Charnley-Schlinge
dient der Ruhigstellung des Ellenbogengelenks bei der suprakondylären Humerusfraktur im Kindesalter. Nach Reposition der Fraktur erfolgt die Fixierung des Ellenbogengelenks in Spitzwinkelstellung. Hierzu wird zunächst eine Klettverschlußmanschette am Handgelenk angebracht. Ein um den Hals gelegter wattegefüllter Schlauch (1 Finger muß bequem zwischen Schlauch und Hals Platz haben) wird nun mit Hilfe einer Öse mit der Handgelenksmanschette verbunden. Die Prüfung des Radialispulses ist wichtig.
Glisson-Schlinge
(-Extension) wird unter dosierten Zugkräften zur Entlastung der Halswirbelsäule angewandt.
Dachziegelverband
werden Pflasterstreifen ziegelartig angeordnet, um Zehenfrakturen ruhig zu stellen.
Payr-Zeichen
Meniskuszeichen Ein positives Payr-Zeichen bezeichnet medialseitige Knieschmerzen im Schneidersitz. Innenmeniskus
Steinmann-I-Zeichen
Meniskuszeichen Ein positives Steinmann-I-Zeichen bezeichnet einen Rotationsschmerz bei gebeugtem Kniegelenk. Schmerzen bei Außenrotation kommen bei Innenmeniskus-Schäden.
Steinmann-II-Zeichen
Meniskuszeichen wandernder Druckschmerz bei passiver Beugung des gestreckten Kniegelenkes
Apley-Zeichen
Meniskuszeichen Bauchlage. Knie in 90° Flexion. Schmerzen im Knie bei Kompression und Rotation. Wenn unter Zug und Rotation weiterhin Schmerzen bestehen, weist dies auf eine kombinierte Verletzung des Meniskus und des Kapselapparates hin.
Meniskuszeichen
Steinmann I Steinmann II Apley-Zeichen Payr-Zeichen Böhler-Zeichen
Mediale Schenkelhalsfrakturen.
Einteilung und Therapie
Mediale Schenkelhalsfrakturen werden nach Pauwels in 3 Schweregrade eingeteilt: Pauwels I: Winkel zwischen Horizontale und Frakturlinie unter 30° (Abduktionsfraktur). Pauwels II: Winkel zwischen 30-70°. Pauwels III: Winkel über 70° (Adduktionsfraktur). Darüberhinaus Einteilung nach Dislokationsgrad nach Garden (eingekeilt, keine Dislokation, teilweise Verschiebung, kein Kontakt der Bruchflächen) Je nach Frakturtyp und Alter kommen unterschiedliche Therapieverfahren in Betracht. Eine konservative Behandlung ist bei der Abduktionsfraktur indiziert. Adduktionsfrakturen müssen operiert werden: bei jüngeren Patienten Schraubenosteosynthese, bei älteren Patienten Implantation einer Totalendoprothese (TEP).
Einteilung nach Pauwels
Mediale Schenkelhalsfrakturen werden nach Pauwels in 3 Schweregrade eingeteilt: Pauwels I: Winkel zwischen Horizontale und Frakturlinie unter 30° (Abduktionsfraktur). Oft keine ausgeprägte Klinik. Pauwels II: Winkel zwischen 30-70°. Pauwels III: Winkel über 70° (Adduktionsfraktur). Femurkopf in Varusstellung, Bein Außenrotiert.
Kocher-Emmert-Plastik
Die Kocher-Emmert-Plastik kommt beim eingewachsenen Nagel (meist Großzehe) zur Anwendung. Es erfolgt die Keilresektion von Nagel, Nagelfalz und Nagelbett.
Dislocatio ad latus
Bei der Dislocatio ad latus liegt eine Verschiebung der Bruchstücke in seitlicher Richtung vor.
Dislocatio ad longitudinem cum contractione
Es handelt sich um eine Dislocatio ad longitudinem cum contractione: Verschiebung der Bruchstücke in Längsrichtung und unter Verkürzung.
Dislocatio ad longitudinem cum distractione
Verschiebung der Bruchstücke in Längsrichtung und unter Verlängerung.
