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MWF (Fach) / 2 (Lektion)

Persuasionsforschung, Einfluss von Kommunikator, Botschaft Person & Situation auf Medienwirkungen

Diese Lektion wurde von JudyLea erstellt.

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  • Was versteht man unter dem Begriff "Persuasion"? - "persuare" (lat.) = überreden, überzeugen - die Persuasionsforschung beschäftigt sich mit einem aus dem Medienkonsum resultierenden Einstellungswandel - dabei geht es um die Frage, mit welcher Methodik eine Veränderung der Einstellung erreicht werden kann - um hier Antworten zu finden müssen v.a. 3 wesentliche Aspekte einbezogen werden:       - Intention            - Kommunikation               - Veränderung                                                                                                       (Vorstellungen, Einstellungen, Meinungen, Werte, Verhaltensintentionen)
  • Was versteht man allgemein unter "Einstellungen"? - Ergebnis der Bewertung eines Objekts und die daraus resultierende Bereitschaft auf dieses Objekt zu reagieren - beiinhaltet die Summe aller positiven & negativen Bewertungen dieses Objekts - "dreidimensionale Einstellungskonzepte"            - Einstellungen umfassen Emotionen, Handlungsintentionen, Meinungen                                        - diese können bewusst oder Unbewusst die Beurteilung u.a. das Verhalten beeinflussen
  • Was versteht man unter dem "Elaboration-Likliehood-Modell"? - in der Persuasionsforschung ist der Prozess der Informationsverarbeitung entscheidend - das ELM ist ein sog. "Zwei Prozess-Modell" - entweder: zentraler, intensiver Weg der Verarbeitung - oder: oberflächlicher, periphärer Weg der Verarbeitung
  • ELM - zentraler&intensiver Weg der Verarbeitung - Rezipient ist auf Argumentation der Botschaft konzentriert, setzt sich aktiv mit den Inhalten auseinander - motivierte, tiefgründige Aufnahme der Inhalte - Qualität der Argumente - abhng. von jew. kognitiven Fähigkeiten und Umständen der Rezipienten (Vorwissen, Stress) - die erfolgte Einstellungsänderung gilt als stabiler
  • ELM - peripherer, oberflächlicher Weg der Verarbeitung - Randaspekte stehen im Vordergrund:           - Attraktivität & Glaubwürdigkeit des Kommunikators            - formale Aspekte (Musik, Bilder)            - Quantität statt Qualität der Argumente - abhängig von Stimmung, Fähigkeiten und Umstände - Verwendung von Heuristiken - Einstellungswandel gilt als eher instabil - 
  • Einflussfaktor Kommunikator - ob wir durch den Medienkonsum eine Einstellung ändern, kann mitunter durch die Eigenschaften des Kommunikators bedingt sein:     - soziale & physische Attraktivität, Glaubwürdigkeit (Trustinworthness, Expertness), Status                                                                                                                                    (Bildung, Macht)  - glaubwürdige Kommentatoren können eher einen Einstellungswandel induzieren          - Glaubwürdigkeit sinkt bei erkennbaren manipulativen Interessen des K.         - Glaubwürdigkeit steigt wenn K. eine Gegenposition seiner Interessen einnimmt
  • Einflussfaktor: Botschaft - Medieninhalte können entscheidend Einfluss auf eine Meinung/Einstellung nehmen - dabei ist v.a. die intellektuelle Fähigkeiten und das soziale Umfeld mitentscheidend für die MW - so sind zweiseitige Argumentationsmuster wirksamer bei Gebildeten und solchen mit vorheriger gegenteiligen Meinung (Meta-Analysen zeigen, ein intendierter Meinungswandel wird v.a. dann erreicht wenn Gegenargumente widerlegt und Schlussfolgerungen gezogen werden) - einseitige Argumentationen wirken besser bei Ungebildeten und Menschen mit gleicher Meinung - auch die narrative Darstellung der Inhalte ist ein entscheidender Faktor der MW - Aufmerksamkeit liegt bei Protas und der Handlung - humoristisch, positive, hedonistische Stimmung passt zur Botschaft
