8

ÜFR - Sprache und Kommunikation im rehabilitationspädagogischen Kontext (Fach) / Vorsprachliche Entwicklung (Lektion)

Grundlagen der vorsprachlichen Entwicklung

Diese Lektion wurde von Chizuru erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

  • Was versteht man unter dem Begriff "Prosodie"? Eigenschaften von Sprache, die nicht an den Laut gebunden sind Tonhöhe (Frequenz), Lautstärke (Amplitude), Dauer (Zeit) Akzent (Betonung), Intonation (Melodie), Rhythmus (Tempo) Bedeutende Rolle für Spracherwerb: häufige Übereinstimmung prosodischer und syntaktischer Gliederung, Segmentierung des Sprachstroms in Wörter, Phrasen und Sätze
  • Beschreibe kurz die Entwicklung der rezeptiven Fähigkeiten. Neugeborene: Unterscheidung menschliche Sprache – Geräusche der Umwelt Unterscheidung Stimme der Mutter von anderen Stimmen Unterscheidung Muttersprache / Fremdsprache aufgrund prosodischer Merkmale Fähigkeit, auditive und visuelle Informationen zu verknüpfen 6. Monat: Unterscheidung aller (auch nichtmuttersprachlicher) Laute 10. Monat: Unterscheidung muttersprachlicher Laute Unterscheidung von Wörtern der Muttersprache von Fremdsprache
  • Beschreibe kurz die Entwicklung der produktiven Fähigkeiten. Nach Grimm: Gurren (6‐8 Wochen) Lachen und Lautbildung (2.‐4. Monat) Lallstadium (6.‐9. Monat, Reduplikation von Silben = kanonisches Lallen, Konsonant- Vokal‐Verbindungen) Erste Wörter (10.‐14. Monat) Planung und Programmierung (und Automatisierung) willkürlicher Bewegungsmuster für die Bildung der Laute und deren Verknüpfung über Verzahnung hören – sehen – spüren ab 2. Lallphase Ausbildung willkürlicher Bewegungen (stabile Muster trotz anatomischer Veränderungen = Wachstum) Haupteinheit ist die Silbe als rhythmische Einheit mit 18 Monaten konsistente Vokalmuster (deshalb Prüfung der Konsonanten in Sprachtests)
  • Wie kann man den Spracherwerb der Kinder unterstützen? Blickkontakt herstellen und halten Übereinstimmung von Gesichtsausdruck und Stimmlage (Authentizität) „motherese“ (Betonungen, Überdehnungen, Melodieverläufe) Orientierung an der Lebenswelt der Kinder (ganz kleine Kinder: der eigene Körper) häufige Wiederholungen deshalb: eindeutige Zuwendung (nicht „nebenbei“)
  • In welcher Tonhöhe schreien Babys? Tonhöhe des ersten Schreis = a‘ (ca. 440 Hz) → menschliches Gehör ist für diese Frequenz am empfindlichsten Komplexität des Tonverlaufs des Schreiens pro Ausatemstrom nimmt zu aus der Art des Schreiens sind Gefühlszustände ablesbar
  • Wann beginnt die vorsprachliche Entwicklung? beginnt vor der Geburt → ungefähr ab der 24. SSW ist das Gehör des Babys voll entwickelt, das heißt, es hört Geräusche im Mutterleib (Herzklopfen, Magen-Darm Geräusche) und Geräusche außerhalb des Mutterleibs (Stimmen, ins. die Stimme der Mutter und andere Geräusche) Anlage und Reifungsprozesse der Organe Sehen: funktionsbereit, aber keine Reize Hören: Kinder zeigen schon in 28. SSW Lidschlagreaktionen auf akustische Reize erste motorische Aktivitäten: 8. – 12. Woche erste Äußerung mit erstem Schrei Auswirkungen der Position des Kehlkopfes auf Schluck- und Stimm‐ bzw. Sprechfähigkeiten
  • Welche Komponenten bzw. Kompetenz erwirbt das Kind in der vorsprachlichen Entwicklung? Erwerb suprasegmentaler Komponenten → Intonationskontur (Melodieverlauf), Betonung, rhythmische Gliederung = Prosodische Kompetenz
  • Ab wann beginnt das Wortverständnis? mit 9 Monaten
Anzeige