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Managementmethoden und -techniken (Fach) / 5) Methoden und Techniken zur finanzwirtschaftlichen Analyse und Beurteilung (Lektion)
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- Existenzbedingungen und finanzwirtschaftliche Ziele von Unternehmen Liquidität (immer zahlungsfähig sein; Kennzahlen: relative Verschuldung (EBITDA), Gearing (EK)) Rentabilität (Mindestverzinsung für eingesetztes Kapital; Kennzahlen: EVA, Kapitalrendite) Wachstum (Sicherung Wettbewerbsfähigkeit bei gesamtwirtschaftlichem Wachstum; Kennzahlen: Umsatz, EBITDA (bereinigt)) (4)
- Bilanzgliederung siehe Folie 6 Aktiva:Kurzfristige Vermögenswerte: Zahlungsmittel/-äquivalente, Forderungen aus LuL, VorräteLangfristige Vermögenswerte: Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Finanzanlagen Passiva:Kurzfristige Schulden: Finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus LuLLangfristige Schulden: Finanzielle Verbindlichkeiten, PensionsrückstellungenEigenkapital
- Merkmale von Eigen- und Fremdkapital EK:Haftung: Eigentümerstellung (Haftung in Höhe der Einlage)Ergebnisanspruch: Teilhabe am GewinnSteuern: Volle Steuerbelastung des Gewinns (ESt, KSt)Kosten: beinhalten Risikoprämie (Forderung für höheres Risiko)Liquiditätswirkung: Gewinnausschüttung abhängig von Ergebnislage und -entwicklung FK:Haftung: Gläubigerstellung (keine Haftung)Ergebnisanspruch: kein Gewinnanspruch, aber meist fester ZinsanspruchSteuern: steuerlich abzugsfähige FK-KostenKosten: meist niedriger; bestehen nur aus Finanzierungsrisiko und SteuereffektLiquiditätswirkung: vertraglich fest verpflichtet (Zins und Tilgung) 9
- Finanzierungsanlässe und -formen; Dauer und Häufigkeit Finanzierungsanlässe: Erstinvestition oder Folgeinvestition Finanzierungsformen (abhängig von Rechtsstellung des Kapitalgebers und der Mittelherkunft): BeteiligungsfinanzierungMezzanine-Finanzierung (Mischform zw. EK und FK; Unternehmen bekommt EK aber Kapitalgeber bekommen keine Stimm- oder Einflussnahmerechte (wie echte Gesellschafter))FremdfinanzierungSelbstfinanzierungRückstellungsfinanzierung Dauer der Finanzierung: unbefristet oder befristet (kurz, mittel, lang) Häufigkeit der Finanzierung: einmal/gelegentlich; laufend, regelmäßig 10
- Venture Capital-Finanzierung Venture Capital: Form der Eigenkapitalfinanzierung/des Private Equity (=außerbörsliches Eigenkapital); zeitlich befristete Beteiligung an einem Unternehmen; meist von jungen Unternehmen mit hohem Wachstumspotential genutzt Besonderheiten:- meist für sehr riskante Geschäftsideen mit schwer prognostizierbarem Erfolg- wenig Sicherheit, da Kreditwürdigkeit der VC-Nehmer schwer einschätzbar- besonders für bestimmte Phasen der Unternehmensentwicklung- VC-Geber hat statt festem Zinsanspruch Gewinnbeteiligung- VC-Geber stellt Kapital und Managementwissen zur Verfügung; unterstützt und kontrolliert Unternehmensentwicklung ca 16% des Private Equitys besteht aus Venture Capital 11
- Gesamtkostenverfahren Schema siehe Folie 13
- Umsatzkostenverfahren Schema siehe Folie 14
- Zusammenhang Bilanz und GuV Gewinn aus GuV: Mehrung des Vermögens und des EK in gleicher Höhe 15
- Kapitalflussrechnung Schema auf Folie 16
- Elemente des Jahresabschlusses siehe Folie 17 Kapitalflussrechnung:Einzahlungen + ZahlungsmittelanfangsbestandAuszahlungenLiquiditätssaldo (=Zahlungsmittelendbestand) (kommt in Bilanz) Gewinn- und Verlustrechnung:ErtragAufwandErfolgssaldo (=Gewinn bzw. Zunahme an EK bei 100% Thesaurierung) (kommt in Bilanz) Bilanz:Vermögen (ohne Zahlungsmittel)FremdkapitalEigenkapitalLiquiditätssaldo aus KapitalflussrechnungErfolgssaldo aus Gewinn- und Verlustrechnung
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- traditionelle Erfolgsmessung - Performance-Maße Entity (Unternehmensperspektive):EBIT und NOPAT für absolute ErfolgskennzahlenRoCE (= NOPAT/CE ) für relative Erfolgskennzahlen Equity (Shareholderperspektive):Jahresergebnis für absolute ErfolgskennzahlenRoE (= Jahresergebnis/Eigenkapital) für relative Erfolgskennzahlen 19
