4
Ausgewählte Themen der Wirtschaftspsychologie und angewandten Sozialpsychologie (Fach) / 10 Geld und Risikoverhalten (Lektion)
Artikel: I will risk a stranger’s money, but not my own or my friend’s money: Effect of proximity of the money source to the self on financial risk-taking (Trump, Finkelstein & Connell, 2015)
Diese Lektion wurde von rosie2903 erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
- 1 Grundbegriffe Mental Accounting Ausgaben werden mental einzelnen Kategorien zugeordnet Herkunft des Geldes hat Einfluss auf Ausgabenkategorie: Geld, das aus einer seriösen Quelle kommt (z.B. Überstunden), wird auch eher für ernsthafte Zwecke (z.B. Lebensmittel, Miete) ausgegeben Geld aus „unseriösen“ Quellen (z.B. Lotteriegewinn) wird eher für hedonistische Motive ausgegeben House Money Effekt Leute riskieren lieber fremdes Geld, als ihr eigenes
- 2 Annahmen der Studie Die Distanz zwischen der Quelle des Geldes und einem Selbst steht in positiver Beziehung zu dem Ausmaß an finanziellem Risiko, das Menschen bereit sind, mit diesem Geld einzugehen. Bsp: Geld gehört mir → weniger Risikobereitschaft Bsp: Geld gehört jemand anderem → mehr Risikobereitschaft
- 3 Studie 1 Fragestellung: Sind Menschen risikofreudiger in ihren Entscheidungen, wenn jemand anderes zahlt und moderiert die Höhe der Kosten diesen Effekt? Hypothesen und Ergebnisse: H1: Menschen treffen riskantere finanzielle Entscheidungen, wenn jemand anderes dafür zahlt (vs. sie selbst). -> konsistent mit House Money Effect (bestätigt) H2: Die Höhe der monetären Kosten (des Glücksspiels) moderiert den Effekt, wer für das finanzielle Risiko zahlt. Menschen treffen riskantere Entscheidungen, wenn jemand anderes zahlt, sofern die Kosten relativ hoch (vs. niedrig) sind. -> in verständlich: Nur in der Bedingung mit höherem Einsatz gibt es einen signifikanten Unterschied (bestätigt) Durchführung: „Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Geschäft mit einer weiteren Person und stehen vor der Entscheidung, ein Rubbellos zu erwerben.“ Zufällige Zuordnung zu zwei Gruppen: Los wird von der Begleitperson gekauft vs. von einem selbst + Preis für Ticket $5 vs. $0.50 UV: Zahlender (Selbst vs. Anderer) Kosten des Glücksspiels ($5/$0.50) und Interaktion AV: Wahl des Tickets: hohes Risiko -> 5% Gewinnchance auf $100 bei $5-Bedingung bzw. $10 bei $0.50-Bedingung vs. geringes Risiko -> 50% Gewinnchance auf $10 ($5-Bedingung) bzw. $1 bei $0.50-Bedingung Limitation: Es wurde nicht kontrolliert, wie nah die „andere“ Person einem selbst steht.
- 4 Studie 2 Hypothese und Ergebnis: H3: Menschen treffen riskantere finanzielle Entscheidungen, wenn jemand, der einem nicht nahe steht dafür zahlt (vs. jemand nahestehendes, z.B. ein Freund). (bestätigt) -> Erklärungsansatz: Geld einer nahestehenden Person wird auf demselben mentalen Konto verbucht wie das eigene Geld Durchführung: VP wurden vorab geprimt, ob sie an einen nahen Freund, oder einen entfernten Freund dachten Szenario wie in Studie 1 UV: Freund (nah vs. entfernt) AV: Wahl des Tickets: hohes Risiko -> 20% Gewinnchance auf $25 vs. geringes Risiko -> 25% Gewinnchance auf $20 Limitation: Es wurde imaginäres anstatt reales Geld verwendet -> möglicherweise wären Menschen mit realem Geld risikoaverser Praktische Implikationen: Finanzberater und Politiker „spielen“ mit dem Geld von Bürgern, denen sie nicht nahe stehen. Dies könnte gefährliche Auswirkungen auf die Entscheidungen der Finanzberater und Politiker haben (i.S.v. riskanteren Entscheidungen).
Anzeige