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Approbationsprüfung Psychotherapie (Fach) / Herbst 2012 (Lektion)
Herbst 2012
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- 1 Wie nennt man diejenige Vorläuferphase einer Krankheit vor der Ausbildung des Gesamtsyndroms, z. B. einer paranoiden Schizophrenie, die den Zeitraum von den ersten unspezifischen Symptomen oder Krankheitszeichen bis zum eigentlichen Krankheitsbeginn, den ersten spezifischen Symptomen bezeichnet? Prodromalphase
- 2 In der Psychotherapieforschung wird für den Aspekt der Identifikation der Forscher bzw. der beteiligten Psychotherapeuten mit dem untersuchten Verfahren folgender englischsprachige Fachbegriff verwendet: allegiance
- 3 Wie lautet der Fachbegriff für einen Risikofaktor, der nicht verändert werden kann (z. B. das Geschlecht) und der somit als so genannter kausaler Risikofaktor aus- scheidet? fester Marker
- 4 In der ICD-10 ist eine psychische Störung aufgeführt, die durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist: - andauernde Instabilität der Stimmung, die sich zumeist im frühen Erwachsenen- alter entwickelt, - Vorstufen der Störung gelegentlich bereits im Kindes- und Jugendalter feststell- bar, - zahlreiche Perioden leichter Depression und leicht gehobener Stimmung, welche hinsichtlich Schwere und Dauer jeweils nicht die Kriterien einer manischen oder depressiven Episode erfüllen, - chronischer Verlauf. Wie lautet die Bezeichnung dieser Störung in der ICD-10? Zyklothymia
- 5 In Ihrer Behandlung befindet sich eine Patientin, die stark darunter leidet, dass ihre Eltern seit früher Kindheit gegensätzliche Lebenshaltungen an sie herangetragen hätten. Sie habe sich immer „zwischen den Stühlen“ gefühlt: Während die extrem ängstliche Mutter ihr vermittelt habe, die Welt sei gefährlich und sie sei schutzlos ausgeliefert, habe der eher fordernde und dominante Vater sie wiederholt aufge- fordert, mutig zu sein und „in die Welt zu gehen“. Sie fragt sich nun, als Erwachse- ne, was ihre Eltern wohl überhaupt zusammengeführt hat. Wie heißt der von Willi geprägte Begriff für das Phänomen in Zweierbeziehungen, dass die Partner bezogen auf ihre Triebfixierungsniveaus in polarisierenden, kom- plementären Rollen interagieren (progressive vs. regressive Rolle; Schlüssel-Schloss- Relation)? Kollusion
- 6 Wie bezeichnet man die motorische Sprachregion des zerebralen Kortex? Broca-Areal
- 7 In der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Zwangsstörungen können zwei Prinzipien unterschieden werden: Die Komponente des Zwangs, die Angst und Unru- he auslöst (z. B. Zwangsgedanken), sei mit Konfrontation zu behandeln. Für die Komponente der Zwangsstörung, die Angst und Unruhe kurzfristig absenkt (Neutrali- sieren/ Vermeidung z. B. durch Zwangsrituale), sei ein anderes, zweites Prinzip an- zuwenden. Wie heißt dieses zweite Prinzip bzw. die zweite Behandlungskomponente? Reaktionsverhinderung
- 8 In der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) wird ein besonderer familiärer Inter- aktionsstil beschrieben, der das Risiko der Entwicklung von Borderline- Persönlichkeitsstörungen erhöhen soll. Zentrale Bezugspersonen respektieren hier- bei nicht die persönlichen Erfahrungen der Person, unterstellen andere Erfahrungen oder zeigen unberechenbares Verhalten. Wie wird dieser psychologische Faktor, dieses soziale Umfeld, genannt, das nach Li- nehan das Risiko zur Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erhöht? invalidierendes Umfeld
- 9 Wie bezeichnet man im Rahmen der psychotherapeutischen Qualitätssicherung die fallbezogene gegenseitige Beratung (kollegiale Fall-/ Praxis-/ Beratung) und beruf- liche Reflexion von Psychotherapeuten in einer Gruppe, die zumeist durch - Freiwilligkeit - Honorarfreiheit - und zwischen den gleichrangigen Gruppenmitgliedern wechselnde Leitung (keine speziell für diese Beratungstätigkeit ausgebildete Person als Leitung) gekennzeichnet ist? Intervision
- 10 Was sind Kernelemente des transaktionalen Stressmodells (Lazarus und Folkman)? Wählen Sie 3 Antworten! (A) Bewältigungsversuche sind nicht von der Situationseinschätzung abhängig. (B) Bewertungsprozesse spielen bei der psychischen Anpassung an Stressoren eine entscheidende Rolle. (C) Ein gleicher Stressor führt nicht immer zu der gleichen Reaktion. (D) Es wird zwischen primary und secondary appraisal unterschieden. (E) Stress ist ein automatisch ablaufender biologischer Prozess. (B) Bewertungsprozesse spielen bei der psychischen Anpassung an Stressoren eineentscheidende Rolle.(C) Ein gleicher Stressor führt nicht immer zu der gleichen Reaktion.(D) Es wird zwischen primary und secondary appraisal unterschieden.
