringe Reaktionskohärenz, Vernachlässigung kultureller und sozialer Einflüsse
- Wie entstehen Emotionen? 2) Kognitive Ansätze - Zielrelevanz: persönliche Relevanz → emotionale Reaktion, je stärker, desto intensiver- Zielkongruenz: persönlich bedeutsam kongruent mit Ziele/Wünsche/Normen → leichtere Realisierung von Zielenkognitive Vorgänge bestimmen Wert/Bedeutung einer Situation Attribution:- internale- externale- Verantwortlichkeit- Kontrollierbarkeitzuvor aktivierter Attributionsstil beeinflusst emotionale Reaktion der Person kognitive Einschätzung → sagt emotionale Erleben der Situation vorher + alltagsplausibel, Unterschiede zwischen und innerhalb von Personen, hohe Präzision- kognitive Verursachung von Gefühlen, nicht kognitive Einflüsse (Drogen), nur korrelativ, geringe Reaktionskohärenz, Anteil der Varianz unerklärt, unklar welche Einschätzungen grundlegend für Emotionsentstehung sind, welche Reihenfolge und wie in nicht-kognitiven Systemen
- Wie entstehen Kognitionen? 3) Konstruktivistische Ansätze Betonung von Variabilität der Reaktionen innerhalb eines EmotionstypsVariabilität innerhalb von Emotionen ist häufig größer als zwischen den Emotionskategorien konkrete Emotionen beruhen auf emotionalen Kategorisierungen von diffusen "Rohgefühlen"/Basisaffekten, Kategorisierungen werden von Wissen über Emotionen geleitet 2 Faktoren Theorie (Schachter)auch wenn in Valenz variieren, Basisaffekten fehlt Objektbezug → können "affektives Hintergrundrauschen" bilden "bottom-up" getriebene affektive Information (Basiseffekt) + "top-down" spezifizierte emotionale Kategorien, abhängig von interpretativen SchemataGefühlsreaktionen in unterschiedlichen Kulturen und Sprachgemeinschaften unterschiedlich benannt und erlebt + sozio-kulturelle Unterschiede, breiter Erklärungsanspruch- unklare Ursachen von Basisaffekt, unklare Auslöser einer emotionalen Kategorisierung, wenig empirisch überprüft
- Funktionen von Emotionen wie können wir Emotionen kontrollieren?: Emotionsregulation Gründe für Emotionsregulation: hedonistische Motivation: Lustmaximierung funktionale Motivation: "richtige" Emotion haben prosoziale Motive: z.B. niemanden verletzen Selbstschutz: psychologische Abwehrmechansimen → Eindrucksmanagement Arten von Emotionsregulationsstrategien: vor/nach Auftreten einer Emotion Situationsauswahl: emotionsauslösende Situtaionen strategisch aufsuchen/vermeiden Situationsmodifikation: aktive Veränderung Aufmerksamkeitskontrolle: Verstärkung emotionaler Reaktionen indem Aufmerksamkeit auf emotionale Aspekte gerichtet wird (Konzentration)/auf nicht-emotionale Aspekte, irrelevante Reize (Ablenkung) nach: kognitive Umbewertung: Neubewertung, Attribution, Abwehrmechanismen: Verdrängung, Leugnung, Intellektualisierung Reaktionskontrolle: emotionale Reaktion willentlich verstärken/unterdrückenUnterdrückung dann wahrscheinlich, wenn emotionale Befindlichkeit verborgen werden sollte Effektivität: besonders wirksam: 4) bei Ausdrucksunterdrückung wird kardiovaskuläre Aktivität der Person erhöht (unabhängig ob positive/negative Emotion unterdrückt), nur bei Unterdrückung nicht bei kognitiver Umbewertung+ verbraucht kognitive Ressourcen (ego-depletion) + behindert Interaktionen mit anderen Personen: reduzierte Expressivität und Reaktivität
- Tiefenpsychologische Motivationstheorie erste Triebtheorie der Motivation von Freud entwickelt:menschliche Motivation ~ Dampfkessel ⇒ unbefriedigte libidinöse Bedürfnisse erzeugen Spannungszustände kaum empirische Überprüfung: unterschiedliche Formen des Spannungsabbaus: Primär-, Sekundärprozesse, Spannungsreduktion durch Handeln/Denken, Fixierungen, Verschiebungen, Ersatzbefriedigung ... in Zusammenhang mit Steuerungsebenen und Funktionsprinzipien: Es, Ich, Über-Ich, Realitätsprinzip vs. Lustprinzip
- !!!!!!!!Feldtheorie von Lewin: - Umweltmodell !!!
- Psychologische Erwartung x Wert Modelle Das Konzept der Selbstwirksamkeit Bandura: wichtige Differenzierung innerhalb Ergebnis-ErwartungenHandlung-Ergebnis-Erwartungen vs. Person-Handlungs-Erwartungen/Selbst-Wirksamkeitserwartungen⇒ ob Verhalten begonnen/aufrechterhalten wird
- Psychologische Erwartung x Wert Modelle spezifische und generalisierte Erwartungen Erfassung allgemeiner, motivationsrelevanter Erfahrungen spezifische: beeinflussen Entscheidungen in vertrauten Situationen, konkret, basieren auf früheren Erfahrungen mit derselben oder ähnlichen Situationen generalisierte: in neuen und unvertrauten Situationen, bilden einen wichtigen Teil der Persönlichkeit, Ergebnis vielfältiger Erfahrungen, hohe zeitliche Stabilität - verschiedene Fragebögen:bekanntesten: Skalen zur Erfassung der Stärke internaler bzw. externaler Kontrollüberzeugungen (locus of control)generalisierte internale Kontrollüberzeugung: "mein Leben wird von meinem Verhalten bestimmt"externale: schwache Handlungs-Ergebnis-Erwartungen, Zufall/Schicksal, von mächtigen anderen Personen bestimmt