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Entwicklungspsychologie WiSe 17/18 (Fach) / 6. Vorlesung (Kognitive Entwicklung bei Kleinkind: Piaget, Informationsverarbeit (Lektion)

6. Vorlesung (Kognitive Entwicklung bei Kleinkind: Piaget, Informationsverarbeitung)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

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  • Genetische Epistemologie/Erkenntnistheorie >> Konstruktivismus >> Strukturalismus >> Adaption, Assimilation, Akkomodation Entwicklung des menschlichen Denkens >> Wie das Kind zu Wissen und Erkenntnissen gelangen kann Konstruktivismus: Aktion = Wissen / Erkenntnis >> Wissen nur durch Aktion zu erlangen Strukturalismus: Schema + Struktur >> Schema: Typische Handhabung einer Klasse von Umweltgegebenheiten (z.B. Greifen, Schütteln, Rühren, usw.) >> Struktur: Koordination verschiedener Schemata / Repräsentationen der Realität "Ziel" der Entwicklung: bessere Anpassung an die Umwelt >> Adaption durch Assimilation und Akkommodation >> Assimilation: Schema auf Objekt der Umwelt anwendbar >> Akkommodation: Anpassung des Schemas, wenn es nicht in die Umwelt passt
  • Genetische Epistemologie/Erkenntnistheorie: Piaget 4 universelle Entwicklungsstadien: Sensomotorisches Stadium (0-2) Präoperationales Stadium (2-6) Konkret-operationales Stadium (7-12) Formal-operationales Stadium (ab 12) Abfolge der Staden ist invariant (sind immer so, man kann keine überspringen) Die einzelnen Stufen bauen aufeinander auf >> diskontinuierliche Entwicklung
  • Das sensomotorische Stadium: 6 Stufen Stufe: (basale) Reflexhandlungen Stufe: Einfache Gewohnheiten und primäre Kreisreaktion Stufe: Sekundäre Kreisreaktion Stufe: Koordination sekundärer Kreisreaktionen Stufe: Tertiäre Kreisreaktion Stufe: Mentale Repräsentationen
  • 1. Stufe: Reflexhandlungen 1. Monat Angeborene Reflexe: determinieren die Natur der Interaktion zwischen Neugeborenem und der Umwelt; Zentrum des psychischen und kognitiven Erlebens Akkomodation der Reflexe an die Erfahrung des Neugeborenen >> Ausbildung erster Reflex-Schemata
  • 2. Stufe: Einfache Gewohnheiten und primäre Kreisreaktion 1.-4. Monat Koordination isolierter Handlungen in eine integrierte Aktion Wiederholung interessanter oder angenehmer Aktionen >> ausgerichtet auf sich selbst / den eigenen Körper Bsp.: Saugreflex (von Ernährung) auf Am-Daumen-Nuckeln >> immer auf eigenen Körper beogen, passiert (wohl) zufällig
  • 3. Stufe: Sekundäre Kreisreaktionen 4.-8. Monat Das Handeln ist auf die Umwelt ausgerichtet Aktive Wiederholung von Handlungen, die an sich erstmal zufällig sind, aber interessante Umwelteffekte hervorbringen Bsp: Mobile bewegen
  • 4. Stufe: Koordination sekundärer Kreisreaktionen 8.-12. Monat Erste intentionale (zielorientierte) Handlungen >> Kombination verschiedener Schemata einer Handlung die zielorientiert ist Antizipation von Ereignissen dank der Entwicklung der einfachen Objektpermanenz Einfache Objektpermanenz: "Aus den Augen aus dem Sinn" stimmt nicht mehr, Kind sucht jetzt nach Gegenständen die versteckt werden A-nicht-B-Fehler: Kind macht kein Update darüber, wenn Ortswechsel eines Gegenstandes stattgefunden hat
  • 5. Stufe: Tertiäre Kreisreaktionen 12.-18. Monat Aktives Experimentieren mit Handlungsabfolgen >> Durchführung kleinerer Experimente (z.B. einen Gegenstand aus verschiedenen Höhen fallen lassen, um zu sehen, was passiert) Erfolgreiche A-B Suche A-nicht-B-Fehler: Kind macht kein Update darüber, wenn Ortswechsel eines Gegenstandes stattgefunden hat
  • 6. Stufe: Mentale Repräsentation 18.-24. Monat Mentale Repräsentationen der Wirklichkeit Symbolisches Denken (verstehen Symbole) Kausalität (wenn-dann-Abläufe verstehen) Nachahmung "Ability to pretend": Als ob Spiel (Bsp.: fangen an zu "kochen")
