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Psychotherapie-Approbationsprüfung (Fach) / Psychopharmakologie (Lektion)
Psychopharmakologie
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- Unerwünschte Wirkungen Neuroleptika 1. Frühdyskinesien ⇒ Überschießende Bewegungen und Krämpfe (v.a. Gesichts- Augen und Zungenmuskulatur) - früh und reversibel, besonders nach Behandlungsbeginn und bei Dosierungserhöhung - Anticholinerge Medikation (Akineton) 2. Parkinsonsyndrom ⇒Tremor, Rigor, Akinese (+Einschränkung der Feinmotorik, reduzierte Mimik, kleinschrittiger Gang, erhöhter Muskeltonus, Zittern) - früh und reversibel - bei 30% der Behandelten - häufiger bei hochpotenten typischen Neuroleptika - Behandlung: Akineton, Dosisreduktion, Umstellung auf atypische Neuroleptika 3. Akathisie ⇒ Öuälende Sitzunruhe - früh und reversibel - häufig bei hochpotenten typischen Neuroleptika Behandlung: Dosisreduktion, Benzos 4. Spätdyskinesien
- Spätdyskinesien unwillkürliche Bewegungen im Gesichts- Rachen und Extremitätenbereich (Schmatzbewegungen, Blinzeln) spät und oft irreversibel bei 10-20% der Behandelten frühestens 1/2 Jahr nach Behandlungsbeginn meist nach Jahren Behandlung: Niedrigstmögliche Dosis, Prophylaxe, Akineton wirkungslos oder sogar verschlechternd, eventuell Clozapin (Leponex)
- Typische Neuroleptika - Blockade D2 Rezeptoren im limbischen system aber auch im Striatum - stark antipsychotische Wirkung (Wahn, Halluzinationen) - UAW: extrapyramidal-motorisch - Haloperidol (Haldol), Fluspirelen (Fluspi, Imap), Flupentixol (Fluanxol), Sulpirid (Neogama), Promethazin (Atosil)
- Atypische Neuroleptika - Blockade D4 Rezeptoren im limbischen System aber nicht mehr im Striatum - wirken weniger stark antypsychotisch - beeinflussen auch die Negativsymptomatik - UAW: signifikant weniger UAW als typische Antipsychotika - Clozapin (Leponex), Olanzapin (Zyprexa), Quetiapin (Seroquel)
- Trizyklische Antidepressive Desipramin (Petylyl) Imipramin (Tofranil) Amitriptylin (Saroten) Trimipramin (Stangyl) Clomipramin (Anafranil) Doxepin (Aponal) Nortriptylin (Nortrilen) Protriptylin (Vivactil, Concordin)
- Tetrazyklische Antidepressive ähnlich wie TZA - stimmunfsaufhellend, unterscheidliche Wirkung auf den Antrieb - Mirtazapin (Remergil) - Mianserin (Tolvil)
- SSRI - stimmungsaufhellend, nicht sedierend, dadurch wenig leistungsmindernd - zu Beginn: Agitierend - UAW: Unruhe, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Appetitlosigkeit, Schlafstörung, vorübergehende sexuelle Funktionsstörungen - Fluoxetin (Fluctin) - Citalopram (Cipramil) - Escitalopram (Cipralex) - Sertralin (Gladem) - Paroxetin (Seroxat)
- zentrales Serotoninsyndrom - gastrointestinale Symptome - Fieber - Psychopathologische Auffälligkeiten (Delir, Erregung) - Bewusstseinsstörungen - Koma - Krampfanfälle - Organversagen ⇒ lebensbedrohlich in seltenen Fällen tödlich
- F12 Cannabinoide (Haschisch, Marihuana) kurzfristige Wirkung Euphorisierung, Sedierung, halluzinogene Effekte: - Entspannung und Beruhigung bis Apathie - Euphorie - rote Augen - Mundtrockenheit - vermehrter Appetit - veränderte Sinneswahrnehmung - Veränderung Raum-Zeit-Erleben - Denkstörungen - Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen - Beeinträchtigtes Beurteilungsvermögen + ICD-10: Misstrauen, paranoide Vorstellungen akustische, optische, taktile Illusionen Hallizinationen bei erhaltener Orientierung Depersonalisation, Derealisation
- Langfristige Folgen Cannabinoide Amotivationales Syndrom (Passivität, Letargie) - Störungen der Merkfähigkeit (noch Wochen später) - Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit (Arbeit, Verkehrstüchtigkeit) - Erhöhte Anfälligkeit für psychische Störungen (Ängste, Depressionen, Psychosen → Horrortrips, Flashbacks)