- absolute Erfolgsmessung mit EBIT, NOPAT und Jahresergebnis Schema siehe Folie 20 EBIT NOPAT = EBIT - Steuern auf EBIT = EBIT - (EBIT*0.3) Jahresergebnis = EBIT +/- Finanzergebnis - Ertragsteuern
- relative Erfolsmessung mit RoCE oder RoE Schema siehe Folie 21-25 RoCE = Return on Capital EmployedRoCE = NOPAT/ØCapital Employed NOPAT aus GuV; Capital Employed aus BilanzRoCE = Umsatzrendite * Kapitalumschlag RoE = Return on EquityRoE = Jahresergebnis/ØEigenkapital Jahresergebnis aus GuV; Eigenkapital aus BilanzRoE = Umsatzrendite * Kapitalumschlag * Leverage (3 Stellhebel des RoE) GuV Bilanz Aktiva Bilanz Passiva
- absolute und relative Erfolgsgrößen (NOPAT, RoCE, RoE) siehe Folie 26 EBIT- Steuern auf EBIT= NOPAT: investiertes Kapital= RoCE Konzernergebnis/Jahresergebnis: Eigenkapital= RoE
- traditionelle vs. wertorientierte Performance-Beurteilung traditionelle: Bewertung anhand der Umsatzrendite (= Jahresergebnis/Umsatz) wertorientierte:Bewertung anhand Wertsteigerung/-vernichtung 28, 29
- Gewinn vs. Wertsteigerung traditionelle GuV-/Bilanzenperspektive:anhand Handelsbilanzergebnis; auf 0 genormtHB-Ergebnis > 0 : GewinnHB-Ergebnis < 0 : Verlust EK-KOSTEN??????????? Wertsteigerungsperspektive:anhand EVA (Economic Value Added); auf 0 genormtEVA > 0 : WertsteigerungEVA < 0 : Wertvernichtung 30
- EVA-Berechnung und Werttreiber siehe Folie 32 EVA = NOPAT - (Capital Employed * WACC)EVA = (RoCE - WACC) * Capital Employed ("Werttreiber-Gleichung") Werttreiber:- RoCE steigern- WACC (Kapitalkosten) senken- CE umverteilen (unrentabel investiertes Kapital anders verteilen); Investition in wertsteigernde Projekte) 32
- WACC Rechnung siehe Folie 34 Weighted Average Cost of Capital Kapitalkostensatz:- Opportunitätskosten: Rendite einer alternativen Anlage mit vergleichbarem Risiko- tatsächlich anfallende Kosten der Finanzierung- Rendite von EK- und FK-Gebern- Mindestertrag, das Projekt haben muss, um Kosten zu decken EK-Kosten*EK-Anteil + FK-Kosten (nach Steuern)*FK-Anteil = WACC 34, 35
- Liquiditätsziele 1) Zahlungsfähigkeit: (absolute) Liquidität 2) Kapitalstruktur: vertikal (Verschuldungsgrad) oder horizontal (Vermögens-/Kapitalstruktur) 3) Finanzierungskraft: operativer Cash-Flow, Zinsdeckung, dynamische Verschuldung 38
- Liquiditätsziel 1: Zahlungsfähigkeit siehe Folie 39 operativ erforderliche Liquidität:- aus Bilanz-Aktiva- (Liquide Mittel + liquiditätsnahe Vermögensgegenstände) : Umsatz Liquide Mittel = Kasse, Bank, Guthaben bei Kreditinstituten Liquiditätsnahe Vermögensgegenstände: Schecks, Wertpapiere 39
- Liquiditätsziel 2: Kapitalstrukturanalyse vertikal: - Höhe des Verschuldungsgrads eines Unternehmens- EK/Gesamtkapital- FK/Gesamtkapital horizontal:- Zusammenhang zwischen Vermögens- und Kapitalposition- Anlagevermögen (langfristig gebundenes Kapital) muss langfristig finanziert werden durch EK und langfristiges FK (Goldene Bilanzregel)- kurzfristiges Vermögen muss alle kurzfristigen Verbindlichkeiten decken (Liquiditätsgrade 1-3) Liquiditätsgrade: (siehe Folie 41)- Forderung: (kurzfr. Vermögen)/(kurzfr. Kapital)- Liquidität 1. Grades: Barliquidität; (liquide Mittel)/(kurzfr. FK)- Liquidität 2. Grades: Liquidität auf kurze Sicht; (monetäres Umlaufvermögen)/(kurzfr. FK)- Liquidität 3. Grades: Liquidität auf mittlere Sicht; (monetäres UV + Vorräte)/(kurzfr. FK) 40, 41
- Liquiditätsziel 3: Finanzierungskraft - operativer Cash Flow - Cash-Flow = Indikator für Innenfinanzierungskraft Cash-Flow-Arten:- aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer CF)- aus Investitionstätigkeit (investiver CF)- aus Finanzierungstätigkeit (finanziellen CF; Free Cash-Flow) direkte Ermittlung:- Cash-Flow = Einzahlungen - Auszahlungen indirekte Ermittlung: (siehe Folie 43)- Jahresergebnis als Basis- Jahresergebnis - nicht zahlungswirksame Erträge + nicht zahlungswirksame Aufwände = Brutto Cash-Flow- Brutto-Cash-Flow: ohne Gewinnausschüttung- Netto-Cash-Flow: mit Gewinnausschüttung 42, 43
