Intervention (Subject) / Kapitel 6 (Lesson)
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Prävention
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- Wozu dient Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention? Primär: Reduktion der Inzidenz einer Erkrankung Förderung der Gesundheit Vor Krankheit Für Gesunde Bsp.: Schutzimpfungen Sekundär: Reduktion der Prävalenz durch Frühbehandlung bereits diagnostizierbarer Fälle Milderung der Progredienz bzw. Chronifizierung von Krankheiten Frühstadium der Krankheit Für AKut Erkrankte Bsp.: Krebsvorsorgeuntersuchung Tertiär: Verhinderung von Folgeschäden/Funktionsverlusten oder Rückfällen sowie Begleiterkrankungen Manifestation (chronischer) Krankheit Für Chronisch Beeinträchtigte Bsp.: Patientenschulung, Förderung des Selbstmanagements
- Brunnentrog-Modell: Zufluss in Brunnen; Brunneninhalt; 2 Abflüsse des Brunnens, die Prävalenz senken Zufluss in Brunnen = Inzidenz Brunneninhalt = Prävalenz 2 Abflüsse des Brunnens, die Prävalenz senken = Heilung & Tod
- An wen richten sich selektive Prävantionsmaßnahmen? Personen mit Risikofaktoren (Bsp.Raucher)
- An wen richten sich indizierte Präventionsmaßnahmen? Personen, bei denen bereits Krankheitsvorstufen auftreten
- Prävantionsparadox Danach können Maßnahmen, die sich auf große Bevölkerungsgruppen mit geringem Risiko beziehen wirksamer sein, als jene, die sich auf einzelne Personen mit hohem Risiko konzentrieren (Bsp. Gurtpflicht)
- Verhaltensprävention setzt bei gesundheitsrelevantem Verhalten an (Kampagnen für safer sex, gesunde Ernährung, Gesundheitsberatung/Erziehung, Stressmanagement, Raucherentwöhnung… → was der Einzelne für seine Gesundheit tun kann (bzw. gegen Krankheit)
- Verhältnisprävention Einfluss auf Bedingungen. Verringerung von Krankheits- & Unfallursachen. Humanisierung der Arbeit, Bäderaufsicht, Gesundheits-, Umwelt-, Arbeits-, Verbraucherschutz…
- Methoden der Prävention Psycho- & sozioedukative Maßnahmen : Ansatz: Einsicht- Veränderungsmotivation. Methoden: Aufklärung & Informationsvermittlung, Verhaltenstrainings, Selbstmanagementtrainings, Beratungsaktivitäten Regulatorische Maßnahmen: Präventive Ziele durch Gesetze & Vorschriften erreichen. Anschnallpflicht, Rauchverbot in öffentl. Gebäuden, Jugendschutzgesetz, Lebensmittelüberwachungsvorschriften. Anreiz- & Bestrafungsstrategien: Erhöhung Tabaksteuer
- Wo sind die Grundlagen der gesundheitlichen Prävention verankert? in den jeweiligen Sozialgesetzbüchern (SGB)
- SGB I bildet das übergreifende Instrumentarium mit allgemeinen Reglungen zum Präventionsrecht → hier werden auch Forderungen an die Krankenkassen und Unfallversicherungsträger zur Einrichtung von Angeboten und Förderung der Gesundheit und Früherkennung von Krankheit formuliert
- SBG II = Krankheitsversicherungsrecht Reglungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren Bestimmung zur primären Prävention durch Schutzimpfungen
- SGB VIII Reglungen zur Prävention in der Familie (Kinder- und Jugendhilfe)
- Wirksamkeit ↔ Wirkung Wirksamkeit = ob eine Präventionsmaßnahme wirkt Wirkung = Warum wirkt eine Maßnahme?
