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Entwicklungspsychologie WiSe 17/18 (Fach) / 10. Vorlesung (Soziale und Persönlichkeitsentwicklung in früher Kindheit) (Lektion)
10. Vorlesung (Soziale und Persönlichkeitsentwicklung in früher Kindheit)
Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.
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- Das Wissen über sich Selbst: Eriksons Theorie Selbstkonzept vs. Selbstwertgefühl Diskontinuierliches (Stufen-)Modell Phase 3-6 Jahre: Initiative vs. Schuldgefühl (initiative vs. guilt) >> Initiative: gemeinsame Aktivitäten mit Gleichaltrigen und spielen >> ausprobieren von neuen Fertigkeiten und Bewältigung von neuen Aufgaben >> Schuldgefühle: durch Misserfolg, übermäßige Kritik haben Auswirkungen auf die Aubildung des Selbstkonzepts Selbstkonzept vs. Selbstwertgefühl Self-concept: Wer bin ich? Eine Kombination von Einstellungen, Eigenschaften und Fähigkeiten, über die sich eine Person definiert Self-esteem: Selbstbeurteilung - Einschätzung des eigenen Wertes - Die Urteile, die man über den eigenen Wert anstellt und damit verbundener Gefühle
- Hauptmerkmale des Selbstkonzepts in der Kindheit Stufen der Ausbildung des Selbstkonzepts (Hart & Damon, 1988) Hauptmerkmale des Selbstkonzepts in der Kindheit Ein Konglomerat von sehr konkreten und beobachtbaren Selbstaspekten Bezug auf körperliche und motorische Fähigkeiten, Besitztümer und alltägliche Verhaltensweisen (Frage nach "ich bin" beantwortet mit "ich habe") Unrealistisch optimistisches Selbstbild >> stellen keine Vergleiche mit anderen an, haben keine Angst vorm Scheitern und probieren mehr aus und lernen dadurch mehr Stufen der Ausbildung des Selbstkonzepts (Hart & Damon, 1988) Physical self: körperliche Eigenschaften, materieller Besitz Active self: typische Verhaltensweisen Social self: Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe (meist mit Übergang in die Schule) Psychological self: momentane Stimmungen, Gefühle, Vorlieben und Abneigungen
- Geschlechtsidentität und Geschlechtsstereotype Geschlechtsidentität und Geschlechtsstereotype Geschlechtsstereotype: Die Spielsachen, Kleidungsstücke, Berufe, Farben oder Verhaltensweisen werden mit einem oder anderem Geschlecht assoziiert >> vor allem von Erwachsenen Geschlechtsidentität: In der frühen Kindheit noch nicht, entwickelt sich erst zwischen 3-6 Jahren, meist sehr rigide und einseitige Vorstellungen (bspw. basierend auf Haarlänge, Kleidungsstücken) Geschlechtskonstanz Die Erkenntnis dass das Geschlechts festgelegt und permanent ist Geschlechtskonstanz wird im Alter zwischen 4-5 Jahren erreicht (Kohlberg, 1966) Die Fähigkeit zur Unterscheidung von Schein und Wirklichkit als Grundlage für die Geschlechtskonstanz (Trautner, Gervai & Memeth, 2003)
- Theorien zur Erklärung von Geschlechtstypisierung Biologisch: Angeborene, biologisch begründete Geschlechtsunterschiede (bspw.durch pränatal viel Testosteron >> "männlicher") Sozial: Geschlechtstypisierung durch die Modelle aus dem sozialen Umfeld Kognitiv: Geschlechtsschemata als Informationsfilter >> Geschlechtsstereotypen für Jungs "eingeschränkter" als für Mädchen
- Was bedeutet es, eine ausgereifte Theory of Mind zu haben? Eine ausgereifte Theory of Mind zu haben bedeutet... ... verstehen, dass mentale Zustände (Angst, Wünsche, Überzeugungen, ...) in einem selbst und in anderen existieren und dass diese bestimmte Beziehungen zur Realität haben können (sie können wahr oder falsch sein) und dass dieses Wissen genutzt werden kann um das Verhalten anderer zu verstehen und vorherzusagen (Miller, 2000) Trennung eigener Perspektive und des mentalen Zustandes von dem der anderen >> False belief tasks werden ab ca. 4 Jahern "bestanden" >> Nonverbal (bspw. eye-tracking) schon ab 2 Jahren bestanden: Verständnis für die Verbindung zwischen Wünschen und Handlungen bereits bei 2-jährigen (Onishi & Baillargeon, 2005)
- ToM und kognitive Entwicklung Zusammenhang zwischen ToM und sprachlichen Fähigkeiten (Milligan et al., 2007) >> ToM Tasks meist sprachlich, Perspektivenübernahme an sprachliche Fähigkeiten gekoppelt >> erst ab 4 Jahren verbal bestanden? Zusammenhang zwischen ToM und exekutiver Kontrlle (Perner & Lang, 1999) >> Weil man bei ToM tasks "eigenes Wissen" unterdrücken muss Atypische Entwicklung: Autismus vs. Williams Syndrom