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- 11 Welche der folgenden Begriffe benennen basale sog. Ich-Funktionen nach psychodynamischer Konzeption (z. B. gemäß Bellak)? Wählen Sie 3 Antworten! (A) Affektsteuerung (B) Impulssteuerung (C) Reaktionsbildung (D) Realitätsprüfung (E) Verdrängung ABD
- 12 Welche der folgenden Aussagen zu den Unterschieden zwischen ICD-10 und DSM-IV- TR sind zutreffend? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Das DSM-IV-TR bezieht sich fast ausschließlich auf psychische Störungen, die ICD-10 soll alle Krankheiten erfassen. (B) Das DSM-IV-TR wurde federführend von amerikanischen Experten entwickelt, die ICD-10 von internationalen Expertenteams. (C) Die ICD-10 bezieht sich auf alle Krankheiten, das DSM-IV-TR nur auf alle neuro- logischen und psychischen Erkrankungen. (D) Die ICD-10 soll alle psychischen Störungen erfassen, das DSM-IV-TR nur die wichtigsten psychischen Störungsbereiche. (E) Es gibt verschiedene Forschungsversionen des DSM-IV-TR, aber nur eine Version der ICD-10. (A) Das DSM-IV-TR bezieht sich fast ausschließlich auf psychische Störungen, dieICD-10 soll alle Krankheiten erfassen.(B) Das DSM-IV-TR wurde federführend von amerikanischen Experten entwickelt,die ICD-10 von internationalen Expertenteams.
- 13 Bei welchen der folgenden handelt es sich um eigenständige dissoziative Störungen gemäß der ICD-10? Wählen Sie 3 Antworten! (A) dissoziative Amnesie (B) dissoziative Dekompensation (C) dissoziative Fugue (D) dissoziative Katatonie (E) dissoziative Krampfanfälle (F) dissoziative Manie (A) dissoziative Amnesie (C) dissoziative Fugue (E) dissoziative Krampfanfälle
- 14 Welche der folgenden Symptome gehören nach ICD-10 zu den zentralen, so genann- ten „typischen“ Symptomen depressiver Episoden, von denen andere häufige Sym- ptome abgegrenzt werden? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Appetitverlust . (B) gedrückte Stimmung (C) Konzentrationsprobleme (D) Schlafprobleme (E) Verlust von Selbstvertrauen (F) Verminderung von Antrieb und Aktivität (B) gedrückte Stimmung (F) Verminderung von Antrieb und Aktivität
- 15 Durch welche der folgenden Variablen der Mikro-Verhaltensanalyse nach Bartling et al. wird der Bereich der Organismusvariable 0 im SORKC-Modell von Kanfer weiter ausdifferenziert? Wählen Sie 2 Antworten! (A) ABC-Schema (B) Beziehung (C) innere Verarbeitung (D) Schema (E) System (F) Wahrnehmungsprozess (C) innere Verarbeitung (F) Wahrnehmungsprozess
- 16 Neben den im Beziehungsangebot des Therapeuten zum Ausdruck kommenden grundlegenden drei Therapeutenvariablen bzw. therapeutischen Grundhaltungen nennt Rogers in seinem klientenzentrierten Konzept der Gesprächspsychotherapie drei weitere Bedingungen dafür, dass eine erfolgreiche therapeutische Beziehung entstehen kann (insgesamt sechs notwendige und hinreichende Bedingungen/ therapeutic conditions). Welche der folgenden geben diese drei neben den drei Basisvariablen genannten Bedingungen am ehesten wieder? Wählen Sie 3 Antworten! (A) Der Klient befindet sich in einem Zustand der Inkongruenz. (B) Der Klient ist in der Lage, emotionale Erlebnisinhalte zu verbalisieren. (C) Der Klient nimmt zumindest in Ansätzen die Empathie und unbedingte Wert- schätzung des Therapeuten wahr. (D) Der Klient verfügt über ein ansatzweise positives Selbstkonzept. (E) Die Aktualisierungstendenz des Klienten ist spürbar. (F) Es besteht ein psychologischer Kontakt zwischen Klient und Therapeut. (A) Der Klient befindet sich in einem Zustand der Inkongruenz. (C) Der Klient nimmt zumindest in Ansätzen die Empathie und unbedingte Wert-schätzung des Therapeuten wahr. (F) Es besteht ein psychologischer Kontakt zwischen Klient und Therapeut.
- 17 Die Psychotherapie-Richtlinie schließt Psychotherapie als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung aus, wenn ein Behandlungserfolg nicht zu erwarten sei, weil bestimmte Voraussetzungen nicht gegeben sind. Um welche der folgenden Voraussetzungen für den Behandlungserfolg beim jeweili- gen Patienten handelt es sich laut dieser Richtlinie? Wählen Sie 2 Antworten! (A) bestimmte psychische Krankheiten (B) kürzerer Zeitraum des Bestehens der Symptomatik (C) Motivierbarkeit (D) Umstellungsfähigkeit (E) Unterschreiten einer bestimmten Altersgrenze (C) Motivierbarkeit(D) Umstellungsfähigkeit
- 18 Welche der nachfolgend aufgeführten, die Schweigepflicht betreffenden Feststel- lungen sind zutreffend? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Bei Anfragen von staatlichen Behörden muss der Therapeut regelhaft seine Er- kenntnisse auch ohne eine ausdrückliche Entbindungserklärung des Patienten übermitteln. (B) Berichtet der Patient seinem Therapeuten glaubhaft davon, dass er eine Straf- tat wie Geiselnahme oder erpresserischen Menschenraub vorbereitet, besteht für den Therapeuten eine besondere Anzeigepflicht. (C) Die Schweigepflicht im Sinne des gesicherten Rechts auf informationeile Selbstbestimmung muss ohne Ausnahme vom Therapeuten eingehalten werden, solange der Patient ihn nicht explizit davon entbindet. (D) Erfährt ein Therapeut durch seinen Patienten davon, dass dieser eine Straftat wie Mord oder Totschlag begangen hat, muss der Therapeut die Schweigepflicht gegenüber den Ermittlungsbehörden brechen. (E) Gefährdet ein Patient seine Partnerin ohne deren Wissen darüber durch eine gefährliche, ansteckende Krankheit und lässt sich der Patient nicht dazu bewe- gen, sich seiner Partnerin anzuvertrauen, kann ein entsprechender Hinweis di- rekt an die Partnerin des Patienten, kann ein Bruch der Schweigepflicht gerechtfertigt sein. BE Diplom-Psychologen unterliegen, insbesondere wenn Sie als Psychotherapeuten tätig sind, der Schweigepflicht nach § 203 StGB Gesetzestext. Eine Ausnahme sind nur bevorstehende Straftaten, die gem. § 138 StGB angezeigt werden müssen. Dies sind z.B. Hochverrat, Vorbereitung eines Angriffskriegs, Mord und schwerer Menschenhandel, aber auch Raub, räuberische Erpressung und Brandstiftung. In solchen Fällen besteht keine Schweigepflicht, mehr noch: Der Diplom-Psychologe muss Anzeige erstatten. Bei bereits abgeschlossenen Straftaten geht es nur noch um die Strafverfolgung, die in der Regel gegenüber der Schweigepflicht nicht als höherwertig zu erachten ist - es sei denn, es können weitere Straftaten verhindert werden.