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- Entzugserscheinungen Cannabis eher keine Tage bis Wochen Angst, Reizbarkeit, Tremor der Hände, Schwitzen, Muskelschmerzen
- Entzugserscheinungen Sedativa / Hypnotika heftiger körperlicher Entzug der bis zum Tod gehen kann - Tremor (Hände, Zunge, Auge) - Übelkeit - Hypotonie, Tachykardie - psychomotorische Unruhe - Kopfschmerzen - Insomnie - allgemeines Krankheitsgefühl - vorübergehende Halluzinationen - paranoide Vorstellungen - Krampfanfälle
- Medikamentenanamnese psychotrope Substanzen 1. Malariaprophylaxe (Angst & Depression) 2. Parkinsonmedikamente (Unruhe, Depression, Schlafstörungen, Verwirrtheit) 3. Corticoide (Veränderung der Stimmungslage (Euphorie oder Depression), Schlafstörungen, paranoides Denken 4. Interferontherapie (Suizidalität, Depression) 5. Antihistaminika (Müdigkeit, Schlafstörungen, Delir) 6. Antiepileptika (Depression, Müdigkeit, Benommenheit, Gereiztheit, Aggressivität) 7. Betablocker (Müdigkeit, Schlafstörungen, Depression)
- Pharmakokinetik Was macht der Körper mit dem Medikament? 1. Aufnahme 2. Verteilung 3. Metabolisierung 4. Ausscheidung (Leber, Galle, Darm, Niere, Blase)
- Halbwertszeit Zeit, in der die Plasmakonzentration eines Stoffes auf die Hälfte des anfänglichen Wertes gefallen ist →wichtig für Dosisintervalle
- Pharmakodynamik Was macht das Medikament mit dem Körper? Wirkung von Substanzen am Wirkort Beziehung zwischen Konzentration und Wirkung
- Wirksamkeit therapeutische Nützlichkeit
- Toleranz bei Psychotropen Substanzen vermindertes Ansprechen auf Substanz Dosissteigerung Tachyphylaxie: Abschwächung der Wirkung eines Medikamentes bei wiederholter Gabe in kurzen Zeitabständen Grund: Entleerung intrazellulärer postsynaptischer Speicher
- Anwendungsbereiche Antidepressiva (9) - Depressive Störungen - Angststörungen - Zwangstörungen - Essstörungen (v.a. Bulimie) - chron. Schmerzstörung - somatoforme Störungen - Schlafstörungen - PTBS - prämenstruelles Syndrom, chronic Fatigue
- Anwendung SSRIs Akuttherapie: 6-8 Wochen Erhaltungstherapie: 12 Monate Rezidivprophylaxe: bis 3 Jahre
- Indikation Lithium zur Phasenprophylaxe - bipolare Störungen - schizoaffektive Störungen (nicht in Deutschland zugelassen) - Manien - unipolare depressive Störungen - therapieresistente Depression (Lithiumaugmentation, Verstärkt die Wirkung von Antidepressiva)
- Blutplasmaspiegel Lithium 0,6-0,8 mmol/l → therapeutische Breite sehr gering, daher regelmäßige Kontrollen notwendig → im ersten Monat wöchentlich, dann im ersten halben Jahr monatlich, dann vierteljährlich Kontrolle: Körpergewicht, Halsumfang (Struma), Nierenwerte (Kreatinin), Schilddrüsenhormone
- UAW Lithium - feinschlägiger Tremor - Gewichtszunahme - Nieren: Nierenfunktionsstörung, Polyurie (Niere kann nciht mehr so gut konzentrieren), krankhaft gesterigertes Durstgefühl (Polydipsie) - Schilddrüse: Hypothyreose, Struma, TSH-Anstieg - ZNS: Müdigkeit, kognitive Störungen (Konzentration, Gedächtnis) - Gastrointestinale Beschwerden (Diarrhoe, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitverlus) - Muskelschwäche - Blutbildveränderungen - EKG-Veränderungen
- Lithiumintoxikation Gründe: Überdosierung, zu starkes Schwitzen, Durchfall, Nierenfunktionsstörung, Kalum- oder Kochsalzmangel (z.B. durch Diät) Symptome: - grobschlägiger Tremor der Hände - Übelkeit, Erbrechen, Durchfall - Abgeschlagenheit, Vigilanzmiderung, psychomotorische Verlangsamung - Schwindel, Ataxie, Muskelzuckungen Gesicht später: Rigor, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit- Koma, Herz-Kreislaufversagen
