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Psychotherapie-Approbationsprüfung (Fach) / Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Lektion)

Repetitiorium

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  • Multiaxiale Klassifikationsschema für psychische Störungen im Kindes-und Jugendalter Biopsychosoziales Krankheitsmodell Achse I: klinisch psychiatrische Diagnose Achse II: umschriebene Entwicklungsstörungen (F80.0 des Sprechens und der Sprache, F80.1 schulischer Fertigkeiten, F80.2 motorischer Funktionen, F80.3 kombiniert) Achse III: Intelligenzniveau (9 Abstufungen von sehr hohe Intelligenz bis schwerste intellektuelle Behinderung) Achse IV: körperliche Symptomatik Achse V: assoziierte aktuelle abnorme psychosoziale Umstände (alle schädlichen äußeren Einflüsse, denen das Kind in den letzten 6 Monaten ausgesetzt war) Achse VI: Globalbeurteilung psychosoziale Anpassung (Unabhänig von Psychopathologie schulische, berufliche, psychische und soziale Leistungsfähigkeit, Maß für Beeinträchtigung, 8 Schweregrade, Bewältigung alterstypischer Entwicklungsaufgaben: soziale Beziehungen, soziale Autonomie, schulische und berufliche Anpassung, Interessen & Freizeitgestaltung)
  • Achse III OPD-KJ Struktur psychisches Funktionieren, Möglichkeit zur inneren und äußeren Abgrenzung, Selbstwahrnehmung & Selbststeuerung, Abwehr 1. Steuerung 2. Identität 3. Interpersonalität 4. Bindung
  • Achse IV OPD-KJ-2 Behandlungsvoraussetzungen - Beschwerden - Therapieerwartungen - Motivation - Ressourcen
  • Entwicklungsdimension OPD-KJ-2 alle Achsen werden in den unterschiedlichen Altersbereichen berücksichtigt Altersstufe 0: Geburt bis 1,5 Jahre (nur Beziehungsdimension) Altersstufe 1: 1,5-5 Jahre (Präoperational) Altersstufe 2: 6-12 Jahre (konkret operational) Altersstufe 3: ab 13 (körperl. reife foramö operationales Stadium)
  • Besondererheiten OPD-KJ-2 im Vergleich zu OPD-2 1. Entwicklungsdimension 2. Handlungsdimension (Vor allem Sprache) 3. Beziehungsachse: Versucht neben dyadischer (die im OPD-2 ausschlaggebend ist) auch triadische und polyadische Beziehungen zu berücksichtigen).
  • ZERO TO THREE - Diagnostische Klassifikation: 0-3 - für Säuglinge und Kleinkinder (0-3 Jahre) - von amerikanischem national center for infants toddlers and families Achse 1: Primäre Diagnose (Störung des Affekts, Regulationsstörungen usw.) Achse 2: Klassifikation der Beziehung (Qualität der Beziehung zischen Eltern und Kind) Achse 3: medizinisch bedingte und Entwicklungsstörungen Achse 4: psychosoziale Stressoren Achse 5: funktionales und emotionales Entwicklungsniveau
  • welche Voraussetzungen psychoanalytisch begründeter Therapieverfahren sind im Kindesalter noch nicht erfüllt? - Verbalisationsfähigkeit - Selbstreflexion - Frustrationstoleranz - Einsicht - Eigenmotivation - therapeutische Ich-Spaltung
  • können VT Techniken auch bei KIndern zur Anwendung kommen? - prinzipiell können nahezu alle Methoden auch bei Kindern zum Einsatz kommen - müssen kindergerecht gestaltet werden "Kindermanuale" - muss allatgsnah sein und an auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen ansetzen - Einbezug der Bezugsbersonen
  • Therapie exzessives Schreien Regulationsstörungen im Säuglingsalter - intensive Beratung der Eltern (Ruhe, Rhythmus, Regelmäßigkeit) - Fester Tagesablauf - Vermeidung von Überreizung und Übermüdung - Signale des Babys verstehen lernen - Timeout für Eltern - Psychoedukation über Gefahren des Schüttelns
  • Diagnostik frühkindliche Ein- und Durchschlafstörungen Baby muss >6 Monate sein - Einschlafen > 30 min - nächtliches Aufwachen > 20 min - >4x wöchentlich >3x aufwachen und nicht alleine wieder einschlafen