- 19 Aufgabenfolge „Mann nach Arbeitsanfall“ - Teil 1 Einfachauswahlaufgabe Ein 52-jähriger Patient hatte auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall. An einem Stau- ende auf einer Brücke fuhr ein LKW mit großer Geschwindigkeit auf seinen Liefer- wagen auf. Der Patient hatte im Rückspiegel beobachten können, wie der LKW herannahte, und dachte, dass er nun sterben würde. Der LKW schob nach dem Auf- prall sein Fahrzeug über die Leitplanke hinaus, so dass es nun halb auf der Brücke, halb über dem Abgrund hing. Er traute sich nicht, sich im Auto zu bewegen, aus Angst, das Auto könne abstürzen. Unter Todesangst musste er im Auto ausharren, bis die Feuerwehr ihn bergen konnte. Der Patient leidet seither unter extremer Schreckhaftigkeit, immer wieder drängen sich Bilder und Geräusche von den Sekun- den bis zum Aufprall des LKWs und von den langen Minuten danach auf der Brücke auf. Er vermeidet gänzlich, Auto zu fahren, und leidet unter Schlafstörungen. Welcher der nachfolgenden Aspekte spricht dafür, dass das Unfallgeschehen und -erleben des Patienten die in der ICD-10 bei der posttraumatischen Belastungsstö- rung genannten Kriterien für den traumatisierenden Charakter der Ereignisse (für ein Trauma) erfüllt? (A) Das Ereignis wird ständig in sich aufdrängenden Erinnerungen innerlich wieder- erlebt (Intrusionen). (B) Der Patient entwickelte in der Folge emotionale Stumpfheit und eine große Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen. (C) Der Unfall war eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. (D) Die Bedrohung wurde von einem Menschen (Verkehrsteilnehmer) verursacht. (E) Die Folge des Ereignisses ist eine Beeinträchtigung der sozialen, körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit. (C) Der Unfall war eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung, die bei fast jedemeine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
- 20 Aufgabenfolge „Mann nach Arbeitsanfall“ - Teil 2 Einfachauswahlaufgabe Der Patient überlegt, wegen seiner Beschwerden eine psychotherapeutische Be- handlung in Anspruch zu nehmen. Welcher der nachfolgend genannten Versicherungsträger bzw. Institutionen kommt am ehesten als zuständiger Kostenträger der Behandlung in Frage? (A) Berufshaftpflicht des Patienten (B) Gesetzliche Unfallversicherung des Patienten (C) Krankenkasse des Patienten (D) Rentenversicherung des Patienten (E) Versorgungsamt des zuständigen Bundeslandes (B) Gesetzliche Unfallversicherung des Patienten Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine Haftpflichtversicherung für bestimmte Berufe, die durch mögliche Fehlberatung ein erhöhtes Risiko, Vermögensschäden anzurichten, aufweisen.
- 21 Aufgabenfolge „Mann nach Arbeitsanfall“ - Teil 3 (Ende) Mehrfachauswahlaufgabe Welche der folgenden Interventionen zur Behandlung der Symptomatik des Patien- ten gelten nach der Leitlinie der AWMF-Fachgesellschaften bei einer posttraumati- schen Belastungsstörung als am besten bewährt? Wählen Sie 2 Antworten! (A) achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (B) Debriefing (C) dialektisch-behaviorale Therapie (D) Eye Movement Desensitization and Reprocessing (E) kognitive traumafokussierte Verhaltenstherapie (D) Eye Movement Desensitization and Reprocessing(E) kognitive traumafokussierte Verhaltenstherapie
- 22 Aufgabenfolge „Studentin in psychotherapeutischer Behandlung“ - Teil 1 Einfachauswahlaufgabe Eine Studentin berichtet im psychotherapeutischen Erstgespräch, dass sie ange- sichts ihrer anstehenden Prüfungen unter starken Arbeitsstörungen leide, sich zu- nehmend depressiv fühle und zurückziehe; täglich konsumiere sie erhebliche Mengen Amphetamine, um besser arbeiten zu können. Sie stellen zunächst die Ver- dachtsdiagnose einer Stimulanzienabhängigkeit gemäß ICD-10. Welche der folgenden Vorgehensweisen ist durch die Psychotherapie-Richtlinie (des gemeinsamen Bundesausschusses, G-BA) für eine ambulante Psychotherapie der Pa- tientin bei tatsächlichem Vorliegen einer Stimulanzienabhängigkeit vorgegeben? (A) Durch den Einsatz eines evidenzbasierten Programms zur Behandlung von Ar- beitsstörungen sind bei der Patientin zunächst positive Selbstwirksamkeitser- fahrungen und in der Folge eine Reduzierung der Depressivität anzustreben. (B) Im ersten Schritt muss eine pharmakotherapeutische Mitbehandlung durch ei- nen Facharzt erfolgen. (C) Suchtmittelfreiheit bzw. Abstinenz von psychotropen Substanzen muss spätes- tens parallel zur ambulanten Psychotherapie bis zum Ende von maximal 10 Be- handlungsstunden erreicht werden. (D) Vorrang hat die psychotherapeutische Behandlung der Arbeitsstörung und de- pressiven Symptomatik. Eine Abstinenzherstellung muss erst bis zum Erreichen der je nach Psychotherapieverfahren möglichen maximalen Anzahl an Behand- lungsstunden erfolgen. (E) Zunächst hat eine Behandlung der depressiven Störung durch ein Tagesaktivitä- tenprogramm zu erfolgen, so dass sich für die Patientin die subjektive Notwen- digkeit verringert, ihre Emotionen über Stimulanzien zu regeln. (C) Suchtmittelfreiheit bzw. Abstinenz von psychotropen Substanzen muss spätes-tens parallel zur ambulanten Psychotherapie bis zum Ende von maximal 10 Be-handlungsstunden erreicht werden.
