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Klinische Aufbau (Fach) / Psychose II (Lektion)

Psychose II

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  • Therapie der Schizophrenie: mehrere Ansatzpunkte entsprechend des V - S - Modells: (5) Erregungs, Wahn, Halluzinationen: Neuroleptika + KVT Störung Aufmerksamkeit und Denken: Kogn. Training Deifizite soz. Kompetenzen: soz. Kompetenztraining negatives Familienklima: Familientherapie psychosoz. Stressoren: berufliche Rehabilitation
  • Phasenspez. Behandlung der Schizophrenie Phase: Behandlung akute Symptomatik Phase: Behandlung residualer Symptome und Vorbeung Rückfälle weitere Phasen: Behandlung chronischer Fälle
  • Akutbehandlung der Schizophrenie (4) Neuroleptika seit den 50er Jahren verfügbar Wirksamkeit gilt mittlerweise als unbestritten nachgewiesen durchschnittlich 75% nach 6 Wo. gebessert, Placebo nur 25% Nebenwirkungen in der Akutbehandlung meist gering (z.B. Ruhelosigkeit, Tremor, Rigor) Ergänzende Psychotherapie im Rahmen der Behandlung florider Episoden: Wirksamkeit gilt als gesichert (Metaanalyse von Wunderlich et al. 1996)
  • Neuroleptika Sammelbegriff für Chlorpromazin und ähnliche Substanzen; die wichtigsten Gruppen sind die Phenothiazine und Buthyrophenone
  • Wirkung neuroleptika Wirkung beim Menschen: (a) psychomotorische Verlangsamung, (b) emotionale Ausgeglichenheit, (c) affektive Indifferenz Wirkung bei psychotisch erregten Pat.: beruhigend, dämpfend, entspannend; keine bewusstseinsverändernden Wirkungen, nur geringe Auswirkung auf die „seelische Wachheit“, keine Toleranzentwicklung, kein Abhängigkeitsrisiko
  • Wirkmechanismus Neuroleptika •Wirkmechanismus: verringerte Aktivität des dopaminergen Systems, hauptsächlich durch Blockade postsynaptischer Dopaminrezeptoren; aber auch Interaktion mit noradrenergen, serotonergen, cholinergen und histaminergen Rezeptoren Extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen: z.B. fein- und grobmotoriche Bewegungsstörungen
  • 3 gängige klassische Neuroleptika Haloperidol (Haldol) 3-15mg Flupentixol (Fluanxol)  3-15mg Bromperidol (Impromen) 5-10mg
  • 3 gängige atypische Neuroleptika Clozapin (leponex) 200-450mg Quetiapin (Seroquel) 300-750mg Amisulprid (Solian) 400-800mg
  • Studie zur Behandlung mit Neuroleptika (Cole 1964): Therapievergelich 3 Neuroleptika mit Placebo Gruppen: 1 Chlorpromazin 2 Thioridazin (niederpotent) 3 Fluphenazin (hochpotent) 4 Placebo, Zufallszuweisung kapseln oder Injektion, 6 Wochen Behandlungsdauer Stichprobe 417 akutpatienten, durchschnittsalter 28 j, 60% erstaufnahmen untersuchungsverfahren: Globaleinschätzung mit IMPS und Burdock Ward Bevahior Rating Scale 
  • Ergebnisse Studie Cole Mehr Drop Out bei palcebo 32% (wg. fehlender Wirkung), nur 9% bei Neuroleptika (wg starker nebenwirkungen) deutliche verbesserung bei 75% und 30% placebo
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  • Längerfristige Behandlung der Schizophrenie (3) In der längerfristigen Behandlung weniger Rückfälle unter Neuroleptika als unter Placebo  Jedoch Risiko von Spätdyskinesien (z.B. bizarre unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Mund und Gesicht, Bewegungsunruhe); treten bei ~ 15% auf, bei ~ 1% irreversibe Psychotherapie in der Langzeitbehandlung: Wirksam zur Besserung des psychosozialen Funktionsniveaus, der sozialen Eingliederung, Rückfallprophylaxe, wichtige Ergänzung zu den Medis
  • Verbesserung der Compliance: Edukation und Angehörigengruppen (6) Informationen über die Störung und Behandlungsmöglichkeiten  Selbsthilfebücher und Ratgeber für Betroffene und Angehörige Schulung in der Erkennung von Frühwarnzeichen Vermittlung praktischer Umgangsregeln Erfahrungsaustausch Emotionale Entlastung (Entlastung von Schuldgefühlen, Bearbeitung von Enttäuschungen, Resignation und Überforderung)
  • Therapieziele bei Schizophrenie (5) − Verringerung von Krankheitssymptomen − Verminderung der individuellen Vulnerabilität − Verringerung ungünstiger Einflüsse äußerer Stressoren − Förderung der Kommunikation und Krankheitsbewältigung − Verbesserung der Lebensqualität
  • Psychotherapeutische Ansätze bei Schizophrenie (3) Trainingsprogramme zur Verbesserung kognitiver und sozialer Fertigkeiten  Familientherapie Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
  • IPT - Integriertes Psychologisches Therapieprogramm bei schizophren Erkrankten (4) Ansatz: Training kogn., komm., soz. Fähigkeiten, an lerntheorie orientiert, 5 unterprogramme ziele: therapie und RFP multimodaler ansatz: mehrdim. therap. maßnahmen, milie und soziotherpie, optimale versorgung mit psychopharmaka interdisziplinär mit psychologe, ärzte etc
  • Bereiche des IPT (Beispiele) (4) Kognitive Differenzierung: z.B.  Suche nach Synonymen oder Antonymen Soziale Wahrnehmung: z.B. Dias mit sozialen Situationen werden gezeigt, Pat. sollen zunächst beschreiben, dann interpretieren, dann eine „Gesamtüberschrift“ für das Dia finden Verbale Kommunikation: z.B. Sätze wörtlich oder sinngemäß wiedergeben Training sozialer Fertigkeiten wie sich bedanken, Kritik üben, sich entschuldigen, eine Bitte äußern...