- Kontraindikationen Lithiumbehandlung - Parkinson - Nierenerkrankung - gesenkte Krampfschwelle - Hypothyreose - Herz-Kreislauferkrankungen
- UAW Carbamazepin - Somnolenz - Sedierung - Schwindel - Ataxie - Appetitlosigkeit - allergische Hautreaktionen - Blutbildveränderungen
- UAW Valproinsäure - Schläfrigkeit - Verwirrtheit - Kopfschmerz - Tremor - gastrointestinal - Blutbild - Leberfunktionsstörung (selten tödlich)
- Indikation Neuroleptika - Schizophrenie - Schizoafektive Störung - Bipolare Störung (Akutbehanldung Manie oder Phasenprophylaxe) - Depression mit psychotischen Symptomen Begleitbehandlung bei: → Persönlichkeitsstörungen, Angst, Zwang, Depression ohne psychotische Symptome, Demenz, oragnische Psychose, Schmerzsyndrome
- Anwendungsdauer Neuroleptika Initialphase: früher Medikationsbeginn um Positivsymptomatik zu reduzieren Stabiliserungsphase: Vorsichtige Dosisreduktion Langzeittherapie zur Rückfallprophylaxe: Möglichst mit Medikament aus Initialphase Ersterkrankung: 1 Jahr Rückfall innerhalb erstem Jahr: 3-5 häufige Rezidive: unbegrenzt
- malignes neuroleptisches Syndrom - V.a. bei Behandlungsbeginn, männlichen Patienten und Lithium - 20% tödlich - hohes Fieber - Bewusstseinsstörung - Koma - erhöhter Muskeltonus (Rigor) - vegetative Störungen (Herzrasen schwitzen) - Blutwerte können entgleisen → intensivmedizinische Behandlung
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- Indikation Tranquillizer - Angststörungen - psychiatrische und internistische Notfälle - psychosomatische Erkrankungen Nebenindikationen: - muskuläre Verspannungszustände - Erregungszustände - Schizophrenien - Suizidalität
- Substanzgruppen Tranquillizer - Benzodiadephine: Zur Anxiolyse welche mit kurzer Halbwertszeit einsetzen - Pregabalin (Lyrica): GABA- Analogon, wirkt sedierend, geringes Abhängigkeitspotential - Buspiron (Bespar): Antagonist Serotonin, Anxiolyse ohne Sedierung, dauert aber lange bis es wirkt, keine Toleranz und Abhängigkeitsentwicklung - Opipramol: TZA, stimmungsaufhellendes Anxiolytikum, macht nicht abhängig - Betablocker (Trasicor, Beloc, Dociton): Antagonist Adrenalin und Noradrenalin, blockiert die rezeptoren am Herzen, senkt Puls und Blutdruck, Nebenwirkung Anxiolyse - pflanzliche Mittel: Hopfen, Baldrian, beruhigend. Je nach präparat Nebenwirkungen (Magen-Darm, Kopfschmerz, Juckreiz)
- Benzodiazephine Indikation (9) nosologieübergreifend und symptomorientiert - Notfallmedikation - vor Narkose - muskuläre Verspannungszustände (Spasmen) - Angst- Schlaf- psychovegetative Störungen (eingeschränkte Indikation) - Erregungs- und Spannungszustände - Krampfanfälle, Status Epilepticus - Akutphase Schizophrenie - agitierte Depression, Manie - initial antidepressive Meidkation (Suizidalität)
- Wirkungsweise Benzos verstärken die Empfindlichkeit der GABA Rezeptoren → Verstärken die GABA-erge Hemmung → anxiolytisch, sedierend, hypnotisch, muskelrelaxierend, antikonvulsiv
- Entzugsymptom schwer Benzos (9) - schwere Angstzustände - Derealisation / Depresonalisation - Schwindel - Suizidalität - Verwirrtheit - verzerrte Wahrnehmung - Muskelzittern - Krampfanfälle - psychoseartige Zustände
- Entzugsymptome Benzos leicht (9) - Unruhe - Angst - Dysphorie - Reizbarkeit - Kopfschmerz - Schlafprobleme - Schwitzen - Übelkeit - Tremor