- Liquiditätsziel 3: Finanzierungskraft - Zinsdeckung und dynamische Verschuldung Zinsdeckungsgrad:= Zinsdienste auf operativen Geschäft können genutzt werden- Zinsdeckungsgrad = EBIT/Zinsaufwand Dynamischer Verschuldungsgrad:= Entschuldung aus eigener Kraft- dynamischer Verschuldungsgrad = (Netto-Finanzschulden bzw. FK)/EBITDA 44
- Covenants - Definition und Arten Covenants = Verpflichtungen des Kreditnehmers, die in Kreditverträgen zwischen Bank und Unternehmen vereinbart werden Arten:- General Covenants: wichtig für Kreditbeziehung- Information Covenants: interne Unternehmmensdaten und Finanzinformationen- Financial Covenants: Kapitalstrukturauflagen; Einhaltung bestimmter Kennzahlen 45, Beispiel 46
- Börsenwert Börsenwert = Aktienkurs * Anzahl Aktien 48
- Eigenkapitalwert bestimmen siehe Folie 49 Unternehmensperspektive:- aus Ergebnis, Dividende (beides vom Markt und Ressourcen beeinflusst) Marktperspektive:- Aktienkurs * Anzahl Aktien - aus Unternehmensperspektive hat Eigenkapital größeren Wert als aus Marktperspektive
- Unternehmensbewertung (Aktienkurs und Börsenwert) - Marktwert eines Unternehmens abhängig von zukünftigen Gewinnen/Dividenden; deswegen ist Höhe der erwarteten ausschlaggebend - DCF-Verfahren und Multiplikator-Verfahren am meisten verwendet 50, 51
- Substanzwertverfahren (Net Asset Value) - Annahme der heutigen Liquidation des Unternehmens (alles mit Tageswerten bewertet) - Substanzwert = Vermögen - Verbindlichkeiten 52
- Ertragswertverfahren (Income Approach) - zur Unternehmensbewertung - Annahme der Fortführung des Geschäfts (Going Concern) - zukünftige Ergebnisse der Unternehmens anhand der Plan-GuV; Was kann erwirtschaftet und ausgeschüttet werden? - Ertragswert = ∑ Jahresergebnis / (1+EKKS??????)t 53
- Multiplikatorverfahren - zur Unternehmensbewertung - Bewertung des Unternehmens anhand dem Wert eines Referenzunternehmens (siehe Folie 54) - Wert Zielunternehmen = Multiplikator * Wert Referenzunternehmen Eigenkapitalwert (Equity Multiple):- Minderheitsbeteiligung- Eigenkapitalwert als Basis Gesamtkapitalwert (Entity Multiple): Basis = Enterprise Value/Unternehmenswert- Trading Comparables Referenz: börsennotierte Unternehmen- Transaction Comparables Referenz: vergangene Transaktion 54, 55, Beispiel 56
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- DCF-Verfahren - zur Unternehmensbewertung - DCF = Discounted Cash-Flow - Annahme der Fortführung des Geschäfts (Going Concern) - zuküntige freie Cash-Flows anhand der Plan-GuV/Plan-Kapitalflussrechnung; operativer und investiver Cash-Flow - ∑ FCF : (1 + WACC)t - nur Cash ist wertvoll 57, Beispiel 58
- reale Optionen = zukünftige Handlungsspielräume und Investitionsmöglichkeiten; abhängig von Fähigkeit des Management, operative Entscheidungen an veränderte Umweltbedingungen anzupassen; Bündel von Handlungsoptionen zur Verwendung/Nutzung realer Aktiva 3 Kategorien:- Wachstumsoptionen: reinvestieren; bei günstiger Marktentwicklung Gewinnpotentiale nutzen; Innovation, Erweiterung- Versicherungsoptionen: desinvestieren; bei ungünstiger Marktentwicklung potentielle Verluste vermeiden; Einschränkung, temporäre Stilllegung, Abbruch, Umstellung- Lernoptionen: investieren oder nicht investieren; Entscheidungen aufschieben bis sich bestimmte Risikofaktoren lösen; Verzögerung, mehrstufige Investitionsdurchführung 59
- erweiterte DCF-Bewertung (mit Realoptionen) - zur Unternehmensbewertung - Unternehmenswert = Barwert zukünftiger Zahlungen + Wert von Wachstums-, Versicherungs- und Lernoptionen - Realoptions-Komponente: Wertbeitrag unternehmerische Handlungsspielräume (je höher Flexibilität und entscheidungsrelevante Unsicherheit, desto stärker Wertbeitrag der Realoptionen) - Bewertung von Realoptionen mit: Black-Scholes-Modell, Binomialbaum, Finite Differenzen, Monte-Carlo-Simulation SIEHE FOLIE 61 für Konkretisierung der Unternehmensbewertung durch Realoptionen 60, 61