- 23 Aufgabenfolge „Studentin in psychotherapeutischer Behandlung“ - Teil 2 Kurzantwortaufgabe Nachdem zu Beginn der Therapie ein Abstinenzvertrag geschlossen wurde und die Patientin versichert, sie halte sich daran, berichtet sie über heftiges Craving nach Amphetaminen. Sie könne kaum noch schlafen, habe, wenn sie mal schlafe, bizarre und unangenehme Träume, sei sehr unruhig und habe ständig Appetit, etwas zu es- sen. Auf welches Syndrom (ICD-10-Diagnose) weisen diese Symptome hin? Stimulanzienentzugssyndrom
- 24 Aufgabenfolge „Studentin in psychotherapeutischer Behandlung“ - Teil 3 Einfachauswahlaufgabe Nachdem die Patientin über die ersten Behandlungswochen ihren Substanzkonsum beinahe vollständig eingestellt hatte, hat sie an einem Tag einen Rückfall und kon- sumiert große Mengen Amphetamine. Im Laufe dieses und des folgenden Tages ent- wickelt sie eine Symptomatik mit lebhaften Halluzinationen, einer sehr misstrauischen Stimmung, starken Ängsten und dem Wahn, dass eine Razzia in ihrer Wohnung durch die Polizei unmittelbar bevorstehe. Sie wird daraufhin in die psy- chiatrische Klink eingewiesen. Beim dort sofort erhobenen Drogenscreening lassen sich nur noch geringe Mengen Amphetamine und keine sonstigen psychotropen Sub- stanzen nachweisen. Die Symptomatik remittiert innerhalb von 3 Tagen vollständig, so dass die Patientin entlassen wird. Frühere Episoden mit ähnlichen Symptomen lassen sich anamnestisch nicht erheben. Welche der folgenden Diagnosen nach der ICD-10 trifft hier am ehesten zu? (A) paranoide Schizophrenie (F20.0) (B) psychische und Verhaltensstörungen durch Stimulanzien, psychotische Störung (F15.5) (C) psychische und Verhaltensstörungen durch Stimulanzien, schädlicher Gebrauch (F15.1) (D) vorübergehende akute polymorphe psychotische Störung (F23.0) (E) wahnhafte Störung (F22.0) (B) psychische und Verhaltensstörungen durch Stimulanzien, psychotische Störung(F15.5)
- 25 Aufgabenfolge „Studentin in psychotherapeutischer Behandlung“ - Teil 4 (Ende) Einfachauswahlaufgabe Im Verlauf der psychotherapeutischen Behandlung lernt die Patientin in kleinen Schritten, sich für Erfolge wie den Verzicht auf den Erwerb von Stimulanzien, mor- gendliches Aufstehen zu einem geplanten Zeitpunkt und Realisieren 20-minütiger Arbeitseinheiten am Schreibtisch zu belohnen. Um welche der folgenden verhaltenstherapeutischen Methoden handelt es sich hier- bei am ehesten? (A) Abstinenzvertrag (B) Habit reversal (C) Kontingenzmanagement (D) Prompting (E) Rückfallprophylaxe (C) Kontingenzmanagement Competing Response TrainingDie zentrale Komponente des Habit reversals ist das Competing Response Training (dt. Training inkompatibler Reaktionen): Hier werden schließlich Verhaltensweisen eingeübt, die mit dem Problemverhalten inkompatibel sind. Welche Verhaltensweisen das sind, hängt vom Problemverhalten und dem sozialen Kontext ab. Bei Nägelkauen wäre eine inkompatible oder konkurrierende Verhaltensweise beispielsweise das Ballen der Hände zur Faust. Manfred Döpfner (2001)[1] beschreibt Beispiele für inkompatible Reaktionen bei verschiedenen Tics. Diese Verhaltensweisen werden erst im Therapiesetting eingeübt und sollen dann auf den Alltag übertragen werden. Fortschritte und Probleme werden in der Regel täglich besprochen, was auch telefonisch geschehen kann. Wichtig ist häufige Verstärkung des erwünschten Verhaltens, sowie der Anstrengungen und Fortschritte auf dem Weg dorthin.