  • Einflussfaktor: Person - persönliche Eigenschaften der Rezipienten beeinflussen die MW - Alter, Geschlecht, Bildungsgrad, Intelligenz, soziales Umfeld, Emotionen, Kognitionen... => Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer kognitiven Bedürfnisse und Fähigkeiten - unbselbstbewusste Menschen tendieren eher dazu sich den Meinungen Dritter (halten diese für kompetenter als sich selbst) anzupassen, sind empfänglicher für soziale Gruppendynamiken  - Menschen mit hohem Bildungsgrad achten auf Logik der Argumentation                                         -> Schutz vor Manipulation - "Sensation Seekers": Emotionale Menschen wenden sich solchen Medien zu, die auf narrative & emotionale Botschaften setzen
  • Einflussfaktor: Stimmung - auch die narrativ erzeugte Stimmung nimmt Einfluss auf die MW - positive Stimmung: kritische und gründliche Informationsverarbeitung -> Zuwendung zu Argumenten - negative Stimmung: unkritischer und oberflächlicher Umgang mit Medieninhalten -> periphere Inhalte im Vordergrund WHY? - Suggestion: es liegen keine Probleme vor                                                                                  - kritische Haltung könnte positive Stimmung gefährden
  • Grenzen der Persuasion - Theorie des geplanten Handelns (Fishbein, Ajzen) - Einstellungswandel ist nicht gleich verändertes Verhalten - Handlungsintentionen sind bedingt durch 1. eigene Bewertung        2. Bewertung durch das soziale Umfeld                                                   3. subjektive Bezüge: Kompetenzen, Möglichkeiten, Verhaltenskontrolle                                             (Schaffe ich das? Kann ich es mir leisten? Zwänge, Gewohnheiten, Kooperationen)   ZB: Ich sehe einen Werbefilm für Zahnaufhellungsmethoden und glaube plötzlich an die Herstellergarantie, obwohl ich solche Produkte vorher für unwirksam gehalten habe. Doch der Meinungswandel stößt mich nicht zum Kauf des teuren Produkts an, da ich es mir nicht leisten kann.                   
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  • A.G. welcher Theorien findet die Persuasion ihre Grenzen? - Konzept der Einstellungsstärke (motivationale Erklärung, kognitive Erklärung) - Inokulationstheorie (Gegenargumente abschwächen) - kognitive Dissonanz (Strategien der Abwehr entwickeln) - Theorie der Resistenz und Reaktanz (Bumerang-Effekt, unauffällige Botschaften wirken besser als offensichtliche Manipulationsversuche) - allgemeine Medienskepsis (Wissen über sinnvollen Umgang mit Medien schützt vor Manipulation) - Zugehörigkeit zu stark gefestigten Gruppensystemen (Normen werden nicht in Frage gestellt)
  • Wann funktioniert nach Rogers der Einsatz von Furchtappellen besonders gut? - bei schwachen Furchtappellen sind Rezipienten eher dazu geneigt ein vorteilhaftes gezeigtes Verhalten zu übernehmen  - starke Furchtappelle sind weniger effektiv und können sogar gegenteiliges Verhalten bewirken, da sie eine ablehnende Haltung gegenüber des Kommunikators auslösen "Bumerang-Effekt" - v.a. bei zusätzlichen Ratschlägen und Aufzeigen von Gegenmaßnahmen die einen Ausweg bieten funktionieren Furchtszenarien um ein bestimmtes Verhalten beim Publikum zu erzielen - dennoch gibt es keine einheitlichen Befunde, vielmehr müssen unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden (Persönlichkeit, Alter, individuelle Betroffenheit)
  • Was besagt die "Framing-Theorie"? - aus welcher Perspektive wird ein Thema betrachtet? - GAIN-FRAMING: bei eine geringem Risiko waren Menschen eher dazu bereit solchen Botschaften zu folgen, die die Vorteile eines gezeigten Verhaltens betonen - LOSS-FRAMING: bei hohem Risiko folgten die Menschen eher einem "Nichtstun" nachkommen und den Verlust/Schaden