- an welchen Kriterien bemisst sich die langfristige und eine mittelfristige Wirkung einer präventiven Maßnahme? Langfristige: Senkung der vorzeitigen Mortalität und/oder Morbidität Verbesserung und /oder Erhaltung der Lebensqualität Mittelfristige: gesundheitliche Outcome-Parameter gesundheitsbezogene Lebensqualität Bewertung der Kompetenzentwicklung (z.B. Wissen, Einstellung) Beurteilung der Zugangswege die Zufriedenheit der Zielgruppe mit Struktur und Durchführung des Programms
- Was ist das Health Technology Assessment (HTA)? Bei einer strukturierten und systematischen Analyse gesundheitsrelevanter Verfahren wie der Prävention spricht man von einer HTA → systematische Bewertung medizinischer Technologien, Prozeduren, Hilfsmittel, Organisationsstrukturen, in denen medizinische Leistunge eerbracht werden. Untersucht wird Wirksamkeit, Kosten, Sicherheit, ökonomische, juristische, ethische Aspekte
- Gesundheitsverhaltensmodelle für die Entwicklung praktischer Interventionen. Sie dienen der Analyse und Vorhersage von gesundheitsbezogenem Verhalten. Die meisten Modelle bestimmen dafür die relative Wahrscheinlichkeit einer Verhaltensänderung
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- Statische Modelle: beschreiben die Motivation zur Verhaltensänderung zu einem betimmten Zeitpunkt Motivationale Modelle: Motivationen für o. gegen Gesundheitsverhalten. Also nicht Verhalten, sondern Absicht/Intention. Modelle: M. gesundheitlicher Überzeugung, Theorie d. Schutzmotivation, Theorie d. geplanten Verhaltens, Theorie d. subjektiv erwarteten Nutzens Volitionale Modelle Diskrepanz zwischen Intention und Verhalten/ Prozesse nach der Intentionsbildung. Identifizierung der Determinanten, die zu tatsächlichem Verhalten führen. Modelle: Volitionstheorie, Konzept der „implementation intentions“
- dynamische Modelle Stadien- oder Stufenmodelle: Personen durchlaufen im Prozess der Veränderung ihres Gesundheitsverhaltens qualitativ unterschiedliche Phasen, in denen jeweils andere kognitive Variablen bedeutsam sind. Modelle: Transtheoretisches Modell, Prozessmodell präventiven handelns, sozial-kognitives Prozessmodell (integriert motivationale & volitionale Modelle)
- Was ist das häufigste psychische Problem im Kindesalter? aggressiv-dissoziales Verhalten
- Seattle Social Development Mehrkomponentenprogramm für 1.-6. Klasse, Fortbildungen für Lehrer, Eltern, Soziale-Kompetenz-Trainings für Schüler. Überprüfung der Effekte 9 Jahre später zeigen Erfolg des Programms.
- Fast Track-Programm Kompetenztraining. 1.-10. Klasse, explizit für sozial benachteiligte Hochrisikokinder & deren Familien. → deutlicher Rückgang aggressiven Verhaltens & Zugewinn sozialer Kompetenzen
- EFFEKT-Training Deutsches Mehrkomponentenprogramm, für Kindergarten & Grundschule sowie Elternprogramem, Intervention: IKPL = Ich kann Probleme lösen. → Wirksamkeit belegt. Höhere Effekte, wenn Eltern am Programm teilnahmen
- Verhaltenstraining für Schulanfänger greift Inhalte der Kindergartenintervention nach Latenzzeit von 1-2 Jahren zum Schulbeginn wieder auf. Schwerpunkt: Soziale Kompetenzen. Nach weiterer Latenzperiode im 2.Schuljahr wird in 3. Klasse an vorangehende Interventionen angeknüpft. Schwerpunkt: Verantwortungsübernahme, Zivilcourage, Fairness. Verhaltenstrainings greifen auf Übungen mithilfe visueller & auditiver Materialien (Comics, Hörspiele, Lieder…) zurück. → Wirksamkeit bewiesen
- Elternprogramme beinhalten Gestaltung positiver Eltern-Kind-Beziehung Kooperation Grenzen setzen in Erziehung Umgang der ELtern mit Stresssituationen
- Erwachsenenalter: psychosoziale Risikobedingungen Stressoren psychische Belastungen riskante Lebensführung ungünstige soziokulturelle Lebensbedingungen riskante Persönlichkeitsmerkmale
- Jugendliche & junge Erwachsene: Gründe für ein erhöhtes Risiko gesundheitsschädlicher Verhaltensweisen zu entwicklen neurobiologische Besonderheiten im Gehirn veränderte Erregungsschwelle für Stimuli verzögerte Ausbildung selbstregulatorischer Kompetenzen besonderer Einfluss emotionaler und sozialer Faktoren in der Entscheidungsfindung Mittel, typische Anforderungen in der Pubertät zu bewältigen
- Prävention nach Caplan Prävention zielt durch gezielte Maßnahmen und Angebote darauf ab, das Eintreten einer Krankheit oder unerwünschter psychischer oder physischer Zustände in der Zukunft zu verhindern oder ihr Risiko zu mindern