- 26 Familienangehörige von an Schizophrenie erkrankten Personen werden in einer pro- spektiven Längsschnittstudie daraufhin untersucht, ob sie ebenfalls eine Schizo- phrenie entwickeln. Dies kann dazu dienen, Informationen über mögliche Ursachen der Erkrankung zu ermitteln. Wie nennt man in der klinisch orientierten Forschung eine solche Studie? (A) Adoptionsstudie (B) Fall-Kontroll-Studie (C) High-Risk-Studie (D) Segregationsanalyse (E) Zwillingsstudie (C) High-Risk-Studie Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko werden befragt: Bottom-up: Eltern von erkrankten Kindern untersuchenTop-down: Kinder von erkrankten Eltern untersuchen SegregationsanalyseGenetik, ein Verfahren, bei dem zunächst ermittelt wird, wie häufig ein erbliches Merkmal in einem Familienstammbaum vorliegt um zu ermitteln, mit welchen bekannten Erbvorgängen diese Ergebnisse erklärt werden können, engl. segregation analysis
- 27 In einer Therapiestudie wurde die Effektivität von zwei Behandlungsansätzen mit- einander verglichen. Therapieansatz A erwies sich gegenüber Therapieansatz B als überlegen. Es wurde jedoch nicht erhoben, ob die Therapeuten die Behandlung auch manualtreu (adhärent) durchführten. Welcher der folgenden Aspekte der Validität ist hierdurch am ehesten gefährdet? (A) diskriminative Validität (B) externe Validität (C) interne Validität (D) konvergente Validität (E) Kriteriumsvalidität (C) interne Validität
- 28 Ein Patient ist nach einem SchädelHirn-Trauma nicht mehr in der Lage, mehrere Dinge parallel zu tun, also z. B. Fahrrad zu fahren und sich dabei mit seiner Freun- din zu unterhalten. Welcher Aspekt der Aufmerksamkeit ist bei ihm am ehesten gestört? (A) Aufmerksamkeitsaktivierung (alertness) (B) Daueraufmerksamkeit (C) exekutive Aufmerksamkeit (D) geteilte Aufmerksamkeit (E) selektive Aufmerksamkeit (D) geteilte Aufmerksamkeit
- 29 Zur Schätzung der Erkrankungswahrscheinlichkeit 30- bis 40-jähriger Raucher an einem malignen Tumor innerhalb eines Jahres kann die 12-Monats-Prävalenz (Jah- resprävalenz) herangezogen werden. Zu deren Berechnung wird die Anzahl der ma- lignen Tumorerkrankungen bei 30- bis 40-jährigen Rauchern innerhalb eines Jahres erhoben. Folgende Gruppe wird als der Berechnung zugrunde liegende Population definiert: (A) alle 30- bis 40-jährigen Personen in der Bevölkerung (B) alle 30- bis 40-jährigen Raucher in der Bevölkerung (C) alle innerhalb dieses Jahres versterbenden Raucher (D) alle Raucher in der Bevölkerung (E) die Gesamtbevölkerung (B) alle 30- bis 40-jährigen Raucher in der Bevölkerung
- 30 Welcher der nachfolgend aufgeführten Aspekte ist nach verhaltenstherapeutischer Konzeption am ehesten als typische aufrechterhaltende Bedingung einer generali- sierten Angststörung zu sehen? (A) Der Patient vermeidet potentiell bedrohliche Gedanken und Situationen, um die Angst zu verringern. (B) Die Ängste und Sorgen des Patienten richten sich auf ein zentrales Thema. (C) Die Grübeleien des Patienten beziehen sich vor allem auf vergangene Ereignis- se. (D) Durch Rituale gelingt es dem Patienten, seine negativen automatischen Gedan- ken langfristig zu bewältigen. (E) Im Kontext seiner generalisierten Angststörung leidet der Patient unter motori- scher Anspannung mit Spannungskopfschmerz. (A) Der Patient vermeidet potentiell bedrohliche Gedanken und Situationen, umdie Angst zu verringern.
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- 31 Das kognitive Zwangsmodell von Paul Salkovskis unterscheidet vier Komponenten der kognitiven Prozesse bei Zwangsstörungen. Wenn Ihnen ein Patient mitteilt, dass er meint, er könne ein Kind unabsichtlich ver- letzen, dann entspricht das laut diesem Modell am ehesten folgender Komponente: (A) aufdringlicher Gedanke (B) Bewertung eines Gedanken (C) emotionale/ physiologische Unruhe (D) magische Idee (E) Neutralisierung (A) aufdringlicher Gedanke Salkovskis (1999) unterscheidet zwischen einer Stimulus- und einer Reaktionskomponente: Aufdringliche Gedanken (Stimulus) verursachen demnach bei bestimmten Personen aufgrund ihrer persönlichen Entwicklungsgeschichte eine eigentümliche Bewertung. Damit einher gehen weitere Gedanken, die Unsicherheit, Erregung, Unruhe sowie Schuld auslösen. Die Person versucht daraufhin, eine Reduktion dieses unangenehmen Gefühlszustandes mit Hilfe von „Gegengedanken“ zu erreichen (Reaktionskomponente). Da es durch diesen Versuch zu einer zumindest kurzfristigen Entspannung kommt, wirkt die Strategie (d.h. das Zwangsritual) i.S. einer negativen Verstärkung und verfestigt sich
- 32 Welche der folgenden Zielsetzungen steht bei einem Verhaltensexperiment im Rah- men einer verhaltentherapeutischen Behandlung typischerweise im Vordergrund? (A) Entspannung (B) Habituation (C) klassisches Konditionieren (D) Modelllernen (E) Überprüfen dysfunktionaler Überzeugungen (E) Überprüfen dysfunktionaler Überzeugungen
- 33 Wofür steht, bei strikter Auslegung, das C im ABC-Modell von Ellis? (A) catastrophizing (B) consciousness (C) contemplation (D) emotional consequences (E) irrational cognitions (D) emotional consequences
- 34 Welche Ebenen des (Un-) Bewussten lassen sich nach Sandler und Sandler unter- scheiden und werden mitunter zur konzeptionellen Unterscheidung von tiefenpsy- chologisch fundierter Psychotherapie und Psychoanalyse herangezogen? (A) kosmisches Unbewusstes, kollektives Unbewusstes, individuelles Unbewusstes (B) primäres Unbewusstes, sekundäres Unbewusstes, tertiäres Unbewusstes (C) Unterbewusstes, Vorbewusstes, Überbewusstes (D) Verdrängtes, Verleugnetes, Vergessenes (E) Vergangenheitsunbewusstes, Gegenwartsunbewusstes, Bewusstes (E) Vergangenheitsunbewusstes, Gegenwartsunbewusstes, Bewusstes Theorie von Sandler und SandlerRückseiteTherapie bezieht sich auf die aktuelle Beziehung zw. Pat. u. Therapeut, die aktuellen Interaktionen des Patienten mit dem Umfeld und der symptomauslösenden interpersonellen Situtation. Im Gegensatz dazu bezieht sich die Analyse auf die Übertragung infantiler Beziehungsmuster auf den Therapeuten, und die früheren Beziehungen. Psychodynamische Therapien orientieren sich am Gegenwartsunbewussten. Vergangenheitsunbewusstes: Die frühen Wünsche und Konfliktlösungen. Zunächst waren sie bewusst aber mit Einsetzen der Zensur (Abwehr) nicht mehr bewusstseinsfähig. Das Gegenwartsunbewusste dient der Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichtes in der Gegenwart. Aus dem Vergangenheitsunbewussten auftrtende Impulse werden als unangenehm empfunden, es kommt zu Anpassungsprozessen, wenn diese scheitern, setzt eine 2. Zensur ein, die aktualisierte Wünsche abwehrt.Die 2. Zensur wendet sich gegen das von früheren Konflikten durchtränkte aktuelle Erleben.Konflikte auf der Ebene des Gegenwartsunbewussten werden auf einer interaktionellen Ebene deutlich.
