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Entwicklungspsychologie WiSe 17/18 (Fach) / 13. Vorlesung (Soziale und Persönlichkeitsentwicklung in der mittleren Kindheit) (Lektion)

13. Vorlesung (Soziale und Persönlichkeitsentwicklung in der mittleren Kindheit)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

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  • Selbstkonzept und Selbstwertgefühl Eriksons Theorie Selbstkonzept und Selbstwertgefühl: Wer bin ich? Frage nach dem Selbstkonzept bei kleineren Kindern meist über Besitztümer Eriksons Theorie Wichtig für Selbstkonzept und damit verbunden Selbstwert, wie man Stufen und damit verbundene Entwicklungsaufgaben meistert Fleiß (Gefühl der Kompetenz für nützliche Fertigkeiten und Aufgaben) vs. Minderwertigkeitsgefühl (Gefühl von Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit
  • Selbstkonzept im Schulalter Psychische Eigenschaften (nicht mehr nur ausschließlich physische Eigenschaften so wie früher, keine "ich-kann-alles-Haltung" mehr Komplexe Struktur: Schulisches, soziales, emotionales und körperliches Selbstkonzept >> Differenziert (positive und negative Aspekte des Selbstkonzepts) Schulisches Selbstkonzept nach Schulleistungen Soziales Selbstkonzept nach Peers Emotionales Selbstkonzept nach emotionalen Zuständen Physikalisches Selbstkonzept danach, wie gut man bestimmte physische Aufgaben durchführen kann
  • Selbstkonzept: Soziale Vergleiche Soziale Vergleiche: eine entscheidende Quelle des selbstbezogenen Wissens Erst ab Phase 6-12 Fischteicheffekt ("big fish in a little pond effect"): kommt darauf an, wen und wie viele man in seiner Umgebung hat >> nur drei Leute die alle besser sind (negativ) oder 30 Leute, manche besser und manche schlechter (positiver)
  • Selbstwertgefühl Selbstwertgefühl Nimmt in den ersten Grundschuljahren ab (Kinder erstmals offizieller Bewertungssituation ausgesetzt) Differenziert: Domänenspezifische Selbstevaluation (positiv/negativ >> unterschiedlich in bestimmten Eigenschaften) Zusammenhang zwischen Selbstkonzept und Selbstwert: Je mehr ein Kind ein Selbstkonzept mit möglichst vielen Stärken hat, desto höher ist der Selbstwert Einflüsse auf das Selbstwertgefühl Erziehungsstil (bspw. positiveres Selbstkonzept, wenn Kinder sich entfalten können) Attributionen (im Leistungskontext): wenn Misserfolg äußeren Umständen und Erfolg eigener Leistung attribuiert wird >> Selbstkonzept positiver >> Kulturelle Unterschiede: Kinder aus Japan und China haben niedrigeres Selbstwertgefühl als nordamerikanische Kinder, trotz besserer Schulleistung >> höherer Leistungsdruck Unterschiede zwischen Geschlechtern unter Einfluss von Stereotypen
  • Erziehungsstil und Selbstwertgefühl Permissiv unselbstständig, schlechte Schulleistungen >> unrealistisch hohes Selbstwertgefühl Indifferent/vernachlässigend geringes emotionales Selbstkonzept, schlechte Schulleistung >> niedriges Selbstwertgefühl Autoritativ (liebevolle Erziehung die auch Grenzen setzt) kompetent und liebenswert >> hohes Selbstwertgefühl Auutoritär Gefühl der Unzulänglichkeit >> niedriges Selbstwertgefühl
  • Attributionsstile >> Fähigkeistorientierter Attributionsstil >> Erlernte Hilflosigkit Fähigkeitsorientierter Attributionstil: Erfolge >> eigene Fähigkeiten Misserfolge >> äußere Umstände Erlernte Hilflosigkeit Erfolge >> äußere Umstände Misserfolge >> eigene Fähigkeiten
  • Dimensionen der Kausalattribution (Schema nach Weiner 1875, 2007) Welche Faktoren beeinflussen die Leistungsattribution? Dimensionen der Kausalattribution Verortung der Fähigkeiten intern  + Stabilität der Fähigkeiten stabil = Begabung Verortung der Fähigkeiten extern + Stabilität der Fähigkeiten stabil = Anspruchsniveau Verortung der Fähigkeiten intern + Stabilität der Fähigkeiten variabel = Anstrengung Verortung der Fähigkeiten extern + Stabilität der Fähigkeiten variabel = Zufall/Pech/Glück Welche Faktoren beeinflussen die Leistungsattribution? Eltern/Erziehungsstil Lernumgebung (Schüler/Lehrer) Erwartungseffekte
  • Moralisches Denken des Kindes nach Piaget >> 3 Stadien Piaget: Gerechtigkeit und Beachtung von Regeln, keine Unterschiede ob moralische Regeln in der Gesellschaft oder moralische Themen beim Spiel der Kinder Stadium der heteronomen Moral unter 4-7 Jahren Regeln von Autoritäten gesetzt und unantastbar Gerechtigkeit und Strafe ist nur von Autoritäten abhängig Handlungsfolgen sind entscheidend Phase des Übergangs Zwischen 7-10 Jahren Kinder erkennen, dass Regeln von einer Gruppe aufgestellt werden und veränderbar sind Sie legen zunehmend Wert auf Gerechtigkeit und Gleichberechtigung Stadium der autonomen Moral ab 10 Jahren Sie beurteilen Moral und Strafe unabhängig von Autoritäten und berücksichtigen bei moralischen Entscheidungen die Absicht der handelnden Personen = Prinzipien (statt Autoritätsorientierung)
  • Beispiel (Piaget's Phasen der Moralentwicklung) Eine Mutter überträgt ihren zwei Söhnen jeweils eine Aufgabe >> einer der Söhne geht spielen >> Mutter überträgt dem nicht-spielenden Sohn die unerledigte Aufgabe 6 Jährige fanden es richtig (Autorität hat recht) 12 Jährige empfanden Ungerechtigkeit Neuere Studien weisen daraufhin, dass die Kinder viel früher in der Lage sind, sich auf die Absicht der handelnden Personen zu konzentrieren
  • Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung (1969) Entwicklung des moralischen Denkens über die ganze Lebensspanne (Unterschied zu Piaget) Moralisches Dilemma >> nach welchen VPN ihre Entscheidungen treffen (bspw. Heinz Dilemma: Heinz hat eine krebskarnke Frau, Apotheker hat Medizin die viel Geld kostet, Heinz hat nur die Hälfte vom Geld, Apotheker bleibt hart, soll Heinz in der Apotheke einbrechen und stehlen?
