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Persönlichkeitspsychologie Aufbau (Fach) / Testkonstruktion (Lektion)
Planung und Entwurf eines Tests
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- Testvorbereitung Was soll der Test messen? Für wen soll der Test geeignet sein? Welchen Verwendungszweck soll der Test haben?
- Was soll der Test messen? - Definition des Merkmals (z.B. Fachliteratur oder eigene Arbeitsdefinition) - Konzeptuelle Einengung oder Erweiterung - ein- oder mehrdimensional
- Für wen soll der Test geeignet sein? - Itemformulierung >> Verständlichkeit
- Welchen Verwendungszweck soll der Test haben? - Geltungs- oder Anwendungsbereich - Einsatzbedingungen - Erforderliche Expertise, Durchführungsbedingungen
- Konstruktionsprinzipien 1. Rationale (deduktive) Konstruktion 2. induktive Konstruktion 3. externale Konstruktion 4. Prototypenansatz
- Rationale (deduktive) Konstruktion Orientierung an Theorien, von obene nach unten 1. Schritt: auf Basis von bestehenden Theorien (Literaturrecherche), Konstrukt definieren >> Itemmenge >> 2. diese muss dann erprobt werden statistisch geeignet? inhaltlich geeignet? um das Konstrukt zu erfassen = Itemanalyse 3. ggf. Revision 4. Endversion: Validierung >> ja? 5. Normierung
- Beispiel rationale (deduktive) Testkonstruktion I-S-T 2000 Basis: Thurstone, Cattell, Speramn 1. Primärfaktoren von Thurstone: Grundmodul mit 5 von 7 Primärfaktoren (verbal, numerisch, figurale Intelligenz, Merkfähigkeit, schlussfolgerndes Denken = verbal + numerisch + figural) 2. Fluide und kristallisierte Intelligenz von Horn und Cattell: Erweiterungsmodul mit Wissensfragen
- induktive Konstruktion = empiriegeleitet - konträr zu deduktivem Ansatz, d.h. hier von unten nach oben - Empirie definiert das KOnstrukt und entscheidet über Items = innovativer keine klare Vorstellung über Merkmal oder Konstrukt Items werden aufgrund vager Vorstellung und Literatur generiert exploratische Faktorenanylse durchführen Faktoren interpretieren Ableitung einer Theorie
- Beispiel induktive Konstruktion BIG-FIVE Ursprung: Sedimentationshypothese / Lexikalischer Ansatz Allport & Odbert haben Wörterbücher nach Adjektiven, die Persönlichkeiten beschreiben, durchforscht >> 18.000 Wörter Catell extrahierte 4500 Eigenschaftswörter im engeren Sinne Personen schätzen andere Personen anhand der ausgwählten Eigenschaften ein >> Eigenschaftsgruppen bilden Faktorenanalyse, um Gruppen zu extrahieren 12 Bekanntenbeurteilungsfaktoren von Cattell vs. 5 Faktoren
- externale Konstruktion / kriteriumsbezogene Skalenentwicklung Orientierung an Personengruppen Vorlegen einer möglichst großen und inhaltich breit gefächerten Anzahl von Items, die gar nicht so viel mit dem Konstrukt zu tun haben, sondern Alltagsbereiche betreffen (Itemauswahl durch mehr oder weniger explizite Hypothesen geleitet) Erprobung der Items an einer Personengruppe, die sich hinsichtlich des Kriteriums stark unterscheidet Auswahl jener Items, die am besten zwischen den Gruppen unterscheiden Ziel: Instrument zur Klassifikation oder Diskriminierung von Gruppen (bspw. Gesunde vs. Schizophrene)
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- Besonderheiten bei der externale Konstruktion Kreuzvalidierung nötig (Items müssen einer 2. Stichprobe vorgelegt werden) geringe Augenscheinvalidität heterogene Items Interpretation im Sinne von Wahrscheinlichkeiten dafür, der einen oder anderen Gruppe anzugehören (keine dimensionale Interpretation)
- Beispiel externale Konstruktion MMPI 1000 Items: allgemeine Gesundheit, familiäre & eheliche Beziehung, sexuelle & religiöse Einstellungen, emotionale Zustände) Kontrollgruppe vs. klinisch auffällige Personen 566 Items mit signifikanter Diskriminierung >> zu Skalen zusammengestellt (Lügenskala, Hypchondrie, Depression, usw.)