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  • Synonym für stottern Balbuties
  • Epidemiologie Enuresis kann ab 5 Jahren (tatsächliches und geistiges Alter) diagnostiziert werden unter 7 Jahren 2x monatl, darüber reicht 1x - 2-5 x häufiger als Einnässen am Tag - Jungen 2x häufiger - Prävalenz: 4-Jährige: 20%, 7-Jährige: 10% - Hohe Spontanremissionsrate: jährliche Abnehme der Enuretiker um 13%
  • Epidemiologie funktionelle Harninkontinenz - mehr Mädchen als Jungen betroffen - 5% aller 7-jährigen nässen tagsüber ein
  • Epidemiologie Enkopresis Chronologisches und geistiges Alter von mindestens 4 Jahren (mind 1x pro Monat über einen Zeitraum von 6 Monaten) - 2% aller Schulkinder - Jungen 4x so häufig - bis zum 3. LJ sind 97% der Kinder Stuhlkontinent
  • Therapie ideopathische Dranginkontinenz - operante Verfahren - KVT - Blasentraining (spezifische Geräte) - ggf. Pharmatheraopie (Anticholinergikum) → Ziel: Kontrolle der Drangsymptome ohne Haltemanöver
  • Hrninkontinenz mit Miktiationsaufschub Ziel: regelmäßige Toilettengänge - operante Methoden (Kalender) -  Alarmgeräte
  • Therapie Detrusor-Spinkther-Dyskoordination Ziel: Möglichst weitgehende Entspannung während der Miktiation - Biofeedback - häufig im stationären Setting
  • Wirkmechanismus apparative Verhaltenstherapie Vermeidungslernen (keine klassische Konditionierung)
  • Indikation Pharmakatherapie bei Enuresis - Therapieresistenz gegenüber anderen Methoden - Kombinationsbehanldung - Motivationssteigerung - szezifische Indikation (Klassenfahrten, zuspitzung familiäre Lage) - Langzeittherapie therapieresistente Jugendliche Desmopressin (Analogon ADH, dadurch Reduktion der nächtlichen Urinproduktion, UAW: Hyponatriämie, Wasserintoxikation, keine Todesfälle, 70% Reduktion der nassen Nächte) Antidepressiva (v.a. Imipramin, Nutzung UAW antidiuretischer Effekt, jedoch kardiale UAW, Todesfälle)
  • Pharmatherapie funktionelle Harninkontinenz anticholinere Medikation bei idiophatischer Dranginkontinenz Oxybutinin Propiverin
  • Offizialdelikt sexueller MIssbrauch Stastsanwaltschaft muss nach Kenntnisnahme Strafverfahren einleiten
  • Epidemiologie sexueller Missbrauch Mädchen: 2-45% Jungen: 1-16% Mädchen 3x häufiger 90% innerhalb Familien- oder Bekanntenkreis sexueller Missbrauch durch Fremde eher bei Jungen
  • Folgen sexueller Missbrauch Erwachsene - PTBS - chron. Depression und Angst - PS-Störungen (v.a. F60.31) - SSV - Substanzmissbrauch - Suizidales Verhalten - Essstörungen
  • Synonym Nägelkauen Onychophagie
  • Nachahmung SSV in Psychiatrien nosokominale Selbstverletzung
  • Störungen, im Jugendalter, bei denen komorbid SVV auftreten kann - Borderline - Essstörungen - Dissoziative Bewusstseinsstörungen - Drogenmissbrauch - Störungen des Sozialverhaltens oder Intelligenzminderung, geistiger Behinderung, Autismus, Schizophrenie
  • Diagnostik Lese- Rechtschreibstörung - deutliche Diskrepanz zwischen Deutsch und anderen Schulfächern - pädiatrisch- neurologische Untersuchung - ausführliche Anamnese (Schulangst, positive Familienanamnese, Sprech- und Sprachstörungen) - Fremdanamese - spezifische Lese- und Rechtschreibtests - Intelligenztest
  • spezifische Lese- und Rechtschreibtests AID-2: Allgemeines Intelligenzdiagnostikum KABC-II (Kaufmann Assessment Battery for Children) HAWIK-IV (Hamburg Wechsler Intelligenztest für Kinder) BUEVA (Basisdiagnostik für umschreibene Entwicklungsstörungen im Vorschulalter) spezielle Lesetests: KNUSPEL-L SLS 1-4 (Salzburger Lesescreening 1-4) WLLP (Würzburger leise-lese Probe) spezielle Rechtschreibtests: DERET-Reihe (Deutscher Rechtschreibtest) HSP (Hamburger Schreibprobe) WRT-Reihe (Weingartener Grundwortschatz-Rechtschreibtests)