Dislocatio ad axim
Bruch mit Verschiebung im Sinne eines Achsenknicks
Verbundosteosynthese
Bei der Verbundosteosynthese werden Metallimplantate in Verbindung mit Knochenzement eingesetzt. Hauptanwendung beim pathologisch veränderten Knochen durch Metastasen, massive Osteoporose, andere Knochensystemerkrankungen etc.
Einteilung nach Le Fort.
Oberkiefer-/Mittelgesichtsfrakturen werden nach Le Fort eingeteilt: Le Fort I. Basale Absprengung der Maxilla Le Fort II. Pyramidale Absprengung der Maxilla einschließlich der knöchernen Nase Le Fort III. Hohe Absprengung des gesamten Mittelgesichtsskeletts einschließlich der knöchernen Nase
Speziele Frakturen des Kindesalters
Wulstbruch (Stauchungsbruch) Grünholzfraktur Epiphysenverletzungen (nach Aitken, sowie Salter und Harris)
Osteosyntheseverfahren der Wahl bei dislozierten Schaftfrakturen im Kindesalter.
Intramedulläre Markraumschienung
Wann muss das Osteosynthesematerial im Kindesalter erfolgen?
frühzeitig Spickdrähte: 4 Wochen Schrauben: 4-8 Wochen Platten und Markraumschienen: 4-6 Monate
Einteilung nach Salter, sowie Aitken.
Epiphysenbrüche im Kindesalter: Salter: I: Lyse II: Lyse und Metaphysärer Bruch (Aitken I) III: Epiphysärer Bruch (Aitken II) IV: Metaepiphysärer Bruch (Aitken III) V: Stauchung: crush
direkte oder primäre Knochenheilung
bei intakter Durchblutung mit Ruhigstellung und Kontakt der Bruchflächen: Kontaktheilung Spaltheilung (mit Geflechtknochen im Spalt) 1,5-2 Jahre
indirekte oder sekundäre Frakturheilung
in 4 Schritten: 1. Hämatom 2. Organisation durch Einwachsen von Fibroblasten. 3. Differenzierung zu Geflechtknochen 4. Adaptation zu lamellärem Knochen, Rekonstruktion der medullären Durchblutung unter Abbau überschüssigen Kallus. 2-3 Jahre
Auf welchen Prinzipien beruht die Osteosynthese?
1. Kompression: statisch (Zugschrauben) / dynamisch (belastungsabhängig durch Zuggurtung) 2. Schienung intramedullär / extramedullär 3. Kombination aus Schienung und Kompression 4. Verbundosteosynthese (Kombi aus Metalimplantaten und Zement bei pathologischen Frakturen)
Methoden der intramedullären Schienung.
Marknagel (im Schaftbereich) Verrigelungsnagel (Anwendung im proximalen und distalen Schaftdrittel möglich durch Verhinderung der Rotation und der Zusammensinterung) Unaufgebohrter Marknagel (v.a. bei Polytrauma und offenen Frakturen, kein totraum, keine Fettembolie, keine Druck/Hitzenekrosen)
Methoden der extramedullären Schienung.
1. DCP (dynamic compression plate): Platte, die durch Zugschrauben zu Kompression der Fraktur führt. 2. LCDCP (lox contact dynamic compression plate): Aussparungen in der Platte sorgen für bessere Durchblutung. Vorbiegung der Platte notwendig. 3. Winkelstabile Platte: Kopf der Schraube ist in der Platte verriegelt, dadurch Winkelstabilität (keine Verkippung), weniger Schraubenlockerung und geringere periostale Schädigung). 4. Fixateur externe: Steinmannnägel, sowie schanz-Schrauben werden über Verbindungsstangen miteinander verbunden. So kann bei offenen Brüchen, Polytraumatisiertem Patienten, schweren Weichteilschäden, temporär Stabilität ohne Manipulation an der Fraktur, sowie Weichteilen geschaffen werden. 5. Spickdrahtosteosynthese: intraoperative Stabilisierung vor defenitiver Osteosynthese, oder als Adaptationsosteosynthese immer mit einer Gipsfixation:bei peripherer kindlicher Fraktur im Epiphysenbereich.
funktionelles Kompartmentsyndrom
intensive Gebrauch eines untrainierten Muskels
Klink und Therapie eines Kompartmentsyndroms.
