Intervention (Subject) / Prävention_Vorlesung (Lesson)
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Prävention_Vorlesung
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- Gesundheitsförderung in Abgrenzung zu Prävention Gesundheitsförderung → Gesundheitsressourcen Prävention → Gesundheitsrisiken (interessiert und mehr in der Klinischen)
- Definition: Prävention (Baumann & Perrez, 1990) Maßnahme zur Vorbeugung und Verhinderung von unerwünschten psychischen oder physischen Zuständen. Sie setzt per definitionem ein, bevor eine Störung auftreten konnte und zielt auf eine Verminderung der Inzidenz (während die Therapie die Prävalenz verringert)
- Die drei unterschiedlichen Aspekte der Prävention Unterscheidung nach den Zielgruppen: zielgruppenspezifisch vs. populationsspezifisch Unterscheidung nach den Zielen der Intervention: Spezifische vs. unspezifische Prävention. Unterscheidung nach den Interventionsorten bzw. –ebenen: Personenorientierte vs. systemorientierte Prävention
- Von der WHO verwandte Präventionsterminologie; Caplan, 1964: Primär-, Sekundär., Tertiärprävention Primärprävention: Reduktion der Inzidenz einer Erkrankung Sekundärprävention: Reduktion der Prävalenz durch Frühbehandlung bereits diagnostizierbarer Fälle Tertiärprävention: Reduktion der Behinderung durch definierte Erkrankungen (Rückfälle, Rehabilitation)
- universale, selektiveund indizierte Prävention Universell: •Zielgruppe: Bevölkerung • Alle Eltern große Personengruppen (z.B. alle Eltern in der Kindererziehung unterstützen, in der man basale Erziehungspraktiken lehrt)→ z.B. Welt-Eltern-Tag: "Haben Sie heute schon ihr Kind gelobt?" Selektiv•Subgruppen mit erhöhtem Risiko• Biologische, soziale Risikofaktoren(Alleinerziehende) Subgruppen mit erhöhtem Risiko (können z.B. biologische Risikofaktoren sein, z.B. Kindern von schizophrenen erkrankten -> Stressbehandlung trainieren)alleinerziehende Mütter in der unteren Schicht -> haben Depressionsrisiko (soziale Unterstützung; Bewältigungstraining) Indiziert•Symptomatisch, aber bisher keine Therapie ist eine Form der Prävention bei den eine Gruppe von Personen schon Krankheitssymptome vorhanden sind, aber noch nicht das entwickelt Bild da ist (z.B. Prüfungsangst als spezifische Phobie)z.B. wenn man prokastiniert → Prüfungsangst hat jeder: bei normalen: trotzdem lernt man noch und ist handlungsfähig
- Ziele der Prävention (Perrez, 1990) Modifikation und Minimierung von Risikoverhaltensweisen (z.B. Alkoholkonsum reduzieren) Ausschaltung o. Eindämmung von externen Risikofaktoren (z.B. Unfallminimierung, technicher Bereich) Förderung von personeninternen Schutzfaktoren (z.B. Menschen in schwierigen Sozialverhältnissen, gute Beziehungserfahrungen zu ermöglichen) Förderung und Ausbau von externen Schutzfaktoren (z.B. Kita-Ausbau (besserer Schutz und Förderung von Kindern))
- Handlungsfelder und –ziele (nach Röhrle, 2006) Training stressorunabhängiger Kompetenzen (Problemlösen, soziale Kompetenz) Training stressorabhängiger Kompetenz bei (Arbeitslosigkeit, Scheidung, Beziehungsproblemen, psychische kranken Eltern, Verwitwung, Einsamkeit, belasteten Angehörigen, sexuellem Missbrauch) Entwicklungsinterventionen Störungsspezifische Prävention (z.B. Angst, Depression, Suizid) Settingsspezifische und -übergreifende Interventionen (Familie, Schule, Betrieb, Gemeiden)
- Störung/Zustände, für die es heute bewährte Prävantionsprogramme gibt 1. Zwangsstörungen, Aggression und Gewalttätigkeit2. Depression und depressive Beschwerden3. Angststörungen4. Essstörungen5. Substanzinduzierte Störungen6. Psychotische Störungen7. Suizid8. Alzheimer und andere Demenzformen - die Effektivitätsraten für den oberen Bereich sehen sehr gut aus (ab Psychotische Störungen eher schlecht)
- Strategien zur Verhaltensänderung • Problembewusstsein fördern• Wissen vermitteln• Motivation aufbauen• Kompetenzen trainieren• Zur Aufrechterhaltung beitragen• Umgebung kontrollieren (Gesetze etc.)
- Nach Nation et al. (2003) und Röhrle (2004) zeichnen folgende Charakteristika ein gutes Präventionsprogramm aus: • Es kommen verschiedene Interventionsmethoden zum Einsatz• Die Interventionsintensität ist ausreichend• Das Programm ist theoretisch begründet und empirisch fundiert• Es ist beziehungsfördernd• Das Programm setzt rechtzeitig ein• Es ist kulturell angepasst• Das Programm ist manualisiert• Es verfügt über ein klares Evaluationskonzept• Qualifizierte Trainer werden eingesetzt• Es ist strukturell verankert
- Metameta-Analyse von Röhrle (2004): Welche Präventionsprogramme sind am wirksamsten? Störungsorientiert (z.B. Vermeidung von Depression), Ressourcenorientiert (Verbesserung von Sozialkompetenzen), Stressorientiert (z.B. Scheidung, Krebserkrankung des Kindes) stressorientierte Programme
- Auswahl der wichtigsten Kennzeichen effektiver Programme (nach Röhrle, 2005) • Risiko- und Ressourcenanalyse• Kombination aus individuen- und umweltzentrierte Maßnahmen (z.B. bei hyperaktiven Kindern: erst bei den Eltern und Lehrern intervenieren und dann zu den Kindern kommen)• Sektoren übergreifend (z.B. familierer und schulischer Bereich)• verschiedene Komponenten beinhaltend (immer mehrere Interventionsmethoden)• Gruppenspezifität berücksichtigt• gut strukturiert (z.B. Manuale)• partizipativer Ansatz (Patient hat EInfluss auf die weitere Programmgestaltung)• langfristig angelegt (mindestens 9 Monate)• der Versorgungsstruktur angepasste Implementierung