- Subgruppen Hypnotika (Antiinsomnika) 1. Benzodiazepine 2. Non-Benzodiazepin-Hypnotika (Cyclopyrrolone, Zopiclon (Ximovan), Zolpidem (Stilnox), Zaleplon (Sonata) 3. sedierende Antidepressiva (Amytriptylin (Saroten), Doxepin (Aponal), Trimipramin (Strangyl)) → bei Abhängigkeitserkrankungen 4. niedrigdosierte Antipsychotika (Prometazin (Atosil) → zweites Mittel der Wahl bei Abhängigkeit 5. Antihistaminika 6. pflanzliche Präparate 7. Barbiturate (gute hypnotische Wirksamkeit aber geringe therapeutische Breite, macht sehr stark abhängig, unterliegt Betäubungsmittelgesetz, Schwarzmarkt) 8. Melatonin (Zirbeldrüse, Überwindung Jetlag, gering sedierend) 9. Clomethialzol (Distraneurin, nur stationär, da starkes Abhängigkeitspotential, sedierend, antikonvulsiv, hypnotisch) 10. Chloralhydrat ("Chloralismus"→ wegen Gefahr der Abhängigkeit nur selten verwendet)
- UAW Psychostimulanzien - verringerter Appetitt - Schlafstörungen - Kopfschmerz, Schwindel - Tachykardie - Hypertonie - Pupillenerweiterung - Schwitzen, Hypertermie
- UAW Methylphenidat (6) - Durchschlafstörungen - Appetitverlust - erhöhter Blutdruck und Herzfrequenz - Tic-Störungen - passagere Wachstumsstörungen - Depression, Ängstlichkeit
- relative Kontraindikationen Methylphenidat - mangelnde Compliance der Eltern - Gefahr Medikamentenmissbrauch - Toc-Störung - Psychosen - geringe Krampfschwelle - Herz-Kreislauferkrankungen -
- Medikamente gegen Demenz Acetylcholinesterasehemmer (Aricept, Reminyl) Nootropika (wirken nicht wesentlich auf ACTH, aber wirken durchblutungsfördernd, Ginko)
- Anticholinergika (Akineton) gegen extrapyramidale UAW und Parkinsonoid Spätdyskinesien verschlichterin sich unter Akineton → haben sympatikomimetische Eigenschaften, vegetative Nebenwirkungen
- Entwicklung Alkoholabhängigkeit nach Jellinek 1. Voralkoholische Phase (soziales Trinken, Erleichterungstrinken- täglich) 2. Prodromalphase (Gier, gedankliche Ausrichtung, heimlich, Schuld, Toleranz) 3. Kritische Phase (Kontrollverlust, morgens trinken, psychische Abhängigkeit) 4. Chronische Phase (tagelange Räusche, psychotisches Erleben, Entzugssymptome, am ehesten Behandlungsbereit)
- Einteilung der Alkoholiker nach Jellinek 1. Alpha-Typ: Erleichterungstrinker (trinken um innere Spannung und Konflikte zu beseitigen) 2. Beta-Typ: Gelegenheitstrinker (soziale Anlässe große Mengen) 3. Gamma-Trinker: Rauschtrinker, Alkoholiker (längere abstinente Phasen und Phasen starker Berauschung) 4. Delta-Typ: Spiegeltrinker, Alkoholiker (Kosum um Spiegel tag und Nacht zu halten, wirkt nie wirklich betrunken, nicht Abstinenzfähig) 5. Epsilon-Trinker: Quartalstrinker, Alkoholiker (unregelmäßige Intervalle exzessiven Konsums über Tage und Wochen, dazwischen monatelang Abstinenz)
- akuter Alkoholrausch (5) - Enthammung - Lallen - Denkstörung - Gang- und Standataxie - Nystagmus
- komplitzierter Alkoholrausch - intensiver Rausch - Erregungszustände - Amnesie - Delir - paranoides Denken, Halluzinationen - Suizidalität
- pathologischer Rausch - exogene Psychose (<1h) - Aggression und Gewalt (PS-fremd) - Alkoholmenge, die bei den meisten Menschen keine solche Reaktion hervorrufen würde - verminderte Toleranz (Hirnerkrankung, körperliche Erschöpfung) - danach Dämmerzustand mit Halluzinationen
- Alkoholpsychose - Angst - akustische Halluzinationen (beschimpfend) - selten
- Einfacher Alkoholentzug (10) - Tremor (Hände, Zunge, Augenlieder) - Schwitzen - Insomnie - Krankheitsgefühl - Tachykardie - Übelkeit - Kopfschmerz - psychomotorische Unruhe - vorübergehende Hallus - ev. Krampfanfälle
- Delirium Tremes - v.a. bei unbeabsichtigtem Entzug - Alkoholpsychose - kann aber auch unter kontinuierlicher Alkoholgabe auftreten - davor Prädelir - grobes Zittern - Störung Vigilanz - unverständliches Sprechen - Hallus (Tiere, bewegte Objekte) - illusionäre Verkennung - Suggestibilität - vegetative Symptome - Krampfanfälle →lebensgefährlich