AVPS (Fach) / Definitionen (Lektion)
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AVPS
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- Politik Prozess der Herstellung und Durchsetzung für die gesamte Gesellschaft verbindlicher Entscheidungen (national, international). - Autoritative Allokation von Werten für die gesamte Gesellschaft (nach Easton) - Polity: politische Strukturen, Normen, Werte Politics: politische Prozesse Policy: politische Inhalte
- Operationalisieren Begriffe bzw. Eigenschaften werden messbar und damit an der Realität überprüfbar gemacht.
- Messen Zuordnung von Zahlenwerten zu den Ausprägungen der Merkmale von Objekten
- Vergleichen Feststellen von Ähnlichkeit bzw. Gleichartigkeit oder Unähnlichkeit bzw. Verschiedenartigkeit (Ähnlichkeitsrelationen) von mindestens zwei Objekten hinsichtlich mindestens eines Merkmals. Ziele: "Ein Ding bekommt nur dann eine individuelle Identität, wenn man es mit anderen vergleicht" Erklärung politischer Phänomene Entwickeln und Prüfen von Hypothesen und Theorien Gleichheit/Identität, Unterschiede/Gemeinsamkeiten feststellen Hinweis auf Unbekanntest und/oder Besonderes Funktionale Äquvalente erkennen Informationen (über andere Länder) erhalten empirische Phänomene ordnen Klassifikationen/Typologien erstellen Einzelfälle an bestimmten Maßstäben messen Lösungsbeispiele für bestimmte Probleme finden Prognosen erstellen
- Klassifikation Zuordnung von Objekten hinsichtlich eines Einteilungs- bzw. Vergleichskriterium zu verschiedenen Klassen. quantitativ (Rangordnung mögl.)/qualitativ (RO n. mögl) einfache Form systematischer Ordnung bzw. eindimensionale Ordnung
- Typologie Zuordnung von Objekten hinsichtlich einer Kombination mindestens zweier Einteilungs- bzw. Vergleichskriterien zu verschiedenen Typen. komplexere Form systematischer Ordnung --> höherer Informationsgehalt Komplexitätsreduktion (der Realität) Vorstufe zur Theorie, aber noch keine Erklärung bzw. noch kein Aufdecken von Kausalität
- Most Similar Systems Design (MSSD) Maximierung der Ähnlichkeiten der unabhängigen Variablen, um deren Auswirkungen auf die abhängige Variable auszuschalten; folgende Suche nach Unterschieden zwischen diesen ähnlichen Objekten, um differerierende abhängige Variable zu erklären (Ursache). Quasi-Experiment mit Ziel des definitiven Ausschlusses bestimmter Erklärungsfaktoren des untersuchten Sachverhaltes.
- Most Dissimilar Systems Design (MDSD) Maximierung der Unterschiede in den unabhängigen Variablen, um deren Auswirkung auf die abhängige Variable auszuschalten. Anschließende Suche nach Gemeinsamkeiten, zur Erklärung (Ursache) der abhängigen Variable. Ermittlung der Bestimmungsfaktoren des zugrundeliegenden (gemeinsamen) Sachverhalts unter ganz verschiedenen Bedingungen
- Ontologie Lehre vom Sein, Lehre von der Seinsordnung; grundlegende Annahme, es existiere nur eine Wahrheit, eine Moral, welche mit den richtigen Methoden gefunden werden kann.
- Macht "Chance, innerhalb einer Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht" (Max Weber)
- Herrschaft "Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden" (Max Weber)
- Staat Dauerhafter, räumlich begrenzter Herrschaftsverband politischer Natur "diejenige menschliche Gesellschaft, welche innerhalb eines bestimmten Gebietes das Monopol legitimer physischer Gewalt für sich (mit Erfolg) beansprucht" (Max Weber) "ein auf das Mittel der legitimen Gewaltsamkeit gestütztes Herrschaftsverhältnis von Menschen über Menschen" (Max Weber)
- Staatsgebiet Staatsvolk Staatsgewalt -gebiet: Territorium, auf dem Herrschaftsbeziehung gilt -volk: Gesamtheit der Staatsbürger (definiert über Staatsangehörigkeit) -gewalt: Herrschaftsintitutionen und ihre Repräsentanten, Verfahren der Herrschaftsausübung (Verfassung)
- Einstellung Disposition (Neigung) positiv oder negativ auf ein Objekt, eine Person, eine Institution oder ein Ereignis zu reagieren. - (Durch Erfahrung organisierter geistiger oder nervlicher Bereitschafts- zustand mit einem steuernden und dynamischen Einfluss auf die individuellen Reaktionen auf alle Situationen und Objekte, mit denen das Individuum in Beziehung steht (Allport 1935: 810)) Kognitionen (Erwerb & Organisation von Wissen) Affekte (Zu- & Abneigung) Wertorientierungen (Urteile über Konzeptionen des Wünschenswerten)
- Verhalten Sinnlich wahrnehmbare bzw. direkt beobachtbare Reaktion von Individuen oder Kollektiven auf Objekte.
- politische Partizipation Handlungen, die Bürger (Privatpersonen) freiwillig mit dem Ziel vornehmen, Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen des politischen Systems zu beeinflussen. Aktivität Bürger/Privatpersonen Freiwilligkeit Politikbezug Entscheidungsbezug Einflussorientierung
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- Partizipationssystem Menge systematisch zusammenhängender Formen politischer Beteiligung.