- 35 Eine der psychoanalytischen Theorieströmungen lässt sich wie folgt charakterisie- ren: Der Schwerpunkt liegt auf den Funktionen, die die Psyche benötigt, um zwischen spontanen Impulsen, verinnerlichten Normen und der Umwelt zur vermitteln. Es werden zentrale Steuerungs- und Vermittlungsfunktionen beschrieben, aus deren Unreife bzw. geringen Verfügbarkeit sich eine strukturelle Vulnerabilität für psychi- sche Störungen ergibt. Auf welche der aufgeführten psychoanalytischen Theorieströmungen trifft diese Charakterisierung am ehesten zu? (A) Ich-Psychologie (B) Individualpsychologie (C) Objektbeziehungstheorie (D) Selbstpsychologie (E) Triebtheorie (A) Ich-Psychologie Individualpsychologie Vom Anliegen beseelt, den Menschen zu verstehen, begründete und entwickelte Dr. Alfred Adler (1870-1937) eine der drei klassischen Schulen der Tiefenpsychologie. Adler gehörte zu den Pionieren der Psychologie. Der Name „Individualpsychologie“ verweist auf die Unteilbarkeit und Einzigartigkeit des Individuums. Zugleich wollte sich Adler mit dieser Namensgebung von Freud abheben, der die Aufspaltung der Persönlichkeit betonte und von der Vorstellung ausging, dass sich Teile des Menschen gegenseitig bekämpfen. Die Individualpsychologie betrachtet den Menschen als eine einzigartige, ganzheitliche Persönlichkeit, deren Handeln zielgerichtet ist. Die besondere Aufmerksamkeit gilt der Position des Einzelnen innerhalb seines sozialen Bezugsfeldes und den Mustern seiner Beziehungsgestaltung. Während bei Freud die Frage nach dem Grund (Kausalität) im Vordergrund steht, betont Adler die Notwendigkeit nach dem Ziel und Zweck (Finaltät) von Symptomen und Lebensäusserungen insgesamt zu fragen. Menschliches Verhalten kann im Zusammenhang mit selbst festgelegten Zielen verstanden werden, die dem Einzelnen normalerweise nicht bewusst sind. Der Einfluss der Kindheit spielt in der Individualpsychologie eine große Rolle. Jedoch wird sie nicht breit analysiert, sondern aus Kindheitserinnerungen werden wichtige Erkenntnisse und Ressourcen für die Zukunft gewonnen.