- Prototypenansatz basiert auf Laienwissen * als Kombi mit deduktivem Ansatz sehr gut geeignet Sammlung protoypischer Vorstellungen: Act-Frequency-Approach Stichprobe aus der Zielpopulation (Laien): sollen an eine Person denken, die eine bestimmte Eigenschaft hat und prototypische Verhaltensweisen nennen Ableitung von Items Beurteilung der Items (auf Basis einer zweiten Stichprobe) bzgl. der Prototypizität für die Eigenschaft
- Schritte der Testkonstruktion Testvorbereitung Konstruktionsprinzipien Itemgenerierung Fehlerquellen
- Komponenten eine Items Stimulusteil Reaktionsteil Items sollten sich immer nur auf eine latente Vaiable beziehen
- Gewissenhaftigkeit facettenreiches Konstrukt: Kompetenz, Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben, Selbstdisziplin, Besonnenheit >> jeder der Teilbereiche wird wiederum genau definiert Person mit hoher Ausprägung: zeilstrebig, willensstark und entshclossen korrespondiert mit akademischen Leistungserfolg Kehrseite: übertrieben hohes Anspruchsniveau zwanghafte Ordentlichkeit Arbeitssucht
- Itemtypen Beschriebung von Reaktionen (beobachtbare Handlungen, physische Reaktionen) Eigenschaftszuschreibungen Wünsche und Interessen Biografische Faktoren Einstellungen und Überzeugeungen Raktionen anderer >> heterogene und differenzierte Items sind gut, können aber auch dazu führen, dass man keine Gruppen mehr bilden kann
- Itemformulierung (beachten) Verständlichkeit Fachbegriffe / Fremdwörter vermeiden negative Formulierungen / doppelte Verneinungen vermeiden lange Items vermeiden 2. Eindeutigkeit nicht mehr als einen sachlichen Gedanken (ich fahre gerne und schnell Auto) keine Konditionalsaätze (Aussagen sollten icht an eine Kondition, wie z.B. Klavierspielen gebunden sein >> sollten möglichst für alle innerhalb ihres Erfahrungsbereiches liegen) keine Universalausdrücke (bin immer gut gelaunt) außerdem vermeiden: Sugestion, Gemeinplätze (ich möchte gerne meine Ziele erreichen), felhende Passung zwischen Itemstamm und Antwortformat
- allgemeine vs. spezifische Items "ich bin dominant" vs. "bei gemeinsamen Aktionen übernehem ich gerne die Führung" Problem: je konkreter die Items, desto höher die Gefahr, dass es außerhalb des Erlebnisbereichs eines Testanten liegt und er das Item nicht beantworten kann >> man braucht dann mehr Items, um die komplette Eignschaft abzudecken
- Antwortformate frei Kurzaufsatz Ergänzungsaufgaben gebunden Ordnungsaufgaben (Zuordnung- & Umordnungsaufgaben) Auswahlaufgaben (Dichotome & Mehrfachwahlaufgaben) Beurteilungsaufgaben (Analagoskala & Ratingskala)
- Freies Antwortformat Völlig frei Bsp.: schriftlich oder mündlich (strukturierte klinishce Interviews, projektive Tests, Kreativitätstests) + geeigent, wenn komplexes Denken, originelle Lösungen erfassten werden sollen - aufwendig, Auswertungsobjektiviät eingeschränkt, von Ausdrucksfähigkeit abhängig eingeschränkt freie Antworten Bsp.: Wissenfragen oder Rechenaufgaben + geeignet, wenn verfügbares Wissen sowie originelle Lösungen erfasst werden sollen - aufwendige Asuwertung, Auswertungsobj. eingeschränkt
- Gebundenes Antwortformat Testpersonen wählen aus vorgegeben Antwortalternativen die korrekte bzw. zutreffendeste Alternative aus Zuordnungs- und Sortieraufgaben Bsp.: Würfelaufgabe im I-S-T 2000R + Erfassung von Wissen und Kenntnissen, objektiv und ökonomisch - nur Wiedererkennen, kein Freies Abrufen von Wissen Multiple-Choice-Aufgaben (Forces-Choice-Aufg.) bei Leistungs- (Persönlichkeitstests) + objektiv und ökonomisch - gute Distraktoren schwer zu finden, nur Wiedererkennen, Ratewahrscheinlichkeit hoch Beurteilungsaufgaben einstufen, wie gut eine Aussage zutrifft oder wie häufig ein Verhalten vorkommt + objektiv und ökonomisch, differenzierte Informationen dichotome Antworten + objektiv und ökonomisch - Entscheidung erzwungen
- Distraktoren bei Multiple-Choice / Forced-Choice M.C.: Antworten die plausibel klingen aber trotzdem falsch sind >> Nichtwissende sollten statistisch gesehen, jede Antwortmöglichkeit gleich oft wählen; Antwortmöglichkeiten müssen disjunkt sein F.C.: soziale Erwünschtheit ausgleichen, indem bestimmte unerwünschte Antworten in mehreren Fragen vorkommen
- Varianten der Beurteilungsaufgabe Analoge Skala gut geeignet, um intervallskalierte Daten zu erfassen nur geeignet für Online-Erhebung: Computer verrechnet direkt den zughörigen Wert Diskrete Skala unipolar (jede Stufe ist beschriftet): Nachteil >> kein Intervallskalenniveau mehr, weil Abstände unterschiedlich interpretiert werden können bipolar (sehr müde = 0 -------- sehr wach = 5; in der Mite ist neutral) >> Kategorien müssen benannt werden, optimale Antwortstufenanzahl = 4-9
- Vor- und Nachteile der Antwortformate (frei vs. gebunden) frei + keine Einschränkungen der Antwortmöglichkeit, Ratetendenz vernachlässigbar - Signierung notwendig (d.h. hoher Aufwand), niedrige Auswertungsobj. gebunden + hohe Auswertungsökonomie, optimale Auswertungsobj. - eingeschränkte Antwortmöglichkeit, Ratetendenz
- Kognitive Staiden bei Fehlerquellen Frage verstehen | Itemmehrdeutigkeit oder durch Antwortalternativen sowie Fragekontext beeinflusst Abruf notwendiger Informationen aus dem Gedächtnis | Abruf kann durch die Stimmung beeinflusst werden: Ankereffekte Urteil bilden | durch die Beantwortung vorangegangener Items >> globales Antwortverhalten (deshalb Reihenfolge der Items beachten!) Antwortwahl | Antworttendenzen: Akquieszenz (Ja-Sage-Tendenz), Tendenz zu mittleren oder extremen Urteilen Antwortabgabe | Faking oder Soziale Erwünschtheit
- sinnvolle Reihenfolge von Items allgemeine Items vor spezifischen systematisch variierte Riehenfolge (123123) oder randomisierte Riehenfolge (nur bei großer Itemanzahl) ähnliche Items getrennt
- Antworttendenzen und Lösungen dazu Akquieszenz gleiche Anzahl positiv und negativ formulierter Items Tenden zur mitte / extrem Verzicht auf mittlere Kategorie und niedrige Zahl von Antwortalternativen
- Fehlerquellen bei der Antwortabgabe und Lösungen dazu Verfälschung Zusicherung von Anonymität Bogus Pipeline-Paradigma: Person wird an Lügendetektor angeschlossen Verwendung indirekter Testverfahren (IAT) Soziale Erwünschtheit Skalen zur Erfassung von sozialer Erwünschtheit Selbsttäuschung vs. Fremdtäuschung