Schmerz, Weichteilschwellung, Muskelverhärtung, sensible und motorische Nervenausfälle. Pulse sind noch erhalten. subfasziale Druck (norm:< 5 mmHg) erhöht. An >30-40 mmHg Muskelnekrosen. nicht hochlagern! rechtzeitige Fasziotomie
atrophe Pseudoarthrose
Frakturheilungsstörung Durchblutungsstörung der Bruchenden keine Kallusbildung, stattdessen gefäßloser Faserknorpel. Th: Dekortikation und Aufbau mit autologer Spongiosa Bei gleichzeitigem Infekt ausgiebiges Weichteildebridement. (Infektpseudiarthrose).
Hypertrophe Pseudoarthrose
Frakturheilungsstörung Durchblutung der Bruchenden ist ausreichend, die Fraktur ist jedoch nicht ausreichend ruhig gestellt. Es bildet sich großer Kallus (Elefantenpseudoarthrose). 90% der Pseudoarthrosen Th: Stabilisation
Sudeck-Dystrophie
Neurovegetative Regulationsstörung mit Durchblutungsstörung der Knochen und Weichteile. Ät. ist unbekannt. Nicht bei Kindern. Stadium I: vermehrtes Schwitzen, Haar und Nagelwachstum erhöht. Nächtlicher Ruheschmerz. Subchondrale Entkalkung. Stadium II: Dystrophie. Trophische Störungen nehmen zu (atrophe Muskulatur, Haut blass), Schmerzen nehmen ab. Fleckige Entkalkung. Stadium III: Atrophie. Versteifung der Gelenke durch Haut und Weichteilschrumpfung. Diffuse Osteoporose mit Verschmälerung der Kortikalis Th: Ruhigstellung, Ödemtherapie, Reduktion der Sympathikusaktivität Prophylaxe: Vermeidung zu enger Verbände, Überdistraktion sowie Schmerzen. Baldige Beübung postoperativ.
Knorpelaufbau
4 Zonen. avaskulär, alymphatisch. von Außen nach innen: 1. Tangentialzone 2. Übergangszone 3. Radiärzone 4. Kalk-Knorpelzone
Knorpelverletzungen
1. Kontusionen: Knorpelgefüge-Störungen Subchondrales Hämatom; Knorpelfissuren 2. Impressionen: Zerstörung der unter dem Knorpel liegenden Knochenstruktur Impressionsfraktur federnde Impression (osteoporotische Knochen) Gelenkkanten-Impressionen 3. Knorpelfrakturen: Chondrale Fraktur; Osteo-chondrale Fraktur
Schweregradeinteilung der Bandverletzungen.
Im Vergleich zur Gegenseite: Grad I: Aufklappbarkeit < 5mm: Dehnung Grad II: Aufklappbarkeit < 10mm: Zerrung Grad III: Aufklappbarkeit > 10mm: Riss Therapie erfolgt funktionell: Bewegungsausmaß so weit wie notwendig reduzieren, kühlen.
Ostitis vs Osteomyelitis
Ostitis ist eine Lokalinfektion des Knochen durch exogene Keimeinschleppung. Osteomyelitis dagegen eine Systemerkrankung mit der Manifestation am Knochen (KM).
Osteomyelitis. Ät, Klinik und Therapie
Klinik: Überwärmung, Schmerzen, Schonung, Schwellung. Gelenkerguss. CRP, BSG erhöht, Skelettszinti, radiologisch erst nach 3 Wochen Destruktionen sichtbar. Th: Antibiose i.v. und Ruhigstellung. Bei Gelenkempyem, subperiostalem Abszess und Weichteilbeteiligung erfolgt operative Sanierung. im Säuglingsalter: durch Nabelschnurinfekt, Infekt der oberen Atemwege (Streptokokken>50%) durch Gefäßverbindungen zur Epiphyse Gelenkbeteiligung möglich. im Kindesalter: Allgemeininfektionen Gelenkbeteiligung nur im Falle einer an der Metaphyse ansetzenden Synoviakapsel möglich, sonst dient die avaskularisierte Epiphyse als Barriere. im Erwachsenenalter: selten. (Staphylococcus aureus, epidirmidis und Haemophilus infl.) Gelenkbeteiligung unwahrscheinlich (s. o.)