- 36 Herr A. lebt seit einigen Jahren in einer Fernbeziehung und meint, das sei auch gut so. Beruflich habe er sich eine Unabhängigkeit erarbeitet, sodass er sich nicht mehr mit Kollegen abstimmen müsse — Teamarbeit empfinde er als nervig. Er betont mehrfach, dass er gut alleine klar komme. Auch finanziell habe er früh darauf hin- gearbeitet, dass er auf niemanden angewiesen sei. Als seine Lebenspartnerin nun verkündete, dass sie schwanger sei und sich wünsche, dass sie zusammenziehen und eine „richtige Familie“ werden, sei er in eine Krise geraten und erwäge eine Tren- nung. Welcher Konflikt und dessen Verarbeitungsmodus liegt gemäß der Operationalisier- ten Psychodynamischen Diagnostik (OPD-2) nach dieser Beschreibung beim Patien- ten am ehesten vor? (A) Konflikt Individuation vs. Abhängigkeit - aktiver Modus (B) Konflikt Unterwerfung vs. Kontrolle — passiver Modus (C) Konflikt Versorgung vs. Autarkie — passiver Modus (D) ödipaler Konflikt — aktiver Modus (E) Selbstwertkonflikt - passiver Modus (A) Konflikt Individuation vs. Abhängigkeit - aktiver Modus
- 37 Welcher der nachfolgend genannten Abwehrmechanismen wird nach psychoanalyti- schem bzw. psychodynamischem Verständnis zu denjenigen mit grober Verzerrung der Realitätsprüfung (nach Mentzos) bzw. zum desintegrierten strukturellen Niveau (z. B. OPD-2) gezählt? (A) Entwertung (B) Intellektualisierung (C) psychotische Projektion (D) Ungeschehenmachen (E) Verdrängung (C) psychotische Projektion
- 38 Was ist in der Psychotherapie am ehesten unter differentieller Indikation zu verste- hen? (A) Anpassung psychotherapeutischer Maßnahmen im individuellen Behandlungsver- lauf (B) Aufgabe des Diagnostikers, zwischen pathologischen und subklinischen Phäno- menen zu unterscheiden (C) Beurteilung, welcher Kostenträger für die Finanzierung einer Behandlung zu- ständig ist (D) Entscheidung über die bei einem Patienten anzuwendende Therapieform (Ver- fahren, Methoden, Setting) (E) Unterscheidung des Klinikers, ob für die Störung eines Patienten eine Psycho- therapie geboten oder nicht geboten ist (D) Entscheidung über die bei einem Patienten anzuwendende Therapieform (Ver-fahren, Methoden, Setting)
- 39 Durch standardisierte Interviewverfahren, die auf operationalen Klassifikationssys- temen basieren, lassen sich bestimmte zu diagnostischen Fehlern beitragende Vari- anzquellen im diagnostischen Prozess minimieren. Für welche der folgenden Varianzquellen ist dies am ehesten der Fall? (A) Kriterienvarianz (B) Störungsvarianz (C) Subjektvarianz (D) Symptomfluktuation (E) Verlaufsvarianz (A) Kriterienvarianz Jeder Untersucher nutzt verschiedene Kritierien für die Diagnose einer Störung
- 40 Wie wird in der allgemeinen Psychopathologie die verminderte Beherrschung der Affekte mit inadäquaten Affektäußerungen bereits bei geringen Auslösern genannt? (A) Affektinkontinenz (B) Affektmodulation (C) Affektspiegelung (D) Affektstarre (E) Affektverhaltung (A) Affektinkontinenz
- 41 Welches der folgenden diagnostischen Instrumente ist im Rahmen der Psychothera- pie einer Panikstörung am ehesten dafür ausgelegt, Veränderungen der störungs- spezifischen Symptomatik zu erfassen? (A) Angstfragebogen für Schüler (AFS) (B) Beck Depressionsinventar (BDI) (C) Body Sensation Questionnaire (BSQ) (D) Brief Symptom Inventory (BSI) (E) Penn State Worry Questionnaire (PSWQ) (C) Body Sensation Questionnaire (BSQ) Der AKV, die deutsche Bearbeitung des Body Sensations Questionnaire (BSQ), Agoraphobic Cognitions Questionnaire (ACQ) und Mobility Inventory (MI) von Chambless et al., erfasst verschiedene Aspekte der Symptomatik bei Patienten mit Angststörungen und psychosomatischen oder funktionellen Beschwerden. Durch die sinnvolle Kombination der drei Fragebogen können interne Angstauslöser, die zentralen Befürchtungen des Patienten und das Muster des Vermeidungsverhaltens differenziert diagnostiziert werden. Das Instrumentarium erweist sich darüber hinaus als sensitiv zur Messung von Therapieeffekten
- 42 Ein 20-jähriger Jugendlicher kommt in Ihre Praxis. Er klagt über eine gesteigerte Ängstlichkeit. Manchmal habe er das Gefühl, andere wollten ihm etwas Böses oder verfolgten ihn. Er leide unter wiederkehrenden Kopfschmerzen, Übelkeit und einer körperlichen Unruhe und Herzrasen. Sie nehmen wahr, dass seine Hände zittern und erkundigen sich, ob er regelmäßig Substanzen zu sich genommen hat. Auf die Entzugserscheinungen welcher der folgenden Substanzen deuten die be- schriebenen Symptome nach ICD-10 am ehesten hin? (A) Halluzinogene (B) Nikotin (C) Opioide (D) Sedativa/ Hypnotika (E) Stimulanzien (D) Sedativa/ Hypnotika
- 43 Welches der folgenden ist nach der ICD-10 ein zentrales Merkmal der somatoformen autonomen Funktionsstörung? (A) Betroffen sind Willkürmotorik und Sensorik. (B) Die betroffenen Organe sind vollständig oder weitgehend vegetativ innerviert. (C) Die Symptome sind Ausdruck eines innerpsychischen Konfliktes. (D) Es finden sich klare Anhaltspunkte für eine eindeutige Störung der Funktion des betroffenen Organs. (E) Körperliche Erkrankungen erklären die Symptomatik. (B) Die betroffenen Organe sind vollständig oder weitgehend vegetativ innerviert.
