Klinische Psychologie Abschlussprüfung (Fach) / 22) Emotionale Störungen des Kindesalters (Lektion)

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Beschreibung, Modelle, Therapie

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  • Beschreibung der emotionalen Störungen des Kindesalters Emotionale  Störungen  gehören  zu  den  häufigsten psychischen Krankheiten im Kindesalter. Dabei stehen  Ängste  und  depressive  Symptome  im  Vordergrund. Es werden unterschieden: emotionale  Störung  mit  Trennungsangst  phobische Störung des Kindesalters Störung mit sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter emotionale Störungen mit Geschwisterrivalität Emotionale Störungen des Kindesalters stellen in erster Linie Verstärkungen normaler Entwicklungstrends dar und weniger eigenständige, qualitativ abnorme Phänomene. Die Entwicklungsbezogenheit ist das diagnostische Schlüsselmerkmal für die Unterscheidung der emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit (F93.-) von den neurotischen Störungen (F40-F48). F93.0 Emotionale Störung mit Trennungsangst des KindesaltersEine Störung mit Trennungsangst soll nur dann diagnostiziert werden, wenn die Furcht vor Trennung den Kern der Angst darstellt und wenn eine solche Angst erstmals während der frühen Kindheit auftrat. Sie unterscheidet sich von normaler Trennungsangst durch eine unübliche Ausprägung, eine abnorme Dauer über die typische Altersstufe hinaus und durch deutliche Probleme in sozialen Funktionen. Bei der emotionalen Störung mit Trennungsangst besteht  eine  unrealistische  Angst,  dass  engen  Bezugspersonen etwas Schlimmes passieren könne oder dass diese  verschwinden  könnten.  Aber  auch,  dass  dem Kind selbst etwas Schlimmes widerfahren könne, sodass  es  von  den  engsten  Bezugspersonen  getrennt werden könnte. Bei einer ausgeprägten Symptomatik  ist  es  dem  Kind  nicht  mehr  möglich, alleine zu schlafen. Es stellen sich bei bevorstehenden Trennungen massive psychosomatische Beschwerden ein wie z. B. Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Dabei sind die Kinder emotional sehr belastet und unglücklich. F93.1 Phobische Störung des KindesaltersEs handelt sich um Befürchtungen in der Kindheit, die eine deutliche Spezifität für die entsprechenden Entwicklungsphasen aufweisen und in einem gewissen Ausmaß bei der Mehrzahl der Kinder auftreten, hier aber in einer besonderen Ausprägung. Andere in der Kindheit auftretende Befürchtungen, die nicht normaler Bestandteil der psychosozialen Entwicklung sind, wie z.B. die Agoraphobie sind unter der entsprechenden Kategorie in Abschnitt F40-F48 zu klassifizieren. Bei den phobischen Ängsten finden sich die typischen Ängste, die in verschiedenen Altersstufen bei Kindern »physiologisch« auftreten, wie z. B. die Dunkelangst im  Vorschulalter.  Nur  zeigen  sie  sich  bei  den  phobischen Ängsten in den der Entwicklung unangemessenen Altersstufen und mit einem schweren Ausprägungsgrad, sodass die psychosoziale Integration des betroffenen Kindes beeinträchtigt ist. F93.2 Störung mit sozialer Ängstlichkeit des KindesaltersBei dieser Störung besteht ein Misstrauen gegenüber Fremden und soziale Besorgnis oder Angst, in neuen, fremden oder sozial bedrohlichen Situationen. Diese Kategorie sollte nur verwendet werden, wenn solche Ängste in der frühen Kindheit auftreten und sie ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und zu deutlichen Problemen in der sozialen Funktionsfähigkeit führen. Vermeidende Störung in der Kindheit und Jugend.F93.3 Emotionale Störung mit GeschwisterrivalitätDie Mehrzahl junger Kinder zeigt gewöhnlich ein gewisses Ausmaß emotionaler Störungen nach der Geburt eines unmittelbar nachfolgenden jüngeren Geschwisters. Eine emotionale Störung mit Geschwisterrivalität soll nur dann diagnostiziert werden, wenn sowohl das Ausmaß als auch die Dauer der Störung übermäßig ausgeprägt sind und mit Störungen der sozialen Interaktionen einhergehen. GeschwistereifersuchtBei der emotionalen Störung mit Geschwisterrivalität verhalten sich die betroffenen Kinder gegenüber dem Geschwisterkind extrem ablehnend, rivalisierend, eifersüchtig und z. T. auch körperlich aggressiv. Es wird massiv um die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Eltern  konkurriert.  Den  Eltern  gegenüber  wird  zunehmendes oppositionelles Verhalten demonstriert, und  Wutausbrüche  sind  an  der  Tagesordnung.  Die Stimmungszustände  schwanken,  und  auch  Ängste und Unglücklichsein nehmen zu.
  • Ätiologie der emotionalen Störungen des Kindesalters Ätiologisch  können  für  Ängste  im  Kindes-  und  Jugendalter lerntheoretische Modelle wie die klassische Konditionierung, das operante Lernen und Modelllernen als ausschlaggebend für die Entwicklung von Vermeidungs-  bzw.  Fluchtverhalten  angenommen werden.  Sehr  wahrscheinlich  spielt  auch  eine  genetische Disposition eine wichtige Rolle. Emotionale Störung mit Trennungsangst . Gerade bei der Trennungsangst sind ätiologisch auch familiäre Erziehungseinflüsse  von  Bedeutung.  Dabei  kommt oft bestehenden symbiotischen Beziehungen der Kinder zu den Bezugspersonen, aber auch erzieherischen Unsicherheiten eine besondere Bedeutung zu. Phobische  Ängste   des  Kindesalters.  Die  phobischen Ängste im Kindesalter treten transkulturell alterspe zifisch auf und stehen im engen Zusammenhang mit der mentalen, emotionalen und körperlichen Reifung des Kindes.Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität . Bei der emotionalen Störung mit Geschwisterrivalität spielen in der Genese konstitutionelle Eigenheiten der Kinder, aber auch erzieherische Einflüsse eine besondere Rolle. Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität . Bei der emotionalen Störung mit Geschwisterrivalität spielen in der Genese konstitutionelle Eigenheiten der Kinder, aber auch erzieherische Einflüsse eine besondere Rolle.
  • Therapieverfahren bei emotionalen Störungen des Kindesalters Pharmakotherapie: vorbereitende  und/oder  begleitende  symptomatische Behandlungsmaßnahme. Eine Indikation besteht bei  schwerer  Symptomausprägung  zur  Krisenintervention und bei chronischen Verlaufsformen (Benzodiazepine, SSRI) Psycho- und soziotherapie: Störung mit Trennungsangst: intensive Beratung und aufklärende Elternarbeit Reaktionsexposition und Angstmanagement (bei Verweigerung des Besuchs der Schule und des Kindergartens) bei ausgeprägten Trennungsängsten mit symbiotischen Beziehungen empfiehlt es sich häufig, eine stationäre Behandlung durchzuführen Phobische Angst des Kindesalters Beratung der Eltern, Gewährleisten des Schutzes des bedrohten Geschwisternteils bei massiver Ausprägung kinderpsychiatrische teilstationäre oder stationäre Behandlung bei ausgrprägten emotionalen Belastung psychodynamische Verfahren mit Spieltherapie Elternberatung und Elterntrainingsmaßnahmen stehen im Vordergrund (Abbau der verstärkenden Zuwendung der Eltern auf die phobischen Verhaltensweisen des Kindes) Systematische Desensibilisierung Emotionale Störung mit Geschwisterrevalität