- Beziehungen zu Gleichaltrigen Wie Kinder Freunde wählen Beziehungen zu Gleichaltrigen Erste Freundschaften: Gemeinsames Spiel und Spaß, Teilen von Spielzeug; Zustimmung, Lob und Gefühle; "Out of sight, out of Mind" Unterschiede in den Interaktionen mit Freunden und Nichtfreunden Erst ab ca. 6-7 Jahren: langfristigere und stabilere Beziehung; gegenseitiges Vertrauen, Interesse, Unterstützung; Vermeidung von Konflikten Wie Kinder Freunde wählen Räumliche Nähe >> die Beteiligung an ähnlichen Aktivitäten Altersähnlichkeit Geschlecht Ethische Zugehörigkeit Soziale Kompetenzen der Kinder: Empathie, Emotionale Selbstregulation, ToM Rolle der Eltern: sozialer Türsteher >> entscheiden oft über Auswahl des Umgangs der Kinder
- Spiel und soziale Entwicklung Spiel und soziale Entwicklung: Stufen nach Parten (1932) Spiel und Soziale Entwicklung Spiel und Interaktion mit Gleichaltrigen bieten für die soziale Entwicklung wichtige Lernerfahrung Spiel verändert sich mit der Zeit: wird kooperativer und verlangt mehr Interaktion + fördert neben motorischen auch soziale und kognitive Fähigkeiten + Dominanzhierarchie Spiel und soziale Entwicklung: Stufen nach Parten (1932) alleiniges Spielen (solotary play) unbeteiligert Zuschauer (anlooker play) Parallelspiel (parallel play) assoziatives Spielen (associative play) kooperatives Spielen (cooperative play)
- Familiäre Sozialisation: Erziehungsstil >> Anforderungen + Responsitivität Responsitivät hoch, Anforderungen niedrig: permissiv Responsivität hoch, Anforderungen hoch: autoritativ Responsivität niedrig, Anforderungen niedrig: indifferent, vernachlässigend Responsivität niedrig, Anforderungen niedrig: autoritär
- Kennzeichen der unterschiedlichen Erziehungsstile >> Akzeptanz und eigene Beteiligung, Kontrolle, Gewähren von Autonomie Autoritativ, Autoritär Autoritativ Akzeptanz und eigene Beteiligung: Warmherzig, aufmerksam und feinfühlig gegenüber den Bedürfnissen des Kindes Kontrolle: vernünftige entwicklungsangemessene Anforderungen, die auch konsequenz verstärkt und erklärt werden Gewähren von Autonomie: erlaubt dem Kind, eigene Entscheidungen zu treffen und in Einklang mit seiner Bereitschaft dazu Autorität Akzeptanz und eigene Beteiligung: Kalt und ablehnend; das Kind erfährt häufig Abwertung von den Eltern Kontrolle: Anforderungen werden mit Gewalt durchgesetzt durch Brüllen, Kommandieren, Kritisieren Gewähren von Autonomie: Die Eltern treffen die Entscheidungen für das Kind. Sein Standpunkt wird dabei nur selten in Betracht gezogen
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- Kennzeichen der unterschiedlichen Erziehungsstile >> Akzeptanz und eigene Beteiligung, Kontrolle, Gewähren von Autonomie Permissiv, unbeteiligt Permissiv Akzeptanz und eigene Beteiligung: Warmherzig, allerdings wird dem Kind entweder zu viel oder zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt Kontrolle: Keine oder zu wenig Anforderungen Gewähren von Autonomie: Die Eltern erlauben dem Kind, viele Entscheidungen zu treffen, bevor es darauf vorbereitet ist Unbeteiligt Akzeptanz und eigene Beteiligung: Emotional distanziert und nicht erreichbar Kontrolle: keine oder zu wenig Anforderungen Gewähren von Autonomie: De Eltern sind die Entscheidungen und der Standpunkt des Kindes gleichgültig
- Zusammenhang Erziehungsstil - Elterliches Verhalten Autoritativ: Selbstkontrolle, Kooperationsbereitschaft, hohes Selbstwertgefühl, Ausdauer bei der Bewältigung von Aufgaben, gute schulische Leistung >> entwickelt sich am Besten Indifferent/vernachlässigend: schwache emotionale Selbstkontrolle, schwache schulische Leistungen, antisoziales Verhalten Permissiv: unselbstständig, weniger Ausdauer bei Bewältigung von Aufgaben, impulsiv, mehr antisoziales Verhalten >> eher negativ Autorität: Anpassungsprobleme, Ängstlichkeit oder Aggression >> eher negativ Einschränkungen Forschungsergebnisse anwendbar auf westliche Kulturen Erziehungsstil ist von Kultur und Eigenschaften des Kindes abhängig Kein Erziehungsstil ist allgemein geeignet: keine Garantie, dass Kinder in ihrem Leben erfolgreich, glücklich, ... werden