- 44 Welche der folgenden Wirkungen hat Nikotin? (A) Erniedrigung des Blutdrucks (B) euphorisierende Wirkung (C) Heißhunger (D) Senkung der Pulsfrequenz (E) Verminderung der Darmperistaltik (B,A,D,E)2
- 45 Über welchen Zeitraum muss bei einem Patienten die übermäßige Beschäftigung mit der Angst oder Überzeugung, eine ernsthafte Krankheit zu haben, mindestens vorliegen, um gemäß den diagnostischen Kriterien der ICD-10 eine hypochondrische Störung diagnostizieren zu können? (A) zwei Wochen (B) ein Monat (C) drei Monate (D) sechs Monate (E) ein Jahr (D) sechs Monate
- 46 Nach der ICD-10 wird eine körperdysmorphe Störung diagnostisch-klassifikatorisch folgenden Störungen bzw. folgender Gruppe von Störungen zugeordnet: (A) schizophrene Störungen (B) somatisierte Depressionen (C) somatoforme Störungen (D) soziale Phobien (E) Zwangsstörungen (C) somatoforme Störungen
- 47 Welches der folgenden Symptome gehört nach der ICD-10 zum somatischen Syn- drom, das im Rahmen einer depressiven Episode Vorkommen kann? (A) abendliche Einschlafstörungen (B) deutliche psychomotorische Hemmung (C) Hitzewallungen (D) Hypersexualität (E) Kloßgefühl im Hals (B) deutliche psychomotorische Hemmung
- 48 Welches der folgenden ist nach der ICD-10 am ehesten als ein parathymes psychoti sches Symptom zu werten (in Abgrenzung zu synthymen psychotischen Symptomen), das im Rahmen einer schweren depressiven Episode Vorkommen kann? (A) Krankheitswahn (B) Schuldwahn (C) verdammende akustische Halluzinationen (D) Verfolgungswahn (E) Wahn von Wertlosigkeit (D) Verfolgungswahn Synthym oder Parathym?Von prognostischer und therapeutischerBedeutung ist die Unterscheidungzwischen stimmungskongruenten (synthymen)psychotischen Symptomen, derenInhalte von Wahn oder Halluzinationenmit den typisch depressivenThemen wie persönliche Unzulänglichkeit,Schuld, Krankheit, Tod, Nihilismusoder verdienter Strafe übereinstimmenund stimmungsinkongruenten (parathymen)Symptomen wie nicht-depressiverVerfolgungswahn, Gedankeneingebungoder -ausbreitung, Kontrollwahn, derenInhalte nicht mit depressiven Themenübereinstimmt. Die Stimmungskongruenz psychotischer Symptome bleibt auchbei Rezidiven auffallend stabil, in Langzeitstudienweisen synthyme Symptomeauf einen günstigeren Verlauf mit besseremOutcome
- 49 Nach der ICD-10 zählt zu den Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren: (A) Derealisationssyndrom (B) dissoziativer Stupor (C) Ganser-Syndrom (D) mangelnde sexuelle Befriedigung (E) Somatisierungsstörung (D) mangelnde sexuelle Befriedigung F50-F59Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und FaktorenF52.-Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit Info:Sexuelle Funktionsstörungen verhindern die von der betroffenen Person gewünschte sexuelle Beziehung. Die sexuellen Reaktionen sind psychosomatische Prozesse, d.h. bei der Entstehung von sexuellen Funktionsstörungen sind gewöhnlich sowohl psychologische als auch somatische Prozesse beteiligt. Exkl.:Dhat-Syndrom (F48.8)F52.0Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen Info:Der Verlust des sexuellen Verlangens ist das Grundproblem und beruht nicht auf anderen sexuellen Störungen wie Erektionsstörungen oder Dyspareunie. Inkl.:FrigiditätSexuelle HypoaktivitätF52.1Sexuelle Aversion und mangelnde sexuelle Befriedigung Info:Entweder ist der Bereich sexueller Partnerbeziehungen mit so großer Furcht oder Angst verbunden, dass sexuelle Aktivitäten vermieden werden (sexuelle Aversion) oder sexuelle Reaktionen verlaufen normal und ein Orgasmus wird erlebt, aber ohne die entsprechende Lust daran (Mangel an sexueller Befriedigung). Inkl.:Sexuelle AnhedonieF52.2Versagen genitaler Reaktionen Info:Das Hauptproblem ist bei Männern die Erektionsstörung (Schwierigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr notwendige Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten). Bei Frauen ist das Hauptproblem mangelnde oder fehlende vaginale Lubrikation. Inkl.:Erektionsstörung (beim Mann)Psychogene ImpotenzStörung der sexuellen Erregung bei der Frau Exkl.:Impotenz organischen Ursprungs (N48.4)F52.3Orgasmusstörung Info:Der Orgasmus tritt nicht oder nur stark verzögert ein. Inkl.:Gehemmter Orgasmus (weiblich) (männlich)Psychogene AnorgasmieF52.4Ejaculatio praecox Info:Unfähigkeit, die Ejakulation ausreichend zu kontrollieren, damit der Geschlechtsverkehr für beide Partner befriedigend ist.F52.5Nichtorganischer Vaginismus Info:Spasmus der die Vagina umgebenden Beckenbodenmuskulatur, wodurch der Introitus vaginae verschlossen wird. Die Immission des Penis ist unmöglich oder schmerzhaft. Inkl.:Psychogener Vaginismus Exkl.:Vaginismus (organisch) (N94.2)F52.6Nichtorganische Dyspareunie Info:Eine Dyspareunie (Schmerzen während des Sexualverkehrs) tritt sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf. Sie kann häufig einem lokalen krankhaften Geschehen zugeordnet werden und sollte dann unter der entsprechenden Störung klassifiziert werden. Diese Kategorie sollte nur dann verwendet werden, wenn keine andere primäre nichtorganische Sexualstörung vorliegt (z.B. Vaginismus oder mangelnde/fehlende vaginale Lubrikation). Inkl.:Psychogene Dyspareunie Exkl.:Dyspareunie (organisch) (N94.1)F52.7Gesteigertes sexuelles Verlangen Inkl.:NymphomanieSatyriasisF52.8Sonstige sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder KrankheitF52.9Nicht näher bezeichnete sexuelle Funktionsstörung, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit
- 50 Ihnen wird ein 6-jähriges Mädchen zur Beurteilung vorgestellt, dessen motorische Entwicklung seinen Eltern zunehmend verzögert erscheint. Welcher in der Aufstellung der anamnestischen Daten ist der letzte Zeitpunkt, bei dem der jeweils erreichte Entwicklungsstand des Kindes altersgerecht war? (A) 3. Lebensmonat - längeres Kopfheben in Bauchlage (B) 8. Lebensmonat - sitzt frei und stabil (C) 12. Lebensmonat - steht frei (D) 24. Lebensmonat - kann max. 20 Schritte allein gehen (E) 5. Lebensjahr - kann eine Treppe nur mit Festhalten am Hand- lauf begehen (C) 12. Lebensmonat - steht frei