TU (Fach) / Wechselwirkung zwischen Umwelt, Technik und Gesellschaft (1) (Lektion)

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  • Soziologie und Umwelt - Zusammenhang - Gründerväter wie Durkheim, Weber haben Problem der Umwelt ignoriert - Frühphase: Ökologisch-normative Arbeiten, Kritik an der Industriegesellschaft (keine Soziologen), und etwas später empirische Sudien zur Rezeption der Ökologieproblematik.
  • Soziologie in der Umweltforschung? Aktionen der Menschen haben Auswirkungen auf die Umwelt wie umgekehrt Umweltveränderungen Auswirkungen auf die menschen haben   Umweltwahrnehmungen und Einstellugen: Natur als Ressource u. Senke / quasi-reliqiöse Einheit / Refugium   Umweltforschung muss zwei Komponenten umfassen (Renn): -> die Folgen menschlichen Verhaltens auf natürliche Umwelt -> Wahrnehmung, Abwägung und Bewertung menschlichen Verhaltens, das auf die nat. Umwelt einwirkt.
  • Umwelt? Umwelt = nach menschlichen Plänen gestaltete Umwelt Natur = Phänomene, die auch ohne die Handlungen bzw. Eingriffe der Menschen entstehen Mensch kann seine Umwelt selbst entwerfen und gestalten -> Schaffung künstlicher Umwelten Vorraussetzung für Kulturentwicklung Jäger/Sammler hatten auch Umwelteinfluss (Ausrottungen) Abwägung, wie weit Nutzungsdominanz durch Menschen gehen kann. # Wichtig: Wissen über Konsequenzen Eingriff und Wünschbarkeit Folgen!
  • Ziele soz. Umweltforschung (Renn) Systematische Erkenntnisse über die Prozesse der Wissensgenerierung hinsichtlich Veränderungen des Menschen Wissen über die Prozesse und Verfahren, mit denen soz. Abwägungen über sozial wünschbares vollzogen werden. Erforschung von Bedingungen und Folgen zur Regelung von Umweltnutzungen Verfolgung der Prozesse und Strukturen der Technikgenese Systematische Erforschung von Barrieren und Anreizen der Realisierung subjektiv wünschbarer Einsichten.
  • Umweltsoziologie als Teiler der Umweltforschung 1. Ökologische Modernisierung Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverkehr (Weizsäcker 1995) Drei komplementäre Prozesse der Zielrealisierung: Effizienz, Suffizienz (Konsumverzicht), Konsistenz  Kein Rückgang der Umweltbelastung durch Bedeutungszunahme Dienstleistung Rückgang des Umweltverbrauchs in Industrie (Chemie v.a.) 2. Grenzen des Wachstums (Meadows) Simulation dynamisch vernetzter Größen (Bevölk, Rohstoff, Nahrung, Umweltbelastung...) Prognose: Dramatische Verschärfung der Probleme bei Versorgung und Umweltschäden Neue Grenzen des Wachstums (1992): Zukunft kontingent, alternative Pfade 3. Ziele ökologischer Modernisierung (Huber) Kreislaufwirtschaft Abkehr von End of Pipe Systematische Anwendung von Instrumenten der Umweltpolitik Herausbildung einer Handlungsarena zur Partizipation 4. Dörner: Logik des Misslingens in komplexen, dynamischen Systemen haben Eingriffe unvorhersehbare Folgen (KUL Welten, komplex, unbestimmt, langsam) Menschen überfordert, Gute Absichten -> oft negative Ergebnisse, Viele Ziele > Einzelprobleme, Überschätzung Systemkenntnis -> Verschärfung (Tschernobyl)
  • Zentrale Paradigmen 1: Modernisierung und Risikogesellschaft 1. Modernisierung und Risikogesellschaft Modernisierung: Pluralisierung (Zapf); Individualisierung (Beck)   Risikogesellschaft und reflexive Modernisierung (Beck 1986)   Fokus auf nicht intendierte Nebenfolgen der technischen Entwicklung Neue Qualität der neuen Risiken:(Im GGS zu linearer Industriemoderne) global, oft irreversibel, demokratisch, beruhen auf Kausalinterpretationen, offen für soziale Definition, verschärfen sich mit Modernisierung, durch konventionelle Insitutionen nicht bearbeitbar, nicht versicherbar -> unbeherrschbar durch alte Sicherheitsmechanismen Moderne Gesellschaften unterhöhlen eigene Grundlagen   KRITIK an Beck Vergangenheit nicht so idyllisch wie angenommen (Kriege, Hungersnöte, massenhafte anwendung Kleintechnologien...) Viele Umweltrisiken sind nicht global, sondern regional Nicht alle ökologischen Risiken sind irreversibel (ozonloch, wasserquali) Verteilungslogik von Beck problematisch
  • Zentrale Paradigmen 2: Rational Choice Individuelle Wahrnehmung und Bewertung, Motive, Interessen, Entscheidungen, Präferenzen, Nutzenmaximierung Probleme der Umweltsoziologie die von RC bearbeitet werden: Allmendeproblem Kollektivgüter: Free Riding Externe Effekte (viel ÖPNV vs. Attraktivität Auto) Kritik an RC: Fixierung auf Nutzenmaximierung Ausblenden der Genese, Verfestigung und Veränderung von Präferenzen Setzen kognitive Kenntnis oder zumindest Schätzung der möglichen Folgen voraus (völlige Info - annahme)
  • Zentrale Paradigmen 3: Systemtheorie Verhaltensorientierungen von Individuen in sozialen Systemen  undabhängig von persönlichen Präferenzen, dafür abhängig von dominanter Funktionslogik Funktional diff. Subsysteme Ausblenden der Frage nach systemübergreifenden Selektionsmechanismen Systemtheoretische Perspektive auf die Umweltproblematik: Ausgangsfrage (Luhmann 1986): Kann sich die moderne GEsellschaft auf ökologische Gefährdung einstellen? Antwort:eher pessimistisch, begrenzte Resonanzfähigkeit soz. Systeme Ereignisse in der Umwelt eines Systems rufen an sich noch keine Reaktionen hervor Für Subsystem Wirtschaft werden ökol. Fragen nur relevant, wenn sie sich in preisen niederschlagen für sybsystem politik dann, wenn sie sich auf die chancen zum machtgewinn oder -erwerb auswirken (jeweiliges medium) kann auch übermaß an resonanz geben  
  • Zentrale Paradigmen 4: Kulturtheorie 1. Individualisten: Leben voller Gelegenheiten, Risiko = Chance zum Fortschritt 2. Egalitarian Type: Leben voller Bedrohungen, Risiken = Vermeiden, außer Gemeinwohl 3. Hierarchisten: Frage der Ordnung, Risiken = akzeptabel, wenn institutionell unter KOntrolle 4. Atomistische Individuen: Leben ist Lotterie, unkalkulierbar
  • Zentrale Paradigmen 5: Diskurstheorie Rationalisierung von System und Lebenswelt Systemintegration: Macht, Geld Integration in der Lebenswelt: Kommunikation Modernisierung: Verlust der Balance zwischen System und Lebenswelt Kolonisierung der Lebenswelt -> Abwehrreaktion der Lebenswelt (Protest) Strittige Geltungsansprüche können im herrschaftsfreien Diskurs explizit zum Thema gemacht werden Folgen: Partizipative Ansätze der Technikforschung
  • Zentrale Paradigmen 6: realismus-konstruktivismus (problem) Realismus: Umweltveränderungen = reale Probleme, objektiv betrachtbar KOnstruktivismus: Umweltprobleme = im öfftl. Diskurs als Prob durchgesetzt   Konstruktivismus Entwicklung in der Wissenssoziologie Laborforschung (Ergebnisse = Konventionen) Radikaler KOnst: Ganze Welt soz. Konstruktion in Umweltsoz: Wie werden Umweltprobleme sozial konstruiert? Realismus Annahme, dass methodische Regeln der emp Beweisführung es erlauben, zumindest Ähnlichkeit twischen real gegebenen Eigenschaften von Objekten und deren beschreibung herzustellen (Popper, Annäherung an "Wahrheit" die unerreichbar) Diese Möglichkeit ist Resultat des kontinuierlichen Prozesses der Falsifikation von Theorien und Hypothesen (popper vol II) Kritik an Konstruktivismus: Systematische Vernachlässigung der Fähigkeit von sozialen Systemen zur Selbstbetrachtung Gefahr der Verharmlosung oder Überdramatisierung von Risikoerfahrungen wenn alles sozial konstruiert ist, fehlen die Maßstäbe zur BEwertung von Handlungsoptionen
  • Gefahren in der Technik- und Umweltsoziologie 1. Ökologische Fixierung: Instremuntalisierung der Soziologie zur Implementierung einer Ökogesellschaft 2. Fixierung der Soziologie auf das kritische Potenzial von Groß- und Risikotechnologien führt zur Unterschätzung der Ambivalenz anderer Technologien (Folgewirkung nicht abhängig von GRÖßE, sondern UNIVERSELLEM EINSATZ)
  • Themen der Umwelt und Techniksoziologie Individualebene Deutung und Reflexion des Verständnisses von Natur und Umwelt Erforschung von Umwelteinstellungen und Umweltbewusstsein Erklärung individuellen Umwelthalndelns Makroebene Analyse der Selektion von Themen und Problemen, die soz. Ressourcen wie Zeit, Geld, öfftl. Aufmerksamkeit brauchen Gesellschaftliche Konstruktion von Wissen über Handlungsfolgen (Religiös motivierter Fatalismus, Prädeterminismus...= Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen umweltbezogenen Handelns