- un-/konventionelle Partizipation (nach Barnes/Kaase) Kombination der Merkmale Verfassheit, Legalität, Legitimität. konventionell: hohe Legitimitätsgeltung, Bezug auf verfasste bzw. institutionalisierte Elemtente des pol. Prozess (z.B. Wahlen) unkonventionell: institutionell nicht verfasste Einflussnahme auf pol. Prozess, Legitimitsgeltung eher gering, legal oder illegal (z.B. Demonstration, Boykott, Hausbesetzung)
- System Ein aus einer Anzahl von Teilelementen bestehendes Ganzes, dessen Bestandteile in Beziehung zueinander stehen. Nach bestimmten, dauerhaften Regeln geordnetes Ganzes, das nach außen eine gewisse Integration und Geschlossenheit aufweist. Veränderungen einzelner Elemente wirken auf andere Elemente ein und führen so zu Veränderungen des gesamten Systems; diesem ist jedoch eine Tendenz zur Systemerhaltung und zum Systemgleichgewicht inhärent. Ein System kann Subsysteme und damit einen höhren Grad an Komplexität aufweisen. System ist ein rein analytischer Begriff, kein Realphänomen spezifische Form, einen Gegenstand zu betrachten -->Rekonstruktion eines Gegenstandes als System
- soziales System Soziale Systeme werden gebildet von Zuständen und Prozessen sozialer Interaktion zwischen handelnden Einheiten. zentral: Handlungen/Rollen, die sinnhaft miteinander in Beziehung stehen Handlungs- oder Interaktionssysteme
- Struktur Dauerhafte Organisation der Beziehungen zwischen den Systemelementen (Aufgabenverteilung, Rollenzuweisung) Strukturen werden ausgebildet, um bestimmte Funktionen (Aufgaben) zu erfüllen, die für die Funktionserfüllung und damit für den Systembestand relevant sind (Strukturfunktionalismus)
- politisches System Menge miteinander in Beziehung stehender politischer Handlungen bzw. Rollen Funktion: Herstellung und Durchsetzung für die gesamte Gesellschaft verbindlicher Entscheidungen
- politische Strukturen Dauerhafte Organisation der Beziehung zwischen den politischen Handlungen bzw. Rollen (Aufgabenverteilung, Rollenzuweisung, Prozessverteilung)
- politische Prozesse Zustandsveränderung in Form von: - Aufnahme von Impulsen (Informationen, Leistungen, Störungen aus der Umwelt) durch das politische System >> Inputs - Abgabe autoritativer Entscheidungen an die Umwelt >>Outputs
- politische Partei Jede politische Gruppe mit identifizierbarem Namen, die zu Wahlen antritt und dazu in der Lage ist, Kandidaten durch Wahlen in öffentliche Ämter zu bringen.
- Parteiensystem Ein Parteiensystem wird durch die einzelnen Parteien und das zwischen ihnen bestehende Beziehungsgeflecht charakterisiert. Die einzelnen Ausprägungen dieses Beziehungsgeflechts werden als "Parteiensystemeigenschaften" charakterisiert.
- Cleavage Grundlegende, in der Struktur einer Gesellschaft verankert Konfliklinie...Sie wird durch Koalitionen aus gesellschaftlichen Großgruppen und Parteien politisiert. Merkmale: Verankerung in der Sozialstruktur (soziale Basis) Dauerhaftigkeit Gegensatz zwischen sozialstrukturell identifizierbaren Trägergruppen Artikulation durch kollektive soziale Akteure (v.a. Verbände) Basis einer Koalition zwischen kollektiven sozialen Akteuren, den durch sie repräsentierten Trägergruppen und politischen Parteien (Eliten) legitimierende Ideologie
- (politische) Institution Stabile, auf Dauer angelegte Einrichtungen zur Regelung, Herstellung oder Durchführung bestimmter Zwecke. auch: soziale Verhaltensweise oder Norm (z.B. Ehe) konkrete materielle zweckgerichtete Einrichtung (z.B. Parlament, Amt des Bundeskanzlers, öffentl. Verwaltung, die Parteien) abstrakte materielle zweckgerichtete Einrichtung (z.B. GG, demokratische Mehrheitsregel) enger Begriff: formale Arrangements zur Zusammenfassung individueller Präferenzen und zur Verhaltensregulierung durch die Verwendung expliziter Regeln und formaler Entscheidungsprozesse, wobei die Regeln durch mit formaler, anerkannter Macht ausgestattete Akteure oder Akteursgruppen durchgesetzt werden weiter Begriff: Menge formaler und informeller Spielregeln wie Routinen, Normen, Gewohnheiten, Entscheidungsstile
- Demokratie zentrale Merkmale: aktives & passives Wahlrecht Recht auf politischen Wettbewerb freie und faire Wahlen Vereinigunsfreiheit und Meinungsfreiheit alternative Informationsquellen Resposivität >> wichtig: dauerhafte Responsivität der Regierung gegenüber den Präferenzen der Bürger, wobei alle Bürger politisch gleich behandelt werden Strukturmerkmale: Wettbewerb (Pluralismus, Liberalisierung) Partizipation (Inklusivität) "government by (the representatives of) the people for the people"