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  • Stadien der Moralentwicklung nach Kohlberg a) Präkonventionelles Stadium (≈ heteronomes Stadium) -- abhängig von Belohnung und Strafe Befriedigung eigener Bedürfnisse >> sehr selbstkonzetriertes Stadium b)  Konventionelles Stadium (≈ autonome Moral) -- Moral beinhaltet Gegenseitigkeit und Beziehungen Gesellschaftliche Konventionen (als Mitglied der Gesellschaft) c) Postkonventionelles Stadium  Rechte aller als Prinzip  Universale ethische Prinzipien >> man kann alle Stadien durchlaufen, muss aber nicht; Stadien können nicht übersprungen werden
  • Beispiele: präkonventionell, konventionell oder postkonventionell? - "Wenn Heinz das Medikament stielt, muss er ins Gefängnis" - "Es gibt Ausnahmen. Es geht hier um ein existentielles Problem. Man versucht, von außen beide Rollen nochmal zu überschauen und daraus zu einer gültigen Antwort zu kommen." präkonventionell postkonventionell
  • Beispiele: präkonventionell, konventionell oder postkonventionell? - "Wenn man sich in einer Partnerschaft gegenseitig hilft, dann wird es irgendwie besser auf der Welt. Seine Frau ist ihm nicht egal." - "Ich fände es besser, wenn er das Medikament stielt. Wenn er es nicht tut, hat er niemanden mehr, der ihm das Essen macht." Konventionell Präkonventionell
  • Beispiele: präkonventionell, konventionell oder postkonventionell? - "Ein Menschenleben hat Vorrang vor jedem anderen moralischen oder rechtlichen Wert. Ein Menschenleben ist ein Wert an sich" - "Alles sollte getan werden, um dem Gesetz zu folgen. Er hätte es nicht tun sollen. Man kann das Gesetz nicht für bestimmte Menschen brechen." Postkonventionell Konventionell
  • Facts zum Stufenmodell der Moral von Kohlberg Kritik an Kohlberg je älter, besser ausgebildet, intelligenter und reicher, desto elaborierter (höhere Stufen) haben Personen der moarlischen Entwicklung >> keine Stufe übersprungen, sondern stetige Entwicklung! Kritik an Kohlberg Schlechte Vorhersage des moralischen Handelns Kulturelle Unterschiede "Maskuline" Form des moralischen Denkens (Carol Giligan, 1982): In seinen Studien waren alles Männer, Frauen entwickeln sich mehr in Richtung gegenseitiger Beziehungen
  • Soziale Lerntheorie Internalisierung (Übernehmen) von Normen  >> Bestrafung oder Belohung >> Nachahmung bedeutsamer Modelle (um mich herum, z.B. Familie) Empathie und Perspektivenübernahme (Hoffman, 1991): als Kind lernen nachzuempfinden was andere fühlen
  • Freundschaften Komplexer und von psychischen Aspekten bestimmt (Jungs suchen sich eher eine Gruppe, mit klarer Hierarchie; Mädchen eher ein oder zwei Peers aber dafür mit großer Loyalität) Vertrauen, Gegenseitigkeit Relative Stabilität (nicht mehr "outta sight outta mind") Suchen sich eher jemanden, der ihnen ähnlich ist in Geschlecht und Alter, SÖS, ethischer Herkunft
  • Peerakzeptanz immer wichtiger Soziogramme: beschreiben Beziehung unter den Peers (Wahl und Ablehnung) Beliebte Kinder: viele positive Stimmen, keine oder wenige negative Stimmen (können sowohl prosozial (schulisch und sozial kompetent - freundlich und kooperativ, humorvoll...) als auch asozial (sportlich, schlecht in der Schule, aggressiv)) sein Unbeliebte Kinder: viele negative Stimmen, wenige oder keine positive Sozial vernachlässigte: ignorierte Kinder; werden nur selten erwähnt - sei es positiv oder negativ Kontroverse Kinder: sehr viele positive und negative Stimmen (beliebt und unbeliebt gleichzeitig) Durchschnittliche Kinder: durchschnittliche viele positive und negative Stimmen
  • Sozial-emotionale und kognitive Entwicklung und familiäre Kontexte >> Entwicklung kontextabhängig Familie im 21. Jahrhundert: Scheidungen, Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Multigenerationsfamilien Berufstätigkeit, Doppelverdiener