  • Komorbiditäten Lese-Rechtschreibstörung ADHS Sprech- und Sprachstörungen Dyskalkulie Störungen des Sozialverhaltens Angststörungen (Schulangst) somatische Störungen mit zunehmendem Alter Depression
  • Folgen Lese-Rechtschreibstörung äußerst stabile Erkrankung Rechtschreibprobleme persisteren bis ins Erwachsenenalter Arbeitslosenquote 6x höher Sucht und Delinquenz
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  • spezifische Rechentests ZAREKI-R (Testverfahren zur Dyskalkulie) HRT 1-4 (Heidelberger Rechentest) RZD 2-6 (Rechenfertigkeiten und Zahlenverarbeitungsdiagnostik) DEMAT-Reihe (deutscher Mathematiktest)
  • Komorbidität ADHS 2/3 betroffen - 50% oppositionelle Störung des Sozialverhaltens - 30-50% Störung des Sozialverhaltens - bis 40% affektive Störungen (Depression) - bis 30% Angststörungen - bis 25% umschriebene Entwicklungsstörungen und Lernstörungen - bis 20% Legasthenie - ca 50% Einschlafstörungen - ca 20-50 % Somatisierungsstörungen
  • Mittel der dritten Wahl bei Kindern mit ADHS nachdem Methylphenidat und Atomoxetin nonresponse: Dexamphetamin (Attentin) seit 2014 für Kinder ab 6 Jahren außerdem Lisdexamphetamin (Elvanse) zur Verfügung = Prodrug Dexamphetamin
  • Auswirkung Störung mit Trennungsangst im Kindesalter Wahrscheinlichkeit für psychische Störung im erwachsenenalter erhöht
  • Prävalenz Depression Kinder und Jugendliche Kinder: 2% Jugendliche: 6%
  • Symptome Depression Säugling anaklitische Depression bei anhaltender Deprivation und mangelnder Zuwendung - vermehrtes Weinen - Rückzug - Apathie
  • Symptome Depression Kleinkind (8) - Entwicklungsverögerungen - Gehemmtheit - Trennungsangst - häufiges Weinen - Reizbarkeit - Keine Lust zu speielen, mangelnde Fantasie - selbststimulierendes Verhalten - Ess- und Schlafstörungen
  • Symptome Depression Vorschulkind (5) -leicht irritierbar - passiv, teilnahmslos - introvertiert - traurige Mimik - Aggression
  • Symptome Depression Schulkind (5) - verbale Berichte über Traurigkeit - niedriger Selbstwert - unfähigkeit, Freizeit zu gestalten - suizidale Gedanken möglich - Schulleistungsstörungen
  • Symptome Depression Jugend typische Symptome der Depression treten in den Vordergrund - sozialer Rückzug, negative Sicht der Welt, der eigenen Person und der Zukunft, typische vegetative Symptome - Anstieg Rate an Zuizidgedanken und Versuchen ICD-10: F32, F43.2 oder F92.0 (Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung)
  • Pharmatherapie Depression Kinder SSRI Fluoxetin in deutschland ab 8 Jahren zugelassen
  • Epidemiologie Ticstörung - GS: 4-12% einmal vorübergehend einen Tic - 3-4% chronische Symptome einer Tic-Störung - 1% Tourette-Syndrom - familiäre Häufung von Tics - Jungen 3:1 Diagnostik: Yale-Tourette-Symptom-Skala
  • Komborbiditäten Tic-Störung 90% weisen noche eine andere Störung auf - 75% ADHS - 60% Zwang - 25% affektive Störung (Depression) - 20% Angststörung - 60% SVV - 40% Schlafstörung
  • Pharmakotherapie Tic-Störung Methylphenidat kann es verschlimmern oder verstärken (oder paradoxerweise auch verbessern) indiziert ist D2-Antagonist Sulpirid
  • Pharmakotherapie Zwangsstörung im Kindesalter SSRI Fluvoxamin ab 8 Jahren
  • Faktoren, die WKT bei erlebtem Trauma für PTBS im Kindesalter erhöhen - prätraumatische psychische Morbidität (Resilienz) - erlebte Lebensgefahr - Schwere des Stressors - Wahrgenommene Unterstützung durch die Eltern - mögliche PTBS der Eltern - Koinzidenz mit weiteren belastenden Lebensereignissen
  • Bindungsverhaltenssystem - wechselseitige Beziehungen - Mutter und Kind erkennen Verhaltensmuster des anderen an bestimmten Signalreizen wie Aussehen und Verhalten (interaktive Synchronisierung) - Kind entwickelt daraus ein Arbeitsmodell mit mentalen Respräsentationen über Selbst, Welt, andere und Beziehung