Keimspektrum der Gelenkinfektionen. Sowie Therapie.
Staphylokokken Streptokokken E.coli alle 24-48 arthroskopische Spülung bis Keimfreiheit. bei Nichtansprechen, bzw. Panarthritis: chirurgische Gelenkrevision mit Synovektomie bis Arthrodese.
Pronations-Eversionstrauma
Beim Pronations-Eversionstrauma „knickt“ der Fuß nach außen mit Bandverletzungen oder knöchernen Bandausrissen am Innenknöchel sowie Schrägfrakturen am Wadenbein.
Supinations-Adduktionstrauma
Hierbei kommt es zum „Umknicken“ des Fußes nach innen mit Abscherverletzungen am Innenknöchel und Bandrupturen bzw. össären Bandausrissen am Außenknöchel. z.Bsp Weber-A
axialen Stauchungstrauma
Kompression des Knochens in Längsrichtung. Am jugendlichen Knochen entstehen Wulstbrüche. Typischer Verletzungsmechanismus beim Sturz aus großer Höhe mit Frakturen des Kalkaneus, Wirbelkörper etc.
Hyperextensionstrauma
durch eine unfallbedingte Überstreckung eines oder mehrerer Gelenke gekennzeichnet
Hyperflexionstrauma
extreme Beugung mit konsekutiver Abscherung oder Kompression (z. B. Radius, Hals-Brustwirbel).
Kahnbeinfraktur Therapie
Da das Kahnbein - erster Handwurzelknochen in der proximalen Reihe gegenüber dem Radius - nur von einer Stelle her mit Blut versorgt wird, gehen Frakturen oft in Pseudarthrosen über. Therapeutisch ist deshalb ein immobilisierender Gipsverband mit Daumeneinschluss für 8-12 Wochen erforderlich. Aufgrund der hohen Pseudarthroserate wird von manchen Unfallchirurgen primär ein operatives Vorgehen empfohlen (Verschraubung mit Herbert-Schraube).
Verschraubung mit Herbert-Schraube
operatives Vorgehen bei Kahnbeinfraktur
Therapie eines Hämatothorax
Der Hämatothorax muss zunächst über eine Thoraxsaugdrainage entlastet werden. Hält der Blutverlust von mehr als 200-300 ml/h an, besteht eine Indikation zur Thorakotomie.
Therapie einer pertrochanteren Femurfraktur.
Je nach Alter und Knochenfestigkeit kommen verschiedene Operationsverfahren in Betracht Dynamische Hüftschraube (DHS), die aufgrund eines Teleskopeffektes bei Resorptionsvorgängen Knochenkontakt herstellt. Der mediale Defekt muss mit autologer Spongiosa aufgefüllt werden. Winkelplattenosteosynthese, Nagelung mit elastischen Federnägeln (intramedullärer Kraftträger), Totalprothese mit langem Schaft bei Koxarthrose, Verbundosteosynthese mit Knochenzement und Winkelplatte (im hohen Alter und bei ausgeprägter Osteoporose)
Drop-Arm-Test
Bei Rotatorenmanschettenruptur kann der waagerecht abduzierte Arm nicht gegen de Schwerkraft aufrecht gehalten werden.
Yergason-Test
Supination gegen Widerstand bei gebeugtem Arm führt zu Anspannung der langen Bizepssehne.
Jobe-Test
Supraspinatus-Test. waagerecht gehaltene abduzierte Arme werden ca 30° in der Schulter nach vorne flektiert und innenrotiert. In dieser Stellung muss der Patient gegen von kranial ausgeübten Druck halten.
Impingement-Test nach Neer
abduzierte Arm wird bei fixierter Skapula nach innen rotiert. Schmerzen bei Anstoßen des Tuberkulum majus an das Schulterdach (Acromnion und Lig.coracoacromiale)