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ÜFR - Sprache und Kommunikation im rehabilitationspädagogischen Kontext (Fach) / Grammatikentwicklung (Lektion)
Grundlagen des Grammatikerwerbs
Diese Lektion wurde von Chizuru erstellt.
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- Welche linguistischen Ebenen gehören zur Grammatik? Morphologie und Syntax
- Was versteht man unter den Begriffen Morphologie und Syntax? Syntax = Lehre vom Satzbau Morphologie = Formenlehre (kleinste bedeutungs- oder funktionstragende Elemente einer Sprache = Morpheme)
- Welches Phänomen ist in der gesprochenen Sprache am häufigsten vertreten? Ellipsen = grammatikalisch unvollständige Sätze → dienen zur Vereinfachung, Kommunikation läuft schneller ab, im Alltag werden ständig elliptische Sätze verwendet z.B. in den Kindergarten, hab ich gemacht, Wann?, Gegen 12, Danke für die Info, Am Kino
- Nenne die Grundstruktur eines deutschen Satzes. Subjekt-Prädikat-Objekt → einfachste Satzstruktur des Deutschen Vorfeld: Der Lehrer = (Enom. bzw. Subjekt), linke Verbklammer: hat (Vaux bzw. Hilfsverb), Mittelfeld: das Mädchen (Eakk. bzw. Akkusativobjekt), rechte Verbklammer: gelobt (VV bzw. Vollverb, Partizip Perfekt von loben)
- Welche Wortarten gibt es? Man unterscheidet zwischen flektierbaren und nicht flektierbaren Wortarten: flektierbar: Verb (konjugierbar), Adjektiv (komparierbar), Substantiv (nicht komparierbar: artikelfähig), Pronomen (nicht komparierbar: kann Sg sein), Artikel (nicht artikelfähig:, kann nicht Sg sein) → Adjektiv, Substantiv, Pronomen und Artikel sind deklinierbar (Kasus, Numerus und Genus) nicht flektierbar: Satzäquivalent (syntaktisch isoliert), Adverb (syntaktisch integriert: kann Sg oder Attribut sein), Präposition (syntaktisch integriert: kann nicht Sg oder Attribut sein, Fügteil: mit Kasusforderung), Konjunktionen/Subjunktionen (syntaktisch integriert: kann nicht Sg oder Attribut sein, Fügteil: ohne Kasusforderung), Partikel (syntaktisch integriert: kann nicht Sg oder Attribut sein, nicht Fügteil)
- Nenne die wichtigsten Fakten zum produktiven Grammatikerwerb. beginnt mit ca. 18 Monaten (parallel zum Vokabelspurt),Verknüpfung der Wörter Äußerungen müssen kontextbezogen interpretiert werden grammatische Regeln nicht bewusst, aber kindliche Äußerungen regelhaft strukturiert geprägt durch systematische Auslassungen
- Stelle kurz die Entwicklungsphasen nach Clasen dar. Phase I 1.6 Jahre Einwortäußerung Phase II 2.0 Jahre Zweiwortäußerung Phase III 2.6 Jahre Mehrwortäußerung erste Äußerung mit Verb‐Zweitstellung Phase IV 3,0 Jahre Erwerb der Verb‐Zweitstellungsregel und der Subjekt‐Verb‐Kongruenz, Beginn der Kasusmarkierung Phase V 3,6 Jahre Erwerb der Kasusrektion Erwerb subordinierter Nebensätze mit Verb‐Endstellung
- Stelle kurz das Drei-Phasen-Modell des expliziten Sprachwissens von Karmiloff-Smith dar. Ab 5 Jahre: Phase 1 Implizites Sprachwissen: Korrekter Sprachgebrauch Erfolgreiche Kommunikation Ab 6 Jahre: Phase 2 System‐internaler Reorganisationsprozess: Fehler auf Verhaltensebene Spontane Selbstkorrekturen Lösen von Beurteilungs‐ und Korrekturaufgaben Ab 8 Jahre: Phase 3 Explizites Sprachwissen Bewusste Reflexion über die Sprache Erklärung von Sprachregularitäten
- Welche grammatischen Auffälligkeiten treten bei Kindern am häufigsten auf? Verbzweitstellung, Verbendstellung im Nebensatz (Nebensätze?) Verbklammer → nur bei Perfekt und Modalverben (müssen, sollen, wollen) Subjekt‐Verb‐Kongruenz → Verständlichkeit ist eingeschränkt, wenn diese fehlt Genus, Numerus, Kasus (v.a. Dativ) Konjugation starker Verben
- Ab welchem Alter bilden Kinder 2-Wortsätze? mit 2 Jahren
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- Ab welchem Alter haben die Kinder die grundsätzlichen grammatischen Fähigkeiten erworben? mit 4 Jahren (es fehlt Pluralmarkierung - 90% korrekt mit 5 Jahren - Futur, Konjunktiv, Passiv und natürlich Ausdifferenzierungen der Syntax)
- Warum muss nicht bis zur 100%igen Korrektheit gewartet werden, damit eine Regel/Struktur als erworben gilt? Fehlbildungen bis 10% sind normal (innerhalb eines Bereiches) - es bestehen richtige und falsche Formen nebeneinander, Anzahl der Richtigen steigt kontinuierlich