  • 4 Übungen zum interpersonellen Problemlösen im Rahmen des IPT Bereich: Praktische Lebensfertigkeiten Bereich: Wohnungssuche Bereich: Zusammenleben und -arbeiten in der Wohngemeinschaft Bereich: Soziales Zusammenleben
  • Bereich: Soziales Zusammenleben Ziele (2) • Absprache mit den Mitbewohnern: Verteilung von Aufgaben, Koordination • Aufnahme sozialer Kontakte: gemeinsame Gespräche, Aktivitäten
  • Ziele Bereich: Zusammenleben und -arbeiten in der Wohngemeinschaft (4) Arbeits- und Aufgabenbereiche: konkrete Bestimmung von Arbeitsbereichen, genaue Kenntnis der selbständig zu erfüllenden Aufgaben Haushaltsorganisation: Aufgabenbereichsverteilung, Bestimmung individueller Pflichten (z.B. kochen, putzen, einkaufen) Tagesverlauf: individuelle Tagespläne mit klarer Definition von Zeiten Integration in die Hausgemeinschaft: klare Definition der Rechte und Pflichten im Kontext einer Wohnungs- und Hausordnung
  • Ziele Bereich: Wohnungssuche (3) Finanzierungsmöglichkeiten: eigene finanzielle Möglichkeiten einschätzen Charakteristika der gesuchten Wohnung: Bestimmung von Merkmalen wie Lage, Größe, Zahl der Zimmer Möglichkeiten der Suche: Wissen über Inserieren, Makler usw.
  • Ziele Bereich: Praktische Lebensfertigkeiten (4) Körperpflege: sozial akzeptierten Hygienestandard Ordnung und Sauberkeit: Putz- und Aufräumverhalten gemäß den jeweils gültigen Standards Budgetieren und Einkaufen: Wissen um Preis wichtiger Konsumgüter, einfache Rechenoperationen, Konsum entsprechend den Bedürfnissen und Möglichkeiten Kochfertigkeiten: Grundkenntnisse und -fertigkeiten
  • Metaanalyse zur Wirksamkeit des IPT 29 Studien aus 9 Ländern mit 1393 Patienten 18 und älter Patientne durschnittlich IQ 92, ca. 80 Monate hosp. mit 3,9 Hospitierungen bisherige Erkrankunsgdauer ca. 10 Jahre, Chlorpromazindosis 876mg IPT in allem besser als Plazebo und Standarttherapie
  • Psychoedukative Familienbehandlung zur Rückfallprophylaxe Ansatz von Falloon et al. (1984) entwickelt; deutsches Manual von Hahlweg et al. (1995); hochwirksame Methode zur Rückfallprophylaxe bei schizophrenen Störungen
  • Vorraussetzungen Psychoedukative Familienbehandlung zur Rückfallprophylaxe 84) Pat gering symptomberlastet, dass er 45min mitarbeiten kann Medikation optimal eingestellt, Pat ausr. compliant Zusammenarbeit Psychologe + Psychiater auch hausbesuche, um genaueres Bild von Lebensumständen Familie zu bekommen
  • Komponenten der verhaltenstherapeutischen Familienbehandlung (5) − Neuroleptikamedikation − Diagnostik, Analyse familiärer Konflikte und Belastungen − Information über Schizophrenie und Medikation − Kommunikationstraining (direkter Ausdruck positiver u. negativer Gefühle, aktives Zuhören) − Problemlösetraining