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Psychopathologie (Fach) / 4. Vorlesung (Lektion)
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- Definition der bipolaren Störung Kombination aus depressiven und manischen bzw.hypomanen und ggf. gemischten Episoden „manischdepressiveErkrankung“
- Epidemiologie Lebenszeitprävalenz:0,5 % - 2% für bipolar 1bis 6,5 % für bipolar Spektrum Geschlechterverhältnis: 1:1
- Verlauf Erkrankungsalter: Adoleszenz und junges Erwachsenalter in 75 % der Fälle Anzahl der Episoden: Sehr variabel, meistens mehr depressive PhasenZwischen den Episode im Regelfall keine Beeinträchtigungen, allerdings kognitiveLeistungsbeeinträchtigung als chronische Veränderung möglich Suizidversuche: bis 50 % aller Patienten, Suizide: 15-30 % aller Patienten (meistens i.R. vondepressiven bzw. gemischten Episoden
- Bipolare Störung Diagnoseprinzip Zwei Ebenen:Querschnitt:manisches oder depressives Syndrom⇒ Trias: Stimmung, Antrieb, Schlaf (,Suizidalität)Längsschnitt:Polarität (uni- vs. bipolar)?Frequenz (rapid cycling)?Zustand im Intervall (normal)?
- Symptome der manischen Episode Stimmung situationsinadäquat gehoben (Euphorie), auch dysphorisch-gereizt. stark vermehrter Antrieb, Überaktivität, Rededrang vermindertes Schlafbedürfnis und verminderte Ermüdbarkeit, erhöhteEnergie Selbsteinschätzung überhöht, Größenideen übertriebener Optimismus, Verlust normaler sozialer Hemmungen leichtsinniges, rücksichtsloses oder in Bezug auf die Umstände unpassendesund persönlichkeitsfremdes Verhalten gesteigerte Geldausgaben, Verschuldung, Promiskuität Aufmerksamkeitsstörungen, erhöhte Ablenkbarkeit formale Denkstörungen (Ideenflucht, assoziative Lockerung) Wahn oder Halluzinationen möglich
- Symptome der hypomanen Episode anhaltende, leicht gehobene Stimmung, auch gereizte Stimmung möglich gesteigerter Antrieb und erhöhte Aktivität auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischerLeistungsfähigkeit gesteigerte Geselligkeit, Gesprächigkeit, übermäßige Vertraulichkeit gesteigerte Libido vermindertes Schlafbedürfnis insgesamt nicht so ausgeprägt, dass die Symptomatik zu einem Abbruch derBerufstätigkeit oder zu sozialer Ablehnung führt soziale Steuerungsfähigkeit bleibt weitgehend erhalten starke formale Denkstörungen treten nicht auf kein psychotisches Erleben
- Symptome der Depression bei bipolarer Störung analog zu den Symptomen der depressiven Episode bei unipolarer Depression besondere Suizidgefährdung bei Depression nach Manie, wenn in der Manieschädigende Ereignisse aufgetreten sind (z.B. Verschuldung, sexuellenthemmtes Verhalten mit negativen Effekten auf Beziehungen)
- Symptome der gemischten Episode gleichzeitiges Vorliegen von depressiven und manischen Symptomen
- Körperliche Symptome Depression • Mattigkeit• Appetitmangel• Gewichtsverlust• Schlafstörungen• Libido ↓,sexuelle Dysfunktion• Schmerzen, z. B.Kopf, Brust, Bauch• Obstipation
- Körperliche Symptome Manie • übermäßige körperl.Leistungsbereitschaft• Appetit ↑ oder ↓• Gewichtsverlust• Schlafstörungen /fehlendes Schlafbedürfnis• Libido ↑
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- Weitere Verlaufsformen: Zyklothymie: nur hypomane und leichte depressive Episode Rapid Cycling: mindestens 4 Episoden pro JahrDie verschiedenen Verlaufsformen können ineinander übergehen.
- Überlappende Genetik der bipolaren Störung und der Schizophrenie
- Ursachen Psychosoziale Belastungsfaktoren Komplexgenetische Grundlage ohnebisher bekannte einzelne Gene mitstarken Effekten
- Ursachen Biologie: genetisch ⇒ Zwillingsstudien, Adoptionsstudien, Kandidatengeneneurochemisch ⇒ Aminhypothese (5-HT, NA), HPA-Achse (Kortis.)ZNS-strukturell ⇒ Seitenventrikel vergößert (+17%),Hyperintensitäten der weißen Substanz (x 2.5)
- Ursachen Psychologie: Temperament ⇒ Typus manicus, Typus melancholicusLife events ⇒ Stress fördert Ausbruch
- Ursachen Umwelt Umwelt: Lebensrhythmus ⇒ Störung des Tag-/Nacht-RhythmusSoziale Situation ⇒ Arbeitslosigkeit
- Therapie der manischen Episode Vermeidung von Eskalation und Selbst- und Fremdgefährdung Reizreduktion Vermeiden von verhaltenstherapeutischer Verstärkung des manischenVerhaltens
- Therapie der Depression bei bipolarer Störung analog zur Therapie der unipolaren Depression aber: Switch-Risiko bei Behandlung mit Antidepressiva, insbesondere beiSubstanzen mit noradrenerger Komponente Absetzen der Antidepressiva bei Übergang von Depression in Manienotwendig US-Empfehlung: ausschließliche Behandlung der Depression bei bipolarerStörung mit Stimmungsstabilisatoren (z.B. Quetiapin)
- Phasenprophylaxe bei der bipolaren Störung Psychotherapie: Psychoedukation, inkl. Angehörigenarbeit Stimmungstagebücher Interpersonal and social rhythm therapy