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GEPH (Fach) / Diplomatik (Lektion)
- Überlieferung von Urkunden: Originale und Abschriften mit Rechtskraft:- Vidimus: beglaubigte Abschrift, die den vollständigen Text wiedergibt- Transsumpft: Text der Urkunde wird in zweite, beglaubigte Urkunde inseriert ohne Rechtskraft- Register: ausgegebene Urkunden werden aufgeführt- Kopiar: eingehende Urkunden werden aufgeführt (Kopialbuch / Chartular)
- Klassifizierung von Urkunden a) Nach Aussteller: - Königsurkunden - Papsturkunden - Privaturkunden b) nach Verhältnis zum Rechtsakt - Beweisurkunde (noticia): schriftliche Fixierung einer bereits vollzogenen rechtl Handlung - Dispositive Urkunde (carta): ab Erlass der Urkunde wird ein bestimmter Sachverhalt Recht c) nach Zweck, dem die rechtliche Handlung dient - Verleihung von Privilegien, Rechten, Besitz => feierliches Diplom - verwaltungstechnische Anordnung => Mandat
- Beglaubigungsittel - Unterschrift (nur sehr frühes und spätes MA) - Siegel und / oder Zeugen - Monogramm / Rota / Vollziehungsstrich (nur Papst- und Königsurkunde)
- Der formale Aufbau einer Urkunde Protokoll:- Invocatio- Intitulatio- Inscriptio Kontext:- Arenga- Promulgatio/Publicatio- Narratio (inkl. Petenten, Intervenienten)- Dispositio- Sanctio/Poenformel- Corroboratio Eschatokoll- Signumzeile- Recognitionszeile- Datierung (datum et actum)- Apprecatio
- Geschäftsgang einer Urkunde 1. Bitte um Austellung = Petitio (Bittsteller oder Petent) ggf. Unterstützung von Fürsprechern = Interventio (Intervenient) 2. Beurkundungsantrag des Ausstellers: König an Kanzlei, dort wird der Text festgelegt- Konzepte (Minuten) sind kaum erhalten- Notizen- Formulare- Vorurkunden (Z.B. Vorlage in die ein Transumpt eingefügt werden kann) 3. Anfertigung der Reinschrift (mundum) 4. Vollziehung der Urkunde- Merowinger: Unterschrift- Monogramm aus Buchstaben des Herrschernames, darin: Vollziehungsstrich 5. Beglaubigungs der Urkunde durch Besiegelung (Siegelbefehl) 6. Aushändigung der Urkunde an Empfänger
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