Klinische Psychologie Abschlussprüfung (Fach) / 13) Essstörungen (Lektion)

Vorderseite Ätiologie der Essstörungen
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Ein einheitliches, empirisch belegtes Modell zur Pathogenese  und  Aufrechterhaltung  von  Essstörungen  existiert nicht. Für die Entwicklung einer Essstörung -  wie bei den meisten psychischen Störungen - werden Interaktionen mehrerer prädisponierender Faktoren mit spezifishcen Bedingungen im Rahmen eines Vulnerabilitäts-Stress-Modells postuliert. Die Aufrechterhaltungsfaktoren hängen bei Esstörungen außerdem mit veränderten biologischen Funktionen zusammen (z.B. morphologische Veränderungen des Gehirns, gastroenterale Störungen, Nierenschädigungen, Störungen des Elektrolytenhaushalts, hormonelle Störungen etc.), die im Folge des pathologischen Verhlatens auftreten.

Zu prädisponierenden Faktoren zählen:

  • Soziokulturell vorgegebenes Schlankheitsideall und Diätverhalten.
  • Niedriges Selbstwertgefühl (gerade in der Phase der Entwicklung der eigenen Identiät in Adoleszenz)
  • Interaktionsstörungen in dem Familiensystem. Demnach ist das Familiensystem essgestörter Patienten durch spezifische Interaktionsmuster gekennzeichnet, die durch Verstrickung, Rigidität, Überbehütung, Konfliktvermeidung und wechselnde Koalitionsbildung beschrieben wurden.
  • Lernerfahrungen. Zu diesen gehören: individuelle Faktoren (z.B. Essen als Mittel der Ablenkung oder Belohnung, etc.);
  • biologische Faktoren (z.B. vermutete hypothalamische Dysfunktion bei AN, wobei eine primäre Dysfunktion eher als unwahrscheinlich gilt) oder eine Störung des serotonergen Neurotransmittersystems bei BN; ein höheres Gewicht bei eine normalen Nahrungsaufnahme vor der Erkrankung)
  • Kognitive Defizite: Überschätzung des Körperumfangs, aber auch Verzerrungen und irrationale Annahmen, die zu einem essgestörten Verhalten führen können:
  1. Selektive Abstraktion: Ich bin nur etwas wert, wenn ich dünn bin
  2. Übergeneralisierung: Früher hat mich Fleisch fett gemacht, deswegen dafr ich es jetzt auch nicht essen
  3. Übertreibung: wenn ich zwei Pfund zunehme, kann ich keine Schorts mehr tragen
  4. Dichotomes Denken: wenn ich jetzt Kontrolle über das Essen verliere, werde ich für immer dick bleiben
  5. Personalisierung: Jemand lachte, während ich an ihm vorbei ging; sicher lachte er, weil ich so dick ausschaue
  6. Magisches Denken: wenn ich ein Stück Schokolade esse, verwandelt es sich sofort in ein Fettpolster

Auslösende Ereignisse:

Dem Beginn der Anorexia oder Bulimia Nervosa gingen in vielen Fällen externe Ereignisse  voraus,  die  als  sog.  kritische  Lebensereignisse  beschrieben werden können (z. B. Trennungs- und Verlustereignisse, neue Anforderungen, Angst vor Leistungsversagen  oder  auch  körperliche  Erkrankungen). Gemeinsam ist diesen Ereignissen, dass sie Anpassungsanforderungen stellen, denen die Patienten zu diesem Zeitpunkt  nicht  gewachsen  sind.

Aufrechterhaltende Faktoren aufgrund der biologischen Veränderungen:

depressive Stimmung, Reizbarkent, Störungen des Schafs und der Sexualität, Defizite im Selbstwertgefühl und Selbstwahrnehmung

 

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