Essstörungen (Fach) / Anorexia nervosa (Lektion)

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Was ist Anorexia nervosa Worauf muss geachtet werden Diagnose von Anorexia nervosa

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  • Was ist die Anorexia nervosa A. n. oder Magersucht ist gekennzeichnet durch Starkes Untergewicht Große Angst vor Gewichtszunahme Stark eingeschränkte Nahrungsaufnahme
  • Worauf muss bei Anorexia nervosa geachtet werden Hohe Eigengefährdung Durch Nährstoffunterversorgung kann es zu Kreislaufproblemen kommen In chronischen Fällen kommt es oft zum Tod durch Herz-Kreislaufversagen  
  • Wer bekommt Anorexia nervosa Überwiegend Frauen Beginn meist in der Pubertät, kann aber auch nach dem 25. Lebensjahr auftreten Nimmt seit 1975 ständig zu Vor allem in oberen Sozialschichten und in Industriegesellschaften
  • Welche Anorexia nervosa-Haupttypen gibt es Der asketische Typ Gewicht wird ausschließlich durch Hungern reduziert Der hyperorektische (viel Hunger, Lust) Typ Zusätzlich kommen noch Erbrechen und Abführen hinzu.
  • Wer bekommt Anorexia nervosa Setzt bei atypischem Verlauf bereits vor der Pubertät ein, kommt dann zu vielfältigen Mangelsyndromen, dadurch zu verlangsamtem Körperwachstum Schließt eine Bullimie nicht aus. Beide Störungen können gleichzeitig auftreten  
  • Prognose bei Anorexia nervosa Chronischer Verlauf mind. 30 % Besserung ca. 30 % Heilung unter 40 % Mortalität bis zu 20 % in 20-30 Jahren
  • Wie entsteht A. n. - Psychoanalytische Theorie A, n. tritt beginnt in der Pubertät, in einer Zeit, in der es um die Entwicklung er eigenen Identität und dem Annehmen der Geschlechter- rolle geht. Das bringt auch Angst mit sich. Betroffene haben Angst vor der Entwicklung der Weiblichkeit und wollen ihre Rolle als Frau nicht annehmen. Ihnen fehlt ein erstrebenswertes Vorbild für dieFrauen- u. Mutterrolle. Sie wollen absolut nicht so werden wie die eigene Mutter. Es handelt sich um einen Mutter - Tochter - Konflikt. Die Mutter ist sehr dominant. Den Betroffenen fehlt es an Eigenständigkeit, sie haben in der Familie immer nur "funktioniert", konnten innerhalb der Familienstruktur nie wirklich eine eigene Persönlichkeit entwickeln. Die alles beherrschende Mutter wird unbewusst abgelehnt. Betroffene verwechsen "dünn sein" mit "stark sein". Kontakte mit dem anderen Geschlecht oder unsensiblen Vätern wird als Bedrohung empfunden, der sich durch geschlechtslose Körperlichkeit entzogen wird. Analytisch wird der Vergleich zwischen Penetration und Nahrungsaufnahme gezogen. Durch das kontrollierte Essverhalten kann bei dominanten Müttern eine gewisse Autonomie erlangt werden.
  • Wie entsteht A.n. - kognitive Verhaltenstheorie Am Anfang steht ein geringes Selbstwertgefühl. Aus dem Bedürfnis nach Selbstkontrolle entsteht über den Weg der Nahrungsaufnahme wie bei B.n. ein Teufelskries, bei dem es am Ende nur noch um das Körpergewicht geht.
  • Auslösesituationen für A.n. Krise im Familiensysten, z. B. Trennung der Eltern Probleme, die durch die Schwellensituation der Pubertät auftreten Psychodynamisch findet sich ein akuter Konflikt zwischen Verselbständigung und Erwachsenwerden
  • A.n.-Patientinnen sind in der Regel überdurchschnittlich intelligent und oft sehr leistungsbezogen gute Schülerinnen, auch im Sport arbeiten gern und viel für andere haben oft eine erhöhte körperliche Aktivität
  • Wie wird A.n. therapiert A.n.-Patientinnen ignorieren körperliche Störungen völlig, klagen nie Haben keine Krankheitseinsicht Gehen quasi nie freiwillig in psychotherapeutische Behandlung, werden von Angehörigen gebracht. Oft ergibt sich eine psych. Behandlung erst, nachdem sie wegen eines Kreislaufkollaps in eine Klinik eingewiesen wurden. Da die Patientinnen Angst vor einer Gewichtszunahme haben, ist große Sensibilität vom Behandler gefragt, um sie zu bewegen, sich regelmäßig so zu ernähren, dass es zu einer Gewichtszunahme kommt. Ambulant sollten Betroffene nur therapiert werden, wenn der BMI über 18,5 liegt und er gewillt nicht, nicht weiter abzunehmen. 
  • Wichtig bei der Behandlung von A.n. A.n.-Patientinnen lügen oft bewusst über selbstinduziertes Erbrechen Eintretende somatische Komplikationen können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen während der Therapie sollte auf Gegenübertragung geachtet werden, d. h. Abneigung des Therapeuten aufgrund der Arroganz und Lügenhaftigkeit der Patientinnen
  • Beschwerden bei A.n. Kreislaufstörungen mit niedrigem Blutdruck Durchblutungsstörungen, kalte Hände und Füße Osteoporose trockene Haut, Haarausfall langsamer, niedriger Puls Verformung der Nägel Obstipation und Völlegefühl Menstruationsstörungen  
  • Behandlungselemente Nr. 1 bei A.n. Stabilisierung des Gewichts und Normalisierung des Essverhaltens durch Informationsvermittlung Selbstbeobachtung Maßnahmen zur Gewichtsstabilisierung Einhalten der vorgeschriebenen Mahlzeiten Spezielle Techniken zur Reduktion von Heißhungeranfällen und Erbrechen kognitive Techniken
  • Behandlungselemente Nr. 2 bei A.n. Bearbeitung der zugrunde liegenden Konflikte durch Selbstbeobachtung Problemanalyse Arbeiten mit Zielerreichungsskala Kognitive Techniken SKT Einbezug von Familie u/o Partner
  • Behandlungselemente Nr. 3 bei A.n. Verbesserung der Körperwahrnehmung- und akzeptanz durch Körperübungen Körpererfahrung Kognitive Techniken
  • Allgemeine Therapiebereiche bei A.n. Abwehr akuter Lebensgefahr Aufbau einer Behandlungsmotivation Reduzierung therapiegefährdender Verhaltensweisen Aufbau eines angemessenen Essverhaltens Modifikation ungünstiger Schemata im Bereich Figur, Gewicht, Ernährung Evtl. Soziales Kompetenztraining Behandlung komorbider (Begleiterkrankung) Störungen Unterstützung beim Erreichen individueller Ziele Verhinderung einer Chronifizierung und abwendung gesundheitlicher Langzeitrisiken
  • Schwerwiegende Komplikationen bei A.n. Herzrhythmusstörungen Anämie Elektrolytstörungen Nierenfunktionsstörungen Nervenschädigung Lanugobehaarung (Flaumhaar) Hirnatrophie Untergewicht bis zum Verhungern