  • Sensomotorisches Stadium >> 6 Stadien: Kritik Allgemein anerkannt: Allgemeine Abläufe der Stadien, Aktion wichtig zum Lernen Aber: Wann können Babys was >> Verschätzung (zu ungunsten der Babys) von Piaget
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  • Informationsverarbeitungstheorien der kognitiven Entwicklung: Kognitive Prozesse Encoding: Aufnehmen (und irgendwie codieren) der Information Storage: Abspeichern (für die Zukunft) der Information Retrieval: Abrufen der gespeicherten Information Kognitive Architektur = Hardware, Kognitive Prozesse = Software An dieser Struktur ändert sich nichts: Automatisierung kognitiver Prozesse im Laufe der Entwicklung >> Effizienz der Verarbeitung steigt
  • Kognitive Prozesse: Wiedererkennung (Recognition) Die Form des Erinnerns Verbessert sich in den ersten Lebensmonaten beträchtlich Bspw.: mit 6 Monaten immer noch an der Handlung von vor einer Woche erinnern Erfassung der Gedächtnisleistung >> 2 Tage rückerinnern im Alter von 2 Monaten vs. 2 Wochen im Alter von 6 Monaten Ist der Kontext in Lern- und Abrufphase derselbe, erleichtert das den Abruf >> retrieval cue / Abrufreiz >> Wenn Umgebung gleich ist ist Erinnern leichter
  • Kognitive Prozesse: freie Reproduktion (free call) Komplexere Form des Erinnerns Lässt sich bereits bei Kleinkindern finden Verzögerte Imitation - Maß für Recall bei Säuglingen und Kleinkindern >> Nicht Objekte wiedererkennen, sondern nur nochmal verzögerte Imitation >> Speziell menschlich Myers et al.: Wie lange bleiben Erinnerungen erhalten? >> Gedächtnis für Ereignisse über eine längere Zeitspanne (ca. 2 Jahre)
  • Autobiografisches Gedächtnis: Infantile Amnesie Infantile Amnesie: die meisten Menschen können die Ereignisse vor dem 3. Lebensjahr nich abrufen Mögliche Erklärungen: Reifung der Hirnstrukturen (umstritten): "Verschüttung der Erinnerung durch/nach der Umstrukturierung Selbstkonzept erst ab 2-3 Jahren: vorher können Ereignisse nicht als selbst erlebt abgespeichert werden (Theory of mind) Veränderung der Repräsentation (nicht sprachliches Format): vor 3. Lebensjahr Erinnerungen nicht sprachlich (als Geschichte) abgespeichert
  • Frühkindliches physikalisches Wissen: Kontinuitästprinzip Frühkindliches Wissen: Objktpermanenz Kontinuitätsprinzip: 4 Monate alte Kinder nutzen Information über die Bewegungsrichtung um Objekte als Ganzes wahrzunehmen Objektpermanenz: schon ab 3,5 Monaten; Erwartungsverletzungsmethode (Objektpermanenz verletzt >> Kinder wenden sich nicht möglichem Ereignis länger zu >> haben schon gewisses Verständnis für die Objektkonstanz)
  • Frühkindliches physikalisches Wissen: Schwerkraftsprinzip Wieder Erwartungsverletzungsmethode: Wundern sich, dass ein Objekt nicht runterfällt Kinder sind sich bewusst, dass Objekte weiterhin existieren, wenn sie von anderen Objekten maskiert werden, dass Objekte ohne Unterstützung nicht stabil bleiben können, dass sich Objekt entlang von räumlich kontinuierlichen Pfaden bewegen und dass Objekte sich nicht durch den von anderen Objekten belegten Raum bewegen können
  • Frühkindliches physikalisches Wissen: Mengenverständnis Kategorisierung und Konzeptbildung Kategorie vs. Konzept: Äußere Eigenschaften vs. funktionale Aspekte haben gewisses Mengenverständnis, ohne Zahlwärter, ohne Zuordnung von Zahlen zu Mengen Kategorisierung und Konzeptbildung: allgemeine Form oder Information über die äußere Kontur, die um den Kopf herum zentriert ist, reicht für kleine Kinder aus, um individuelle Darstellungen für Katzen und Hunde zu bilden Einordnung in Kategorien basiert zunächst auf äußeren Eigenschaften, funktionale Aspekte